10. Einbürgerungsfeier (2016)

Rede von Oberbürgermeister Ulrich Scholten

zur 10. Einbürgerungsfeier

am Montag, 21. November 2016, 19.00 Uhr,

Stadthalle, Caruso

 ***

Sehr geehrter Herr Staatssekretär Klute aus dem Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich freue mich sehr, dass Sie meiner Einladung zur Einbürgerungsfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr gefolgt sind. Es ist bereits die zehnte Einbürgerungsfeier in unserer Stadt – aber die erste mit einem so hochrangigen Vertreter der Landesregierung aus Düsseldorf.  Ihnen allen ein herzliches Willkommen in diesem wunderbaren Marmorsaal unserer Stadthalle!

Ich muss sagen, dass ich sehr stolz auf die Zahlen bin, die wir heute präsentieren können: Der Bundestrend bei den Einbürgerungen weist für das vergangene Jahr einen Rückgang um 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus.

In NRW waren es gar 4 Prozent weniger Einbürgerungen.

Wir in Mülheim haben eine schier unglaubliche Steigerung der Zahlen um über 40 Prozent, wenn wir jeweils die ersten drei Quartale von 2015 und 2016 gegenüberstellen:

303 Menschen haben sich in den ersten drei Quartalen 2016 in Mülheim an der Ruhr einbürgern lassen.

Schon im vergangenen Jahr lagen wir mit über zehn Prozent mehr Einbürgerungen deutlich über dem Landestrend. Eine Erklärung dafür haben wir noch nicht; wir freuen uns aber sehr über diese überaus erfreuliche Entwicklung! Das ist ermutigend und zeigt deutlich, dass wir eine Einwanderungsgesellschaft sind.

Liebe in diesem Jahr Eingebürgerten,

Sie stehen heute Abend im Mittelpunkt unserer Feierstunde. Wir verstehen diese Veranstaltung als ein Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung für Ihren Entschluss, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen.

Und wir haben großen Respekt vor dieser sicher nicht immer leichten Entscheidung, die Veränderungen und Konsequenzen für Sie und Ihre Familien mitbringt, die aber auch unsere Gesellschaft verändert.

Wenn unterschiedliche kulturelle Werte, Traditionen und Lebensformen zusammenkommen, entwickelt sich immer etwas Neues. Das ist für unsere Gesellschaft bereichernd.

Der Prozess hat Ihnen einiges abverlangt. Sie haben viel Einsatz zeigen müssen. Und Sie haben es geschafft.

Ich beglückwünsche Sie deshalb heute persönlich und im Namen des Rates und der Mülheimer Bürgerschaft zur bestandenen Prüfung und der damit verbundenen Einbürgerung. Wir alle wünschen Ihnen und Ihren Familien, dass Sie sich in unserer Stadt gut beheimatet fühlen.

Sie alle, die Sie zum Teil schon lange EinwohnerInnen unserer Stadt waren, haben die Staatsbürgerschaft ihrer neuen Heimat angenommen. Sie kommen ursprünglich aus der Türkei, dem Irak, aus Kamerun, der Ukraine oder dem Kosovo. Jetzt sind Sie Deutsche in Mülheim – und Sie bringen alle ihre individuellen Erfahrungen und Ihr bisheriges Leben mit in unsere Gesellschaft ein.

Jede und jeder von Ihnen hat sehr persönliche Gründe für das Hier-Her-Kommen. Darunter werden schöne und schreckliche sein.

Diejenigen, deren Kommen ein Ausdruck von Verzweiflung war, sind für uns eine Bestätigung für unser demokratisches System. Denn offenbar gehören auch Sie zu den vielen Menschen, die Europa und Deutschland als Hort der Menschenrechte, der Rechtsstaatlichkeit und des Friedens ansehen. Letzte Woche erst hat das Deutsche Wirtschaftsforschungsinstitut eine entsprechende Studie vorgestellt, die diese These eindrucksvoll belegt.

Wir sind in Deutschland stolz auf unsere demokratische Grundordnung. Als demokratischer Staat zeichnet sich Deutschland durch eine unabhängige Justiz aus, durch Gewaltenteilung und die Gleichheit von Mann und Frau. Ich weiß, wie wichtig für die meisten von Ihnen gerade diese Grundwerte sind. - Und daran sollen alle Menschen, die hier leben, teilhaben. Darauf sollen Sie sich verlassen können. Wir werden jedenfalls alles in unserer Macht stehende tun, um unsere Grundwerte zu schützen!

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

StaatsbürgerInnen mit allen Rechten und Pflichten sind Sie bereits. Mit der Einbürgerung sind Sie also auch wahlberechtigt. Sie können nun mitbestimmen, wer in der Stadt und im Landtag, im deutschen Bundestag und im Europaparlament Ihre Interessen vertreten soll. Ich bitte Sie:

Nutzen Sie diese Chancen, und gehen Sie zu allen Wahlen oder machen Sie von der Briefwahl Gebrauch! Im nächsten Jahr haben Sie gleich zweimal die Gelegenheit dazu: im Frühjahr anlässlich der Landtags- und im Herbst bei der Bundestagswahl. Bestimmen Sie mit, wie das politische und soziale Leben in Deutschland künftig aussehen soll! Ihre Stimme ist gefragt.

Nach diesem moralischen Appell freue ich mich nun darauf, heute Abend mit Ihnen Menschen zu treffen, die ich – von wenigen Ausnahmen abgesehen - noch nicht aus unserer Stadtgesellschaft kenne. Ihre Geschichten, Hoffnungen und vielleicht auch ernüchternden Erfahrungen möchte ich erfahren, wenn wir gleich ins Gespräch kommen.

Doch nun hat zunächst Staatssekretär Klute das Wort. Dann werden wir beide gemeinsam die Urkunden verteilen und anschließend ein Gruppenfoto machen. Danach wünsche ich uns einen unterhaltsamen Abend.

Kontakt


Stand: 08.12.2016

[schließen]

Fehler melden

Sie haben einen Fehler gefunden? Bitte teilen Sie ihn uns mit. Ein Redakteur wird sich umgehend darum kümmern.

Ihre Nachricht

Sicherheitscode (Was ist das?)

 

Teilen | Drucken | PDF-Version | RSS-Feed | Fehler melden

Transparenter Pixel