25 Jahre Mülheimer Büromuseum
"Fahrstuhl hält im 19. Jahrhundert"
Erst nach 44 Sekunden erreicht der Aufzug im Rathausturm die 10. Etage. Wenn sich die Aufzugstüren öffnen, geben sie den Blick frei in eine Amtsstube aus dem 19. Jahrhundert, denn dort oben in 55 Metern Höhe befindet sich das erste Büromuseum Deutschlands.
Am 29. April 1977 wurde es der Öffentlichkeit vorgestellt. In den 25 Jahren hat man mehr als 130.000 Besucher gezählt.
Im Büromuseum fällt der Blick zuerst auf einen vollständigen Arbeitsplatz aus dem Jahre 1900. Ein Doppelschreibtisch mit Schubfächern auf jeder Seite zeigt, dass schon in früheren Zeiten rationalisiert wurde. Natürlich sind auch Tintenlöscher, Federhalter und ein Papierlocher vorhanden. Neben dem leichten modernen Locher wirkt der reich verzierte alte wie für die Ewigkeit gebaut. Das trifft auch auf die vielen Rechen- und Schreibmaschinen zu.
Das kleine Museum bietet u. a. eine Geldzählmaschine, zwei Stechuhren, ein Stehpult, eine Rechenwalze, eine Prägemaschine, alte Telefonapparate und eine Papierschneidemaschine von Anno dazumal. Im Büromuseum können auch Blindenschreibmaschinen, alte Holzschemel, Kopiergeräte, Vervielfältigungsmaschinen, Diktier- und Wiedergabegeräte der verschiedensten Entwicklungsstufen, alte Stempel, eine nostalgische Telefon-Vorzimmeranlage, ein alter Rechenschieber und Buchungsautomaten besichtigt werden.
Eine Schreibmaschine "Germania No. 5" mit Volltastatur für Groß- und Kleinbuchstaben wurde nach einem Herstellungsrecht der amerikanischen Jewett-Fabrik gebaut. Die deutsche Herstellerfirma importierte die fertigen Teile aus Amerika. Das Modell "Germania No. 5" kostete seinerzeit 450 Reichsmark.
Die Schreibmaschine "Adler" von 1884 war die erste bedeutende deutsche Maschine mit sofort sichtbarer Schrift; sie wurde in ganz Europa verkauft.
Ein Prunkstück des Mülheimer Büromuseums ist die 1890 von der Firma Schumann & Co. in Glashütte gebaute Handrechenmaschine "Saxonia". Viel bestaunt wird bei diesem aus Holz und Metall gebauten Handrechner die eingelassene Schiefertafel für Zwischenrechnungen. Die "Saxonia" ist ein Nachbau einer von dem Pariser Versicherungsdirektor Charles Xavier Thomas konstruierten Rechenmaschine, auf die 1820 ein Patent erteilt wurde.
Das Gästebuch des Museums weist u. a. Besucher aus Amerika, Kanada, Japan, Dänemark, Frankreich, Holland, Rumänien und allen Ländern der Bundesrepublik aus. Aber es sind nicht nur Namenszüge vorhanden. Die Besucher aus Kindergärten verewigten sich mit ihren Fingerabdrücken.
Büromuseum der Stadt Mülheim an der Ruhr im Rathausturm
45468 Mülheim an der Ruhr
Betreuung: Mitglieder der Initiative "Zwischen Arbeit und Ruhestand"
(ZWAR), Mülheim an der Ruhr
Öffnungszeiten:
Dienstag, Donnerstag: 14.00 bis 16.00 Uhr
Schulklassen und Gruppen nach Vereinbarung
Telefon (0208) 4 55 41 37
Eintritt:
1,00 € pro Person
0,50 € Schulklassen pro Person
Fotos: Walter Schernstein
Kontakt
Stand: 17.05.2002













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