28.3.2011 - Kein Fußbreit den Faschisten

Dies ist eine gemeinsame Pressemitteilung des Jugendstadtrates Mülheim an der Ruhr, der AGOT Mülheim, dem Stadtjugendring und dem Ring Politischer Jugend Mülheim.

 

Kein Fußbreit den Faschisten

Anlässlich der Gründung einer NPD-Ortsgruppe in Mülheim, erklären die AGOT (Arbeitsgemeinschaft der Offenen Jugendarbeit), der Jugendstadtrat, der Ring Politischer Jugend und der Stadtjugendring:

Nachdem sich am 20.2.2011 eine Ortsgruppe der NPD in Mülheim gegründet hat, wollen wir gemeinsam und öffentlich die NPD klar als das benennen, was sie ist: Eine rechtsextreme Partei! 

Wir gehen davon aus, dass auch ein neu gegründeter Kreisverband in Mülheim dem schwächsten Wert des NRW Landesverbandes (gemeinsam mit HH) bei den letzten Bundestagswahlen nicht viel entgegen zu setzen hat. Dennoch gilt es, sich der NPD öffentlich entgegen zu stellen. Denn rechtsextreme Propaganda, wie sie von der NPD betrieben wird, ist undemokratisch und menschenverachtend, und sie ist sehr gefährlich: So brachten etwa die Jungen Nationaldemokraten (JN) (die Jugendorganisation der NPD) 2008 Flugblätter gegen einen Mandatsträger der Stadt Mülheim in Umlauf und bedrohten ihn und seine Familie.

Auch der neue NPD-Ortsvorsitzende aus Mülheim ist kein Unbekannter, sprach er doch bereits Ende 2010 bei einer Kundgebung der NPD in Essen- Katernberg unter dem Motto "Nein zur Überfremdung unserer Schulen". So stehen neue Nazis mit einzelnen Inhalten in der "Mitte der Gesellschaft" und verankern sich dort "unmerklich".

Rechtsextremisten haben kein "geschlossenes Weltbild", sondern bündeln je nach Situation, Ort und Bevölkerung einzelne autoritäre, antisemitische, gewalttätige, xenophobe, asoziale und antidemokratische Aspekte.

Die neuen Nazis und der Rechtsextremismus sind nicht nur wegen ihrer Gewalttaten gefährlich, sondern vor allem wegen der sich verändernden Einstellung und Zustimmung in der Bevölkerung zu je einzelnen Inhalten, Aussagen und Vorgehensweisen.

Mit Überfremdung oder ähnlichen Themen knüpft die NPD dabei immer wieder an Ressentiments in der Bevölkerung an und wirbt besonders um junge Menschen.

"Besonders Jugendliche sind den Parolen und Lockversuchen solcher extremen Parteien oft ohne Schutz und Argumente ausgeliefert. Unser Appell an die Jugend: Bildet euch eure eigene Meinung und lasst sie euch nicht von Hassrednern und dergleichen vorschreiben!", so Frederik Heitmüller für den Mülheimer Jugendstadtrat.

Die Kampagne "wählnichtnpd" aus Sachsen-Anhalt, wo das Problem mit der NPD anlässlich der anstehenden Landtagswahl derzeit besondere Aktualität besitzt, schätzt den Umgang mit der NPD wie folgt ein: "Wenn die NPD einfache Lösungen für komplexe Probleme anbietet, sich als die 'einzig wählbare Alternative zum System der Etablierten' darstellt und dabei eine Ausgrenzungspolitik gegen alle betreibt, die ihrer Meinung nach nicht zum 'deutschen Volk' gehören, ist eine Auseinander-setzung mit deren neonazistischer Ideologie zwingend erforderlich." (www.waehlnichtnpd.de)

Das Problem "auszusitzen" oder ihm gar mit Nichtbeachtung zu begegnen, kann nur nach hinten losgehen, da die NPD ihren Zuspruch nicht erhält, weil sie ihren Rassismus so gut tarnen kann, sondern weil sie ihn offen nach Außen trägt. "Damit Rechte mit ihren Anwerbeversuchen keinen Erfolg erzielen, ist es eine große Aufgabe der Jugendarbeit, immer wieder für demokratische Werte und Vielfalt zu werben" so Torsten Schrodt (Stadtjugendring).

Die Mülheimer Jugendzentren und Jugendverbände beziehen mit ihren Aktionen Stellung, treten für die Gleichwertigkeit von Menschen ein und fördern mit Handeln und Gesprächen eine wirksame Anti-Rassismus-Arbeit. Die in 2010 begonnene Plakatkampagne "Mülheim hat keinen Platz für Rechtsextremismus" ist nur ein Teil dieser alltäglichen Auseinandersetzung mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Wir rufen alle dazu auf sich aktiv an jedem Ort, an dem uns Rassismus und Rechtsextremismus begegnet Courage zu zeigen und mit ernsthaften Gegenargumenten zu vermitteln, zu überzeugen und Vorbild zu sein für eine mutige Jugend. Gute Argumente gegen Rechtsextremismus und ein Wörterbuch zum Thema findet ihr u.a. unter www.sos-rassismus-nrw.de.

  

Kontaktdaten für Rückfragen

 

AGOT Mülheim an der Ruhr

Ansprechpartnerin: Silke Eichelbaum

Tel. 0208/45003 800

c/o Friedrich- Wennmann- Haus

Tinkrathstraße 68

45472 Mülheim an der Ruhr

s.eichelbaum@awo-mh.de

Stadtjugendring Mülheim an der Ruhr e. V.

Ansprechpartner: Friederike Pott /Torsten Schrodt

Tel. 0163/4125921

c/o Jugendhaus "Kolo"

Koloniestraße 41

45478 Mülheim

info@stadtjugendring-muelheim.de

 

 

Jugendstadtrat

Ansprechpartner: Frederik Heitmüller (Vorsitzender)

Tel. 01578/8618219

fheitmueller@gmx.de

Ring Politischer Jugend

Ansprechpartner: Sebastian Schlicht

c/o Bündnis 90 / Die Grüne

Bahnstraße 50

45468 Mülheim an der Ruhr

sebastian-schlicht@hotmail.com


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Stand: 05.04.2011

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