Archiv-Beitrag vom 03.06.200950.000 Euro Preisgeld für klimaschutzgerechten Umbau zum Technischen Rathaus

Die Stadt Mülheim an der Ruhr gehört zu den Siegern des Bundeswettbewerbs "Kommunaler Klimaschutz 2009", den das Bundesumweltministerium in Kooperation mit der "Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz" ausgeschrieben hatte. Die Auszeichnung erhielt die Stadt Mülheim für ihr "neues" Technisches Rathaus, mit dem sie unter Beweis gestellt hat, dass Hochhausbauten der 1960er und 1970er Jahre städtebaulich, ökologisch und ökonomisch einer angemessenen, nachhaltigen und langfristigen Nutzung zugeführt werden können. Bundeswettbewerb

Bundeswettbewerb "Kommunaler Klimaschutz 2009". Preisübergabe Staatssekretär (BMU) Matthias Machnig und Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld.

Fotos: Walter Schernstein

Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld nahm am 3. Juni den 1. Preis aus der Hand von Umweltstaatssekretär Matthias Machnig in Berlin entgegen. Laut Wettbewerbsregeln muss der Gewinner das Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro wieder in die Umsetzung von Klimaschutz-Vorhaben investieren. Erfreut über den Preis versicherte Mühlenfeld daher: "Wir werden aus dem Preisgeld einen Fördertopf bilden und 50 Mal 1.000 Euro für CO2-Minderungsmaßnahmen an Mülheimer Privatgebäuden bereitstellen, um alle Mülheimer Bürger an diesem Preis zu beteiligen sowie Anstoß für viele weitere Projekte zur CO2-Reduzierung zu geben."

Technisches Rathaus Mülheim an der Ruhr: Dezernat Umwelt, Planen und Bauen & Eigenbetrieb ImmobilienService

Foto: Walter Schernstein

Staatssekretär Matthias Machnig gratulierte Mülheim und den weiteren Preisträgern und unterstrich die große Bedeutung und Innovationskraft der Kommunen für einen wirkungsvollen Klimaschutz. Machnig: "Gerade in den Kommunen gibt es ein enormes Einsparpotenzial bei Energieverbrauch und CO2-Emissionen. Im Rahmen der Klimaschutzinitiative haben wir ein umfangreiches Förderpaket geschnürt, das kommunale Entscheidungsträger unterstützt, ihre Stadt oder ihren Landkreis klimafreundlicher zu gestalten."

Konferenz

Konferenz "Kommunaler Klimaschutz – Ideen, Impulse, Innovationen" des Bundesumweltministeriums (BMU). Podiumsgespräch Klimaschutz. Wirtschaftskrise. Konjunkturprogramme. Chancen und Risiken für die Kommunen. Von rechts: Staatssekretär (BMU) Matthias Machnig, Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld, Moderatorin Barbara Scherle (N24), Dr. Ralf Bleicher (Deutscher Landkreistag), Roland Schäfer (Bürgermeister Bergkamen).

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Rund 340 Tonnen CO2-Einsparung im Jahr im Vergleich zur Vornutzung

Seinen Anfang nahm das Projekt im Jahr 2000, als sich die Frage stellte, ob ein 20 Stockwerke aufragendes Hochhaus, das nur noch zu 46 Prozent belegt war, abgerissen werden sollte oder ob sich eine Umnutzung lohnen könnte. Umfangreiche Berechnungen führten dazu, sich für die Sanierung und Umnutzung zu entschließen. Heute arbeiten rund 420 Personen im Gebäude, die vorher an sieben verschiedenen Standorten tätig waren. Allein die mit dieser Konzentration erreichte Verkürzung der Postwege sowie Akten- und Personenkilometer führte zu einer Einsparung von schädlichen CO2-Emissionen. Darüber hinaus stehen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter elf Carsharing-Autos und acht Bikesharing-Fahrräder zur Verfügung.

Durch die baulichen Sanierungsmaßnahmen konnten gegenüber der vorherigen Nutzung als Wohngebäude rund 600 Megawattstunden Heizenergie eingespart werden, was allein rund 157 Tonnen CO2 pro Jahr entspricht. Zu diesen Maßnahmen zählten u. a. umfangreiche Wärmedämmungsmaßnahmen und der Einbau von Wärmeschutzverglasung. Wärme und Strom kommen aus einer hocheffizienten Erdgas Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage der städtischen Energiedienstleistungsgesellschaft, was im Vergleich zum Mix bundesdeutscher Kraftwerke weitere 152 Tonnen CO2 spart. Der Einbau von effizienter Beleuchtung mit präsenzabhängiger Beleuchtungssteuerung bei den Verkehrsflächen sowie die Installation einer Photovoltaikanlage mit einer Fläche von 250 Quadratmetern an der Südfassade des Technischen Rathauses mit einer Gesamtleistung von 32 Kilowatt-Peak runden das Gesamtkonzept ab.

Urkunde zum Wettbewerb Kommunaler Klimaschutz 2009
Beim Wettbewerb "Kommunaler Klimaschutz 2009" wurden insgesamt 221 Beiträge in drei unterschiedlichen Kategorien eingereicht. Die Stadt Mülheim hat sich mit dem Umbau eines Wohnblocks der 1960er Jahre zum Technischen Rathaus in der Kategorie "Innovative technische und/oder bauliche Maßnahmen in kommunalen Gebäuden und Einrichtungen, die z. B. besonders effektiv Energieeffizienz mit der Nutzung erneuerbarer Energien verbinden" beworben. In dieser Kategorie gab es 81 Bewerber.





Broschüre "Vom Wohnblock der 60er Jahre zum Technischen Rathaus" jetzt kostenlos erhältlich!


Broschüre Vom Wohnblock der 60er Jahre zum Technischen Rathaus jetzt kostenlos erhältlich!In diesem Zusammenhang ist jetzt eine Broschüre erschienen, die die Entwicklung "Von Wohnblock der 60er Jahre zum Technischen Rathaus" beschreibt. Autor Klaus Beisiegel ist dazu in die Geschichte der Neugestaltung des damaligen Hans-Böckler-Platz-Areals eingetaucht. Denn eine Kriegsbrache mit Behelfsparkplatz war Mitte der 60er Jahre Ausgangspunkt der Überlegungen für die Neugestaltung. Historische Fotos zeigen den Platz "Vorher und Nachher". Die 24-seitige farbige Broschüre ist in einer Auflage von 1.000 Exemplaren kostenlos in der Bürgeragentur auf der Schloßstraße, an der Info-Theke des Technischen Rathauses und im Verwaltungsgebäude Ruhrstraße 1 zu erhalten.

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Stand: 09.06.2009

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