50 Jahre Städtepartnerschaft mit Tours (Januar 2012)
Rede von Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld
zum 50. Jubiläum der Partnerschaft zwischen Mülheim und Tour
am Samstag, 21.01.12
Tours
***
Sehr geehrter Bürgermeister Jean Germain;
sehr geehrte stellvertretende Bürgermeisterin Arlette Bosch;
sehr geehrte Honorarkonsulin Eliane Lebret (von der Dt.-Fr. Gesellschaft);
meine lieben Tourainer FreundInnen,
wie schön, dass ich heute wieder einmal Gast in Tours sein kann! Und das zu einem so herausragenden Anlass:
50 Jahre Freundschaft zwischen unseren beiden Städte – das ist wirklich etwas Besonders. Es ist mir eine große Ehre, an dieser offiziellen Feierstunde in unserer französischen Partnerstadt teilnehmen zu dürfen. Vielen Dank für die Einladung!
Zu diesem Jubiläum, das unsere beiden Städte nun schon ein halbes Jahrhundert miteinander verbindet, überbringe ich Ihnen gerne die herzlichen Grüße des Rates und der Verwaltung der Stadt Mülheim an der Ruhr, unserer beiden Bürgermeister – und natürlich die Grüße der Mülheimer BürgerInnen.
Meine sehr geehrten Herren und Damen,
lebendige Städtepartnerschaften sind Charakteristika unserer jüngeren Geschichte. Wenige Jahre nach Ende des II. Weltkriegs nahm diese Frieden stiftende Entwicklung ihren Anfang. Und sie gewann seitdem immer mehr an Dynamik. Unsere beiden Städte haben die Chancen einer solchen Verschwisterung früh erkannt - und für sich genutzt. Als Charles de Gaulle und Konrad Adenauer am 22. Januar 1963 den Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit unterzeichneten, waren wir in Tours und Mülheim schon ein ganzes Stück weiter. Am 21. März 1962 bestätigte uns nämlich der frühere Bürgermeister von Tours, Jean Royer, dass seine Stadt den Mülheimer Antrag annehme, eine Städtepartnerschaft einzugehen.
Im September 1962 besuchte erstmals eine offizielle Delegation aus Tours die Stadt Mülheim an der Ruhr. Im Januar 1963, als der historische Freundschaftsvertrag unserer Nationen geschlossen wurde, waren wir also schon fast routiniert in Sachen Städtepartnerschaft und deutsch-französische Freundschaft.
Seitdem haben unzählige offizielle und inoffizielle Begegnungen stattgefunden. Ich nenne einige wenige herausragende Treffen:
- die deutsch-französische Woche zum 25-jährigen Bestehen 1987 in Mülheim an der Ruhr,
- die Ehrenringverleihung an Jean Royer 1973 und die Verleihung der Ehrenspangen an Jean Lenoble 1992 und Marcel Genest 1996,
- natürlich den Tournainer Pavillon und Garten auf dem Gelände der Mülheimer Landesgartenschau 1992, der uns ja bis heute erhalten geblieben ist und der für alle MülheimerInnen und unsere Gäste ein beliebter Treffpunkt ist.
Schulen, Gewerkschaften, Parteien, Sport- und Karnevalsvereine, Kleingärtner, Freimaurer, Chöre, Lions, Rotarier und viele interessierte BürgerInnen suchten und suchen seitdem den Kontakt zueinander. Und das Schöne: Die Intensität dieser Begegnungen geht weit über das touristische Interesse hinaus.
Es ist gerade diese Mischung aus offizieller Begegnung und persönlicher Beziehung, die diese Städtepartnerschaft prägt. Und die sie zu einem Beispiel dafür macht, wie BürgerInnen die Integration Europas auf lokaler Ebene gestalten und vorantreiben. Eine wichtige Aufgabe kommt dabei den beiden Fördervereinen zu. Allen, die sich in den vergangenen Jahrzehnten hier engagiert haben, gilt mein herzlicher Dank.
Die Verschwisterung zwischen unseren Städten hat sich in 50 Jahren zu einer echten Freundschaft entwickelt. Einer Freundschaft nicht nur zwischen Verwaltungen, sondern vor allem zwischen Bürgern und Bürgerinnen. Diese Freundschaft wird beständig gepflegt und ausgebaut,
denn sie ist "nicht nur ein köstliches Geschenk, sondern auch eine dauernde Aufgabe", wie der Musiker Ernst Zacharias einmal formuliert hat.
Meine sehr geehrten Herren und Damen,
heute bilden diese persönlichen Beziehungen zwischen unseren beiden Städten und zu all die anderen, die wir pflegen, die stabile Basis und Garantie für einen dauerhaften Frieden in Europa.
Wie wichtig diese Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich für unseren Kontinent ist, beweist sich gerade jetzt in der Finanz- und Wirtschaftskrise, in der unsere beiden Staaten in enger gemeinsamer Abstimmung für Europa nach Lösungen suchen.
Als der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy am 1. Mai 2008 die Laudatio zur Verleihung des Karlspreises an Bundeskanzlerin Angela Merkel hielt, sagte er: "Deutschland und Frankreich sind heute Freunde, Freunde für immer". Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass dieser Satz Bestand haben möge. Denn Frankreich und Deutschland tragen im Bewusstsein der gemeinsamen Geschichte große Verantwortung für Frieden, Freiheit und Wohlstand in Europa.
Ich wünsche allen, die auf nationaler und kommunaler Ebene die deutsch-französischen Beziehungen pflegen, sie fördern und ausbauen, weiterhin viel Freude an dieser Aufgabe und dass sie sich den immer neuen Herausforderungen mit innovativen, kreative Ideen, Verständnis, Mut und Neugierde stellen.
Uns allen wünsche ich mit den Worten Sarkozys, dass wir in einem friedlichen Europa "Freunde für immer" bleiben.
Herzlichen Dank!
Kontakt
Stand: 26.01.2012













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