Archiv-Beitrag vom 10.12.200860 Jahre Israel - Begegnungen in Mülheim

Aus Anlass des 60. Jahrestages der Staatsgründung Israels wurden im
Jahr 2008 in Deutschland zahlreiche Feste und Veranstaltungen organisiert. Innerhalb dieser Festlichkeiten setzt ein besonderes Begegnungsprogramm mit israelischen Schoa-Überlebenden einen starken erinnerungspolitischen Akzent.

Insgesamt 25 Schoa-Überlebende (Nizolei Schoa) werden bis Ende des Jahres 2008 in Begleitung eines Kindes oder Enkels zu mehrtägigen Besuchen an verschiedenen Orten in Deutschland eingeladen, um dort mit Jugendlichen, jungen Erwachsenen und engagierten Personen aus der historisch-politischen Bildungsarbeit zusammenzutreffen.

Die israelischen Gäste teilen mit ihren deutschen Gesprächspartnern ihre Erinnerungen an die Kindheit in Deutschland und die Zeit der nationalsozialistischen Verfolgungen und Vernichtungsaktionen. Sie beschreiben ihr Überleben und Weiterleben nach dem Krieg, erzählen vom Aufbau einer neuen Existenz in Israel und diskutieren aktuelle Themen.

Durch die Veranstaltungsreihe wird generationsübergreifend der Opfer von NS-Verbrechen gedacht und interkulturelles Lernen gefördert. Im Dialog mit den älteren Gästen und ihrem jüngeren Begleiter werden deutsch-jüdische Geschichte sowie deutsch-israelische Beziehungen persönlich und lebendig. Das Erleben von Verschiedenheiten, Gegensätzen und Gemeinsamkeiten im Umgang mit Erinnerungen, aktueller Geschichte und ihrer Tradierung "von Generation zu Generation" (LeDor Dor) soll zu weiteren Begegnungen mit Israel und dem Judentum motivieren. Das Programm trägt damit zum Aufbau und zur Vertiefung längerfristiger Beziehungen beider Länder bei.

 

Empfang Tava Cohen und Sarah Schwalbendorf aus Israel, Bürgermeisterin Renate aus der Beeek.08.12.2008Foto: Walter Schernstein

Empfang Tova Cohen und Sarah Schwalbendorf aus Israel, Bürgermeisterin Renate aus der Beek

ZEITZEUGEN UND GESPRÄCHSTEILNEHMER

Die israelischen Gäste stammen aus dem deutschsprachigen Raum in Europa oder sind aufgrund ihrer Verfolgung während des 2. Weltkriegs in Deutschland gewesen. Sie werden während der Reise von einem Familienangehörigen der "2. Generation" (Dor Scheni) oder "3. Generation" (Dor Schlischi) begleitet. Während des mehrtägigen Aufenthaltes in Deutschland sind zwei Zeitzeugengespräche geplant, in die auch die Begleitperson mit eingebunden werden soll. Während des Programms in Deutschland wird allen Gästen für die Dauer ihres Aufenthaltes eine thematisch und sprachlich qualifizierte Betreuungsperson an die Seite gestellt, die bereits Erfahrung in der Betreuung von Schoa-Überlebenden hat.

Projektpartner vor Ort sind der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste nahe stehende Institutionen, Verbände, Initiativen und Einzelpersonen der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit. Das Begegnungsprogramm soll in Zusammenarbeit mit Gedenkstätten, Schulen, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Pfarrgemeinden oder privaten wie öffentlichen Initiativen gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus verwirklicht werden. Aktion Sühnezeichen Friedensdienste verfügt über ein bundesweites Netz ehemaliger Freiwilliger in Israel und anderen Ländern, die ein starkes Interesse für derartige Begegnungsprogramme haben und ehrenamtlich für die Betreuung der Gäste zur Verfügung stehen.

VERANSTALTER

Das Begegnungsprogramm wurde gemeinsam von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. und dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung entwickelt. Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. koordiniert das Projekt. Den finanziellen Aufwand trägt die Bundesregierung.

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste ist ein gemeinnütziger eingetragener Verein, der sich seit 50 Jahren in der Versöhnungs- und Erinnerungsarbeit engagiert. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Organisation und pädagogischen Begleitung von kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigen Freiwilligendiensten im In- und Ausland. Derzeit ist Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. in 13 Ländern mit rund 190 Freiwilligen aktiv. In Israel arbeiten seit 1961 jährlich etwa 35 junge und ältere Menschen in Gedenkstätten, interkulturellen Verständigungsprojekten und Einrichtungen für Schoa-Überlebenden, Behinderte und Kinder.

 

Empfang durch Frau Bürgermeisterin Renate aus der Beek am 8.12.2008 um 14.00 Uhr im Rathaus

Gestern begrüßte Bürgermeisterin Renate aus der Beek Frau Tova Cohen (Dozentin am Ort Braude College Karmiel) und ihre Mutter Sara Schwalbendorf im Mülheimer Rathaus.

Die beiden Gäste aus Israel sind für eine Woche, im Rahmen des zuvor benannten Programms, zu Gast beim Berufskolleg Stadtmitte, welches schon seit vielen Jahren eine Schulpartnerschaft mit dem Ort Braude College Karmiel hat.

Zuvor fand in der Realschule Stadtmitte das erste Zeitzeugengespräch statt, das zweite findet heute im Berufskolleg Stadtmitte, im Rahmen des Religionsunterrichts der angehenden Erzieher/-innen statt.

 

Foto: Walter Schernstein

Kontakt


Stand: 11.12.2008

[schließen]

Fehler melden

Sie haben einen Fehler gefunden? Bitte teilen Sie ihn uns mit. Ein Redakteur wird sich umgehend darum kümmern.

Ihre Nachricht

Sicherheitscode (Was ist das?)

 

Teilen | Drucken | PDF-Version | RSS-Feed | Fehler melden

Transparenter Pixel