Ab kommenden Herbst: Gütezeichen "Mittelstandsorientierte Kommunalverwaltung"

Schon ab Herbst können Kommunen in Deutschland anhand eines Gütezeichens nachweisen, dass sie eine unternehmerfreundliche Verwaltung haben. Elf Kommunen aus ganz Deutschland, acht davon allein aus NRW, - darunter auch die Stadt Mülheim an der Ruhr - haben dazu heute (5.4.) die "Gütegemeinschaft Mittelstandsorientierte Kommunalverwaltung e.V." gegründet, die in Zukunft das RAL-Gütezeichen "Mittelstandsorientierte Kommunalverwaltung" verleihen soll.

Das Gütezeichen wird verliehen, wenn 13 Kriterien erfüllt sind, etwa die Vorgabe von festen Fristen und Zielwerten, z.B. bei der Zahlung von Rechnungen, der Bearbeitungs- und Informationsfristen bei Eingaben und Beschwerden. Gefordert wird aber auch die Schaffung von Verwaltungswegweisern und Lotsen für Existenzgründer. Es erfolgt alle zwei Jahre eine Zertifizierung anhand der Gütekriterien, die jeweils um eine Kundenzufriedenheitsanalyse aus der Sicht der mittelständischen Unternehmen zu ergänzen ist.

Grundlage der Zertifizierung sind die "Güte- und Prüfbestimmungen für mittelstandsorientierte Kommunalverwaltungen", die mit der RAL (Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V.) entworfen wurden. Die Zusammenarbeit mit RAL soll sicherstellen, dass das Gütezeichen auf hohem Niveau eine universelle Bedeutung in Deutschland erlangt. Bereits 20 weitere Kommunen planen der Gütegemeinschaft beizutreten.

Der Rat der Stadt Mülheim an der Ruhr hatte bereits im vergangenen Jahr die Kriterien des in der Diskussion befindlichen Gütezeichens als Arbeitsergebnis einer Arbeitsgruppe mit Vertretern der Mülheimer Wirtschaft, der Mülheim & Business GmbH und der Stadtverwaltung als freiwillige Selbstverpflichtung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Mülheim & Business GmbH beschlossen. Der Hauptausschuss hatte in seiner jüngsten Sitzung am vergangenen Donnerstag (30. März 2006) die Beteiligung der Stadt Mülheim an der Ruhr als Pilotkommune an dem Verein "Gütegemeinschaft mittelstandsorientierte Kommunalverwaltung e.V." einstimmig beschlossen.

Mülheim & Business GmbH Geschäftsführer Jürgen Schnitzmeier hat am heutigen Mittwoch die Vereinsgründung im Namen der Stadt Mülheim an der Ruhr in Düsseldorf unterzeichnet.

"Mit der nunmehr anstehenden Zertifizierung machen wir die Prüfkriterien und Serviceleistungen der Stadtverwaltung und der Wirtschaftsförderung verbindlicher und noch kundenorientierter für den Mittelstand in Mülheim ", freute sich Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld. "Der Mittelstand ist der Wachstums- und Arbeitsplatzmotor in Deutschland und auch in Mülheim, deshalb sind gute Rahmenbedingungen und Serviceleistungen ein wichtiger Standortfaktor", so Mülheim & Business GmbH Geschäftsführer Jürgen Schnitzmeier.

Das Land NRW hatte die Entwicklung des Gütezeichens angestoßen: "Wenn wir Mittelstandsorientierung in der Verwaltung Ernst nehmen, dann brauchen wir aus Sicht der Unternehmen und der Behörden klare Kriterien, die auch einer regelmäßigen Überprüfung unterliegen. Deshalb sind wir gern ´Geburtshelfer´ bei der Entwicklung dieser bundesweit getragenen Gütegemeinschaft und werden den Prozess auch weiterhin unterstützen", so das NRW-Wirtschaftsministerium. Das Gütezeichen werde zum Bürokratieabbau beitragen und könne von den Kommunen als Standortfaktor genutzt werden.

Große Erwartungen haben auch mittelständische Unternehmen an das Gütezeichen. So z.B. Jürgen Haupt (Leiter Service / Kundendienst bei der Firma Rolf Benz AG & Co. KG, Mitglied im Güteausschuss und seit 16 Jahren Leiter des RAL-Arbeitskreises-Polstermöbel in der DEUTSCHEN GÜTEGEMEINSCHAFT MÖBEL): "In den Unternehmen kennen wir Gütesicherung in Verbindung mit dem Gütezeichen seit über 40 Jahren. Wir freuen uns, dass die RAL-Gütesicherung nun auch in der Zusammenarbeit mit der Kommunalverwaltung Vertrauen, Sicherheit und Mehrwert durch bundesweite Maßstäbe für kurze Entscheidungswege, klare Regelungen, Schnelligkeit und Zuverlässigkeit schafft."

Gründungsmitglieder der Gütegemeinschaft sind die Städte Dortmund, Hamm, Hückeswagen, Mülheim an der Ruhr, Nagold und Sindelfingen (beide Baden- Württemberg) sowie die Landkreise Borken, Paderborn, Steinfurt, Rhein-Kreis Neuss, Unna und Dithmarschen (Schleswig-Holstein). Der Rhein-Kreis Neuss wird die ersten beiden Jahre den Vorsitz und die Geschäftsführung der Gütegemeinschaft übernehmen.

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Stand: 05.04.2006

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