Abwicklung von Schwertransporten künftig online

Die Stadt Mülheim an der Ruhr entwickelt eine neue, innovative eGovernment-Lösung und sorgt damit für die Beschleunigung eines oft genutzten Business-to-Government-Vorgangs zur Stärkung des Mittelstandes. Eine Projektförderung erfolgt aufgrund des hohen Innovationscharakters durch das Land NRW und die EU.
Natürlich sind nicht alle Schwertransporte so spektakulär wie der Transport eines französischen Concorde-Flugzeugs auf der Autobahn A6/A61 in das Technik-Museum in Sinsheim. Viele Schwertransporte sorgen aber für die eine oder andere Verkehrsbehinderung und auch in Mülheim kommt es immer wieder zu außergewöhnlichen Transporten, insbesondere der Firmen Mannesmann und KWU.
„Bevor aber ein Schwertransport überhaupt auf die Straße geht, muss der Spediteur eine Genehmigung bei der zuständigen Straßenverkehrsbehörde einholen“, weiß Günter Riedel, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes zu berichten. „Diese wiederum muss sich mit allen auf dem beantragten Weg liegenden Behörden abstimmen und prüfen, ob dem Schwertransport nicht Hindernisse wie Brücken oder die begrenzte Traglast einer Straße entgegen stehen.“
Bei dem Verfahren handelt es sich nicht nur für den Spediteur um ein lästiges, aber notwendiges Beantragungsverfahren, gerade innerhalb der Behörden entsteht ein hoher Abstimmungsaufwand – und das für jede Genehmigung.

Was also liegt näher, als den Genehmigungsprozess durch ein modernes Verfahren digitalisiert abzuwickeln und dadurch erheblich zu vereinfachen und zu verkürzen? Mit einer entsprechenden Konzeption hat sich die Stadt Mülheim an der Ruhr um eine Projektförderung des Landes Nordrhein-Westfalen sowie der Europäischen Union bemüht und sie nun auch erhalten.
„Mithilfe eines entsprechend innovativ programmierten und auf Open-Source basierenden Verfahrens kann ein Schwertransport künftig bei der ersten Antragsbehörde auf Wunsch vorzugsweise online gestellt und anschließend vollständig durchgebucht werden“, erläutert Albert Goralsky, Amtsleiter der Datenverarbeitung, das Konzept.
Allen beteiligten Behörden steht ein Zugang zum System über eine Schnittstelle zur Verfügung. Die Übertragung der Daten erfolgt gesichert und verschlüsselt über den Browser. Die Überprüfung einer Schwertransportstrecke kann am Bildschirm vorgenommen werden. Auf diese Weise erfolgen Anhörung und Rückmeldung der einzelnen beteiligten Stellen innerhalb des Systems Workflow.
Damit das System von Beginn an für eine Vereinfachung bei möglichst vielen Beteiligten sorgt, sucht die Stadt Mülheim an der Ruhr nun Projektpartner aus dem Bereich der Schwertransportspediteure und betroffenen Behörden im Land Nordrhein Westfalen.
Im Erfolgsfall ist eine Ausdehnung auf das Bundesgebiet natürlich vorgesehen.

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Stand: 25.08.2003

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