Archiv-Beitrag vom 16.11.2009Aktionstag: Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe

Stadthalle "leuchtet" gegen die Todesstrafe

Stadthallen-Führung Ein Blick hinter die Kulissen

Am 30. November 2009 findet auf Initiative der Gemeinschaft Sant'Egidio zum achten Mal ein internationaler Aktionstag gegen die Todesstrafe unter dem Motto:

"NO JUSTICE WITHOUT LIFE:

Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe"

statt.

Auf Beschluss des Ältestenrates beteiligt sich Mülheim an dieser Aktion mit einem "symbolischen Akt".

Über 1.000 Städte weltweit, darunter 55 Hauptstädte, beteiligen sich an der Aktion. In vielen Metropolen wird an diesem Tag ein charakteristisches Gebäude besonders beleuchtet, so etwa in Rom das Kolosseum, in Brüssel das Atomium, in Aachen das Ponttor, in Würzburg die Festung, in Berlin der Rathausturm oder in Nürnberg die Straße der Menschenrechte. Andere Städte führen besondere Aktionen durch, so wird in Leipzig 5 Minuten vor jeder vollen Stunde die Glocke im Carl-Goerdeler-Denkmal geläutet. In Mülheim wird an diesem Tag die beleuchtete Stadthalle "Botschafter gegen die Todesstrafe" sein. Mit Einbruch der Dunkelheit werden alle Bereiche, die nach außen sichtbar sind, beleuchtet.

"Mit dieser öffentlichen Geste wollen wir uns den Organisatoren mit ihrem Protest gegen die Unmenschlichkeit der Todesstrafe anschließen," erläutert Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld.

In Deutschland ist die Zahl der Städte, die sich an diesem Aktionstag beteiligen auf 115 angestiegen, darunter Berlin, Hannover, Köln, Stuttgart, Bonn, Mönchengladbach, Schwerin, Bremen, Weimar. 

Hintergrund-Informationen

In den Jahren 2007 und 2008 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen mit großer Mehrheit zwei Resolutionen für ein universales Moratorium der Todesstrafe verabschiedet. Diese wichtige Resolution bestätigt eine weltweite Tendenz zu einer größeren Achtung der Menschenrechte. Auch die Kommission für die Menschenrechte der Afrikanischen Union hat Anfang Dezember vergangenen Jahres eine Resolution verabschiedet, die alle Staaten Afrikas auffordert ein Moratorium der Todesstrafe einzuhalten. Damit sandte sie ein deutliches Signal an die internationale Gemeinschaft, das von der UNO verabschiedete Moratorium unterstützen zu wollen. Auch die Bischofssynode der Katholischen Kirche für Afrika hat sich vor wenigen Wochen diesen Appell zueigen gemacht und fordert zur Abschaffung der Todesstrafe auf.

Diese Kampagne hat in den vergangenen Monaten bedeutende Fortschritte erzielt. Wichtig ist vor allen Dingen die Abschaffung der Todesstrafe im US-Staat New Mexiko im März 2009, außerdem haben in diesem Jahr Kirgisien und Togo die Todesstrafe endgültig abgeschafft, in Kasachstan wurde sie in Friedenszeiten abschafft, in Kenia wurden im August 2009 alle Todesurteile in lebenslängliche Haft umgewandelt.

Mittlerweile wenden 139 Staaten der Erde die Todesstrafe nicht mehr an und nur eine Minderheit von 58 Staaten übt diese Praxis noch aus. In den vergangenen 11 Jahren, seit die Gemeinschaft Sant'Egidio eine besondere Kampagne mit einem Appell für ein weltweites Moratorium initiiert hat, hat sich das Zahlenverhältnis zwischen den Ländern mit und ohne Todesstrafe deutlich verändert. Es zeigt sich global immer eindeutiger eine Tendenz zur Abschaffung.

Die Gemeinschaft Sant'Egidio ist eine christliche Laienbewegung mit über 50.000 Mitgliedern in 70 Ländern der Welt, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzt. Sie engagiert sich unter Beteiligung zahlreicher Organisationen im Kampf gegen die Todesstrafe und hat die Aktion "Cities for life – Städte für das Leben" gegründet. Der 30. November wurde für den Aktionstag gewählt, weil an diesem Tag im Jahr 1786 das Großherzogtum Toskana als erster Staat der Welt Folter und Todesstrafe für abgeschafft erklärte.

Für die 1998 initiierte Unterschriftenkampagne für ein Moratorium der Todesstrafe hat die Gemeinschaft Sant'Egidio über 5,4 Millionen Unterschriften gesammelt, die am 2. November 2007 dem Präsidenten der UNO-Vollversammlung, Srgiam Kerim, übergeben wurden. Außerdem pflegt sie weltweit Hunderte von persönlichen Brieffreundschaften mit Todeskandidaten und unterstützt viele im persönlichen Einsatz.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.santegidio.org

Kontakt


Stand: 01.12.2009

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