Aktuelle Maßnahmen

Studenten des Kunsthistorischen Institutes der Kölner Universität – Abteilung Architekturgeschichte – beschäftigen sich eingehend mit dem maroden BauwerkStudenten des Kunsthistorischen Institutes der Kölner Universität – Abteilung Architekturgeschichte – beschäftigten sich im August 2011 eingehend mit dem maroden Bauwerk. An drei Partien der mächtigen, Jahrhunderte alten Mauer wurden Voruntersuchungen zur Sanierung vorgenommen, für die eine Gruppe von Studenten unter fachlicher Anleitung gut drei Wochen lang vor Ort gearbeitet hat.
"Solche wissenschaftlich begleiteten, bestandsanalytischen Untersuchungen sind bei einem Denkmal dieser Größenordnung unverzichtbar, um darauf basierend die Ausführung der Sanierungsarbeiten planen zu können",
erklärte Dr. Ägidius Strack.

Zehn bis zwölf Studenten des Kunsthistorischen Institutes führten eine Feldforschung mit Materialbestimmung, bauhistorischer Zuordnung und Schadenserfassung durch. Die Universität arbeitete dabei mit dem Kölner Büro für bauhistorische Untersuchungen "Forschung am Bau GbR" unter Leitung von Dr. Sabine Lepsky zusammen. Nach den Untersuchungen vor Ort wurden eine Dokumentation sowie ein Befundbericht erstellt. Zu diesem Fachbereich der Kölner Universität gab es übrigens bereits eine Verbindung: Prof. Dr. Günther Binding, der vor über vier Jahrzehnten die Ausgrabungen am Schloß leitete, ist der Vorgänger von Prof. Dr. Norbert Nußbaum, dessen Studenten die Mauer inspizierten.

Jahrhunderte lang hatte die einstige Burg Angriffen gegnerischer Truppen getrotzt und unzählige Um- und Anbauten überstanden"Von der Kooperation mit der Universität versprechen wir uns wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse bei dennoch überschaubaren Kosten für die MST GmbH"; erklärte Prokuristin Heike Blaeser-Metzger: "Auch die Messbilder des LVR-Amtes für Denkmalpflege, die als Grundlage für die Untersuchungen dienten, sind ein gutes Beispiel für die Unterstützung der überörtlichen Behörden bei dieser Mammut-Aufgabe. Es herrschte uneingeschränkte Einigkeit bezüglich der Notwendigkeit der Maßnahmen, schließlich handelte es sich bei Schloß Broich um die älteste Anlage aus spätkarolingischer Zeit nördlich der Alpen. Da aber sowohl bei der Stadt Mülheim an der Ruhr und der MST GmbH als auch beim Land Nordrhein-Westfalen die finanziellen Ressourcen äußerst knapp bemessen sind, sind wir sehr dankbar für die gute fachliche Zusammenarbeit, die uns Kosten sparen hilft!"

Bis zum Beginn der eigentlichen Sanierung wird vermutlich noch mindestens ein Jahr ins Land gehen: Bei einem Gespräch im Bauministerium unter Beteiligung der Bezirksregierung wurde Ende Juli vereinbart, Fördermittel zur Sanierung der Schlossmauer und -fassade im Rahmen des Integrierten Innenstadtkonzeptes, innerhalb dessen Bereichsgrenzen das Schloß liegt, zu beantragen.
"Da auch der Landesetat nur begrenzte Spielräume aufweist, verspricht dies die aussichtsreichste Förderkulisse zu eröffnen", erklärt Heike Blaeser-Metzger. Vor Antragstellung sind zu diesem Konzept noch umfassende politische Beschlüsse zu fassen und Kostenaufstellungen einzureichen, daher wird ein gemeinsamer Förderantrag erst im nächsten Jahr eingereicht werden können. Echte Alternativen gibt es nicht: Die Fördermöglichkeiten aus dem Bereich des Denkmalschutzes sind landesweit äußerst knapp bemessen und würden selbst über etliche Jahre gestreckt nicht ausreichen.

Durch die Notsicherung der einsturzgefährdeten Bereiche bedeutet eine solche Verzögerung der Maßnahmen keine Gefahr für die Mauer. Ebenso wie die Sanierung des Torbogens wurde die Notsicherung mit Landesmitteln gefördert.

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Stand: 26.01.2012

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