Archiv-Beitrag vom 19.08.2013Altlastensanierung und Renaturierung des Bühlsbachs

Fast schon idyllisch fließt ein kleiner Bach durch die Grünflächen zwischen dem Nachbarsweg und der Langenfeldstraße. Es ist der Bühlsbach, der sich hier durch Wiesen, Wäldchen und private Gärten schlängelt. In einem Abschnitt mit teilweise noch offenen Bodenflächen und jungen Gehölzen wird jedoch deutlich, dass dies nicht immer so war.

Zwischen 1910 und 1994 produzierte eine ehemalige Lederfabrik und Gerberei am Nachbarsweg. Auf dem rund 2.500 m² großen Betriebsgelände im Hinterland der Wohnbebauung wurden vornehmlich Lederhandschuhe hergestellt. Nach Stilllegung des Betriebes blieben zunehmend stark verfallende Gebäude, bauliche Anlagen wie Gruben, Brunnen und Tanks, ein naturfremder Gewässerabschnitt des Bühlsbachs sowie eine Fläche mit Lederabfällen und Reststoffen aus dem Gerbprozess zurück. Die Folge waren teilweise sehr hohe Belastungen von Boden, Bachsediment und Grundwasser mit Schwermetallen, insbesondere Chrom, Mineralölen und weiteren Schadstoffen.

Für den Menschen bestand in dieser Situation bei einer Folgenutzung als öffentliche Grünfläche ein Gesundheitsrisiko durch den Kontakt mit den belasteten Böden. Anwohner im Umfeld des Grundstücks mussten bei weiterem Zerfall der Gebäuderuinen mit der Inhalation verunreinigter Stäube oder auch der Förderung belasteten Grundwassers rechnen. Die Stadt Mülheim sah somit die Notwendigkeit, mit Unterstützung der Bezirksregierung Maßnahmen zur Gefahrenabwehr durchzuführen.

Altlastensanierung und Renaturierung des Bühlsbachs: Ausgangszustand nach Rodung der Gehölze

Ausgangszustand nach Rodung der Gehölze. (Foto: Amt für Umweltschutz)

Im Dezember letzten Jahres rückte daher der Bagger an, um die gefährdenden Gebäudeteile fachgerecht zurückzubauen und den belasteten Boden abzutragen. Insgesamt wurden rund 800 Tonnen Bauschutt und 1.260 Tonnen Boden sowie verschiedene Sonderabfälle abgefahren und entsprechend den Schadstoffbelastungen fachgerecht entsorgt. Auch die schwermetallhaltigen Sedimente des Bühlsbachs und die Bachverrohrungen wurden entfernt.

Die Rekultivierung der Flächen musste neben der Topographie insbesondere Vorgaben des Landschaftsschutzes, das Gelände liegt teilweise im Landschaftsschutzgebiet, und bei der Bachrenaturierung Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie berücksichtigen. Entstanden ist eine zu den privaten Gärten abgepflanzte öffentliche Grünfläche, auf der sich der Bühlsbach wieder frei entwickeln kann - eine gelungene Zusammenarbeit von verschiedenen Stellen der Verwaltung freuen sich die stellvertretende Leiterin des Umweltamtes Gabriele Wegner und der Leiter der Unteren Bodenschutzbehörde Frank Nadermann. Gabriele Wegner dankt insbesondere Kai Gundlach von der Unteren Bodenschutzbehörde, der drei Baustellen - Gebäudeabriss durch die Bezirksregierung, Altlastensanierung durch die Bodenschutzbehörde und Gewässerrenaturierung nach Vorgaben des Umweltamtes - in einer Baumaßnahme verantwortlich zusammengeführt hat.

Die Fläche befindet sich mittlerweile im Eigentum der Stadt Mülheim. Das Land Nordrhein-Westfalen übernahm aus Eigenmitteln und Förderprogrammen den weitaus größten Teil der Gesamtkosten in Höhe von rund 264.000 Euro; Bei der Stadt verblieb lediglich ein Kostenanteil von rund 21.000 Euro.
So kann er nun fließen, der Bühlsbach, durch Wiesen, Wäldchen und eine neue Aue.

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Stand: 27.08.2013

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