Amtsapothekerin warnt: Gefälschtes Anti-Baby-Mittel im Umlauf

Mülheims Amtsapothekerin Dr. Sigrun auf dem Keller warnt vor gefälschten und wirkungslosen Pflastern, die per Internet zur Empfängnisverhütung verkauft werden. "Bei diesen Pflastern handelt es sich um Fälschungen des Präparates "Ortho Evra transdermal patches" der amerikanischen Firma Ortho-McNeil Pharmaceutical, Inc., einem Tochterunternehmen der Firma Johnson und Johnson. Es wurde auf der Internet Website www.rxpharmacy.ws angeboten, einer Seite, die derzeit aber nicht erreichbar ist." Anwenderinnen, die dieses Präparat benutzt haben, sollten sich umgehend mit ihrem Frauenarzt in Verbindung setzen.

Die amerikanische Arzneimittelzulassungs- und überwachungsbehörde FDA hat am 4. Februar die Öffentlichkeit vor dieser Fälschung gewarnt (http://www.fda.gov/bbs/topics/NEWS/2004/NEW01017.html). Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch deutsche Verbraucher das gefälschte Produkt von dem illegalen Anbieter per Internet bezogen haben. "Dies ist wieder ein besonders krasser Fall, der uns vor Augen führt, wie riskant der unbekümmerte Bezug von Arzneimitteln per Internet sein kann," so Dr. auf dem Keller aus dem Mülheimer Gesundheitsamt. Zwar ist auch in Deutschland seit Januar 2004 der Bezug von Arzneimitteln per Internet erlaubt, doch sollten die Verbraucher unbedingt darauf achten, dass es sich um behördlich anerkannte Internetquellen handelt. Die Amtsapothekerin: "Die zuständigen deutschen Überwachungsbehörden - in Nordrhein-Westfalen sind das die Amtsapothekerinnen und Amtsapotheker - erteilen auf Antrag die Erlaubnis zum Versand von Arzneimitteln. Anbieter dürfen aber nur Apotheken mit behördlicher Erlaubnis sein, die zudem besondere Qualitätskriterien einhalten müssen."
Inzwischen sind die amerikanischen Untersuchungsbehörden den kriminellen Machenschaften auf der Spur. Der entsprechende amerikanische Provider wurde nach Intervention der Behörden inzwischen aktiv, so dass die fragliche Internet-Seite nicht mehr erreichbar ist. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass der Anbieter unter einer neuen Adresse und/oder mit einer anderen Fälschung erneut ahnungslose Verbraucher zum Kauf gefälschter Ware verleitet.
Sigrun auf dem Keller: "Internet-Angebote sind schwer kontrollierbar. Umso wichtiger ist es, dass Verbraucher, die das Internet nutzen möchten, vorsichtig sind. Im übrigen sollte sich jeder genau überlegen, ob das persönliche Gespräch in der Apotheke statt des Bezugs per Versand nicht die bessere und vor allem sicherere Alternative für die Gesundheit ist."


Dr. Sigrun auf dem Keller:
Diensthandy 0151-1210 7669

Kontakt


Stand: 05.02.2004

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