Ausbildungs-Offensive der WAZ+ Partner wird fortgesetzt
Der Startschuss für die Kampagne fiel am 13. April 2005 im Haus der Wirtschaft - mit zwei prominenten neuen Akteuren: Weihbischof Franz Grave und Superintendent Helmut Hitzbleck.

(Foto: Walter Schernstein)
Die Spitzenvertreter der beiden christlichen Kirchen wollen in den nächsten Wochen gemeinsam mit Oberbürger-meisterin Dagmar Mühlenfeld, Unternehmerverbandschef Heinz Lison, IHK-Präsident Dirk Grünewald sowie den Wirtschaftsförderern, der Kreishandwerkerschaft, der Agentur für Arbeit, der Job Service GmbH und dem Einzel-handelsverband Klinken putzen, um in der Mülheimer Wirtschaft zusätzliche Ausbildungsplätze loszueisen.
Das scheint bitter nötig: 782 Stellenangebote lagen der Agentur für Arbeit im März vor, 18 weniger als im Vorjahr. Um sie rissen sich 1129 Bewerber, 573 Mülheimer Jugendliche waren noch nicht vermittelt. Mittlerweile hat Paul-Gerhard Schewe, der Ausbildungschef in der Agentur für Arbeit, gerade einmal 250 offene Plätze, aber doppelt so viele Interessenten in der Kartei. "Wir dürfen die jungen Leute nach der Schule nicht direkt in ihre erste Lebenskrise stürzen", erklärte Grave, der im Rahmen der Offensive behilflich sein will, den Jugendlichen den Weg in die Gesellschaft zu ebnen. "Das schulden wir ihnen", so Grave. "Wir müssen betteln gehen und zeigen, dass wir junge Menschen nicht ausschließen", appellierte Superintendent Hitzbleck. Wie schon in den beiden letzten Jahren will es die Ausbildungs-Offensive nicht bei Appellen belassen, sondern mit konkreten Taten und Aktionen für mehr Lehrstellen werben. "Ich werde mich aktiv einbringen, in persönlichen Gesprächen mit Unternehmern versuchen zu überzeugen und Klinken putzen", kündigte Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld an. Sie und Unternehmerverbandspräsident Heinz Lison zeigten sich bei der Auftaktveranstaltung gestern im Haus der Wirtschaft befriedigt, dass erstmals auch die katholische und die evangelische Kirche Partner der Mülheimer Ausbildungs-Offensive geworden sind. "Gemeinsam beweisen wir, dass wir uns für die jungen Leute verantwortlich fühlen. Mit unserem persönlichen Einsatz setzen wir ein Zeichen", sagte Lison und versprach, dass die Mülheimer Wirtschaft "ein gleichbleibendes oder besser noch wachsendes Ausbildungsangebot" zur Verfügung stellt. Darum gelte es jetzt zu kämpfen. Der Präsident: "Den Firmen geht es nicht so gut, dass sie mit Lehrstellen großzügig umgehen." Dirk Grünewald, Präsident der Industrie- und Handelskammer Essen, Oberhausen und Mülheim, plädierte dafür, die Ausbildungs-Offensive regional auszudehnen, forderte aber auch Tribut von den Jugendlichen: "Es gibt nicht nur eine Bringschuld der Wirtschaft, sondern auch eine Abholverpflichtung bei den Bewerbern. Ihre Ernsthaftigkeit ist nicht immer gegeben." Text: Frank Messing, WAZ
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Stand: 14.04.2005














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