Ausstellung im Museum Alte Post:Hiroko Inoue & Annette Wimmershoff

Die Doppel-Einzelausstellungen der beiden Künstlerinnen Hiroko Inoue und Annette Wimmershoff steht unter einem besonderen Zeichen.

Die Japanerin Hiroko Inoue, die über einen längeren Zeitraum als Gastkünstlerin der Stadt Düsseldorf in Deutschland gearbeitet hat und hier ihr Werk in besonderer Weise entwickelte, stellt sich in einen Dialog mit der Düsseldorfer Künstlerin Annette Wimmershoff, die wiederum über einen längeren Zeitraum und mehrere Aufenthalte in Japan gearbeitet hat. Beide Künstlerinnen setzen ihre „Weltsicht“ in Beziehung zur vorgefundenen neuen Kulturtradition und entwickeln eine Sprache der Universalität, die sich zum einen auf das fremde Gastland bezieht, zum anderen jedoch auch die eigenen Positionen immer wieder offen legt.
Will man in der Ausstellung als Betrachter die Positionen festlegen, das heißt, welche Position aus Japan stammt und welche aus Deutschland, so mag man auf den ersten Blick irritiert sein. Die japanische Künstlerin arbeitet mit fotografischen Mitteln und inszeniert hier im Kunstmuseum in der Alten Post eine große Installation mit dem Titel „What wilt thou – Meditation“, die in zwanzig Fotoporträts Bilder von Kindern aus der ganzen Welt einfängt, die in scheinbar gleicher Haltung mit halb geschlossenen Augen über die Welt und über ihre Existenz meditieren. Abgehängt von der Decke in einem Kreis sind diese Bilder gleichzeitig transparent und stofflich.


Die Düsseldorfer Künstlerin Annette Wimmershoff wiederum arbeitet mit Papier, einem Medium, das gerade in der japanischen Kultur verhaftet ist. Dies tut sie jedoch seit den Anfängen ihrer künstlerischen Arbeit. Sie beschäftigt sich in ihrem Werk seit vielen Jahren mit der Ertastung von Gegenständlichkeit, die sie vorfindet und die sie durch Zeichnungen, Objekte und graphische Gestaltungen immer mehr entschlüsselt und gleichzeitig verabstrahiert. In den Arbeiten, die sie im Kunstmuseum in der Alten Post zeigt, beschäftigt sie sich mit zwei Gegenständen der japanischen Kultur; zum einen dem Cha-Sen, dem Teebesen der Teezeremonie in Japan, zum anderen mit dem Unagitarekake, einem – ganz banal ausgedrückt – Gemüselöffel der japanischen Küche. Beide Objekte finden sich in einer ständigen Form der Verfremdung und Adaption und entwickeln scheinbar individuelle Selbständigkeit.

Fotos:Walter Schernstein


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Stand: 11.07.2003

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