Ausstellung "Regina Sell – Malerei" in der Alten Post

Foto: Walter Schernstein
Regina Sell ist eine Künstlerin, die in ihrer Malerei die Farbe in ihren unterschiedlichen Bedeutungsebenen als Synonym für Emotionen, Atmosphären und Befindlichkeiten einsetzt. Dabei ist die Farbe in ihren Arbeiten vor allem auch Material und Stoff einer haptischen wie optischen Erfahrung. Sowohl bei den Papierarbeiten wie auch bei den Arbeiten auf Leinwand gelingt es Regina Sell, der Bildoberfläche eine Charakteristik zu geben, die eine eigene Stofflichkeit und damit eine eigene Persönlichkeit entwickelt. Die Farbigkeiten, die sie dabei verwendet, variieren von starken Kontrasten bis hin zu tonigen Atmosphären, die einen Raum skizzieren, der seine besonderen Qualitäten gerade auch aus der fast greifbaren Plastizität des Farbauftrages gewinnt. Die Schichten, mit denen Regina Sell die Farbe auf den Bildgrund setzt, wirken weniger gebaut oder konstruiert als vielmehr gewachsen und organisch entstanden. Diese besondere Verknüpfung zwischen naturhaften wie zwangsläufig gegebenen Strukturen und der gestaltend eingreifenden künstlerischen Setzung zeichnet vor allen Dingen ihre Arbeit der letzen Jahre aus.
Neben der malerischen Auseinandersetzung mit Farbe und Pigment ist in den Werken von Regina Sell jedoch immer wieder auch die zeichnerische Geste spürbar, die ihr Werk von Anbeginn an begleitet hat. Manchmal nur noch als rudimentäre Spur in der Struktur der Oberfläche erfahrbar, manchmal noch als deutliche Setzung ins Bild gebracht, vermittelt die zeichnerische Geste jenen Grad an Bewegung und Behauptung, der die künstlerische Arbeit dieser Malerin charakterisiert. Dabei treten in den jüngsten Werken jene zeichenhaften Spuren in einen irritierenden Kontrast zu den zentral gesetzten "Lichtlöchern", die einige der jüngsten Arbeiten beherrschen. In diesen "Lichtlöchern" verdichtet sich Helligkeit oder Dunkelheit zu einer intensiven Raumkonzentrierung, die sowohl an ein inneres Bildlicht gemahnen wie sie auch in den dunklen Varianten gleichsam alles Licht verschluckt zu haben scheinen und in eine Tiefe der Betrachtung einladen, die immer wieder von der Taktilität der Oberfläche begleitet wird.
In den Bildern von Regina Sell wächst Farbmaterie zur Form zusammen und schafft lichtverdichtete Strukturen, die immer auch mit den Bedingungen der Malerei selbst einhergehen. Jene Freiheit, die die Künstlerin dabei dem Farbpigment in ihrer Malerei einräumt, gibt sie auch dem Betrachter, der gleichsam in den so erwachsenen Farblandschaften visionär spazieren gehen kann.
Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, dem 23. Mai, um 12.00 Uhr.
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Stand: 21.05.2004













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