Aktuell

 


Plakat zur Ausstellung: Pablo Picasso - Die Suite VollardMeisterwerke der Druckgrafik:

Pablo Picasso – Die Suite Vollard
aus der Sammlung des Kunstmuseums

Picasso – Zwischen Atelier und Politik
im Grafikraum des Kunstmuseums

15. März bis 28. Juni 2015

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Picassos berühmte „Suite Vollard“ – eine Folge von einhundert Radierungen. Dank des Mäzenatentums der ehemaligen Thyssen-Röhrenwerke AG fand diese Folge 1965 Eingang in die Sammlung des Kunstmuseums. Die letzten drei Blätter, das Portrait Vollards darstellend, stiftete der Förderkreis dem Kunstmuseum.

Die „Suite Vollard“ entstand auf Anregung des Verlegers und Kunsthändlers Ambroise Vollard. Im Zeitraum von 1930 bis 1937 gestaltete Picasso auf Schloss Boisgeloup und in seinem Pariser Atelier einhundert Druckplatten, die in der Werkstatt von Roger Lacourière in zwei unterschiedlichen Formaten gedruckt wurden. Die „Suite Vollard“ bildete den krönenden Abschluss der viele Jahre währenden Zusammenarbeit mit Vollard, der 1939 bei einem Autounfall verstarb. Die Auseinandersetzung mit seinem künstlerischen Vorbild Rembrandt, das Verhältnis von Künstler und Modell, das Atelier des Bildhauers, der Geschlechterkampf zwischen Mann und Frau sind wiederkehrende Motive dieser Folge. Eine besondere Rolle nimmt der Minotaurus ein, jenes aus der Mythologie bekannte Mischwesen zwischen Mensch und Tier. Mit der Kaltnadel, dem Grabstichel und erstmals in der Technik der Aquatinta variiert Picasso diese Themen in vielfältiger Weise. Vielfach konzentriert auf die Umrisslinie, zeigen die Tiefdruckgrafiken Picassos meisterliche Fähigkeit zur Abstraktion und Reduktion bei gleichzeitiger Gegenständlichkeit.

Picassos Hinwendung zu einem linearen Stil und einer klassizistischen Formensprache zeigt sich auch in der zuvor, 1927 entstandenen Radierfolge zu Honoré de Balzacs „Das unbekannte Meisterwerk“, die 1931 von Ambroise Vollard als Künstlerbuch herausgegeben wurde. Picasso gibt in seinen Illustrationen nicht den Verlauf der Novelle wieder, sondern richtet seinen Fokus auf den kreativen Schaffensprozess im Atelier des Malers und dessen Suche nach der idealen Ausdrucksform. Ergänzend zur „Suite Vollard“ wird diese 13-teilige Serie im Grafikraum des Kunstmuseums präsentiert.

Die weltpolitischen Ereignisse im Europa der Diktaturen überschatteten die Arbeit an der „Suite Vollard“ zum Ende hin. So musste Picasso in Paris erleben, wie der spanische Faschismus unter der Führung von General Franco an Macht und Einfluss gewann.

In unmittelbarer Reaktion auf das zerstörerische Gebaren des neuen Machthabers schuf er 1937 die Radierungen seiner Serie „Traum und Lüge Francos“. Stier und Stierkampfmotiv erfahren eine politisch gefärbte, allegorische Umdeutung und verweisen bereits auf Picassos Gemälde „Guernica“ von 1937. Als Mahnmal gegen Krieg, Tod und Zerstörung ist es nach der Bombardierung und Zerstörung der gleichnamigen baskischen Stadt durch die deutsche Legion Condor und italienische Streitkräfte entstanden.

Zunächst als Aufruf zum Widerstand im Postkartenformat gedacht, wurden die Blätter „Traum und Lüge Francos I und II“ nach ihrer Fertigstellung zusammen mit einem Spottgedicht Picassos als Mappe herausgegeben. Nur wenige der Druckbögen wurden zerschnitten und somit als Postkarten versandt.

Mit dieser Leihgabe aus der Sammlung Fetzer, die im Kunstmuseum Heidenheim beheimatet ist, wendet sich die Ausstellung im Grafikraum des Kunstmuseums der politischen Seite des Künstlers zu.

BEGLEITVERANSTALTUNGEN

Öffentliche Führungen
Sonntag, 15. März 2015, 11.30 Uhr | mit Manuel Hase
Sonntag, 22. März 2015, 11.30 Uhr | mit Museumsleiterin Dr. Beate Reese
Ostermontag, 6. April 2015, 11.30 Uhr | mit Judith Brinkmann
Sonntag, 19. April 2015, 11.30 Uhr | mit Jannine Koch
Sonntag, 10. Mai 2015, 11.30 Uhr | mit Judith Brinkmann
Pfingstmontag, 25. Mai 2015, 11.30 Uhr | mit Jannine Koch
Sonntag, 7. Juni 2015, 15.00 Uhr | mit Anja Bauer M. A.
Sonntag, 14. Juni 2015, 11.30 Uhr | mit Jannine Koch
Sonntag, 28. Juni 2015, 11.30 Uhr | mit Manuel Hase

Für Besucher von auswärts bietet das Best Western Hotel im FORUM ein besonderes Übernachtungsangebot an. Nähere Information hierzu erhalten Sie über die Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH (MST): Telefon 0208 / 960 96 42

 


Workshop im Kunstmuseum für Kinder. Neue Angebote in den Osterferien.OSTERFERIENPROGRAMM des Mülheimer Kunstvereins im Kunstmuseum

Leitung: Barbara Thönnes M. A.
Anmeldung an der Museumskasse, Telefon: 0208/455-4138

Dienstag, 31. März 2015, 12 bis 16 Uhr: Ein Tag mit Picasso: Bildhauerei
für Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren

Viele Werke in der Grafikserie Suite Vollard haben die Bildhauerei zum Thema. Wie stellt Picasso die Bildhauerei dar? Im Anschluss plant und gestaltet jeder ein dreidimensionales Objekt.

Bitte mitbringen:
Alltagsmaterialien, die verbaut werden können wie Joghurtbecher, Autos, defektes Spielzeug, Pappschachteln, Stoffreste oder Ähnliches.

Kosten pro Kind (inklusive Eintritt und Material): 6 Euro

Mittwoch, 8. April 2015, 12 bis 14 Uhr: Picasso für zu Hause
für Kinder zwischen 7 und 10 Jahren

Entdeckt die Grafikserie Suite Vollard! Jeder sucht sich sein Lieblingsbild aus. Mithilfe eines Tricks wird das Werk auf ein Blatt übertragen.

Kosten pro Kind (inklusive Eintritt und Material): 4 Euro

Donnerstag, 9. April 2015, 12 bis 16 Uhr: Ein Tag mit Picasso: Drucken wie der Meister
für Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren

In diesem Workshop geht es um unterschiedliche Drucktechniken, mit denen auch Picasso gearbeitet hat. Monotypien und Kaltnadelradierungen können in diesem Workshop ausprobiert werden.

Bitte mitbringen:
Ein altes Hemd oder T-Shirt, das schmutzig werden darf.

Kosten pro Kind (inklusive Eintritt und Material): 6 Euro

 


Plakat zur Ausstellung: Konturen des Alltags. Zeitgenössische Kunst aus Israel, Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr, 22.2. bis 26.4.2015

KONTUREN DES ALLTAGS
Zeitgenössische Kunst aus Israel

Yoav Efrati, Yitzhak Golombek,
Talia Keinan, Gil Shachar

22. Februar bis 26. April 2015

Am 12. Mai 2015 jährt sich zum 50. Mal die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Staat Israel. Aus diesem Anlass präsentiert das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr im Vorfeld des 50. Jahrestages die Ausstellung „Konturen des Alltags“. Eingeladen sind mit Yoav Efrati, Talia Keinan, Yitzhak Golombek und Gil Shachar vier wichtige Vertreter der aktuellen israelischen Kunstszene. Über Herkunft und Lehre sind sie mit Mülheims Partnerstadt Kfar Saba verbunden.

Geboren, aufgewachsen und teilweise noch lebend in einem Land, in dem militärische Auseinandersetzungen allgegenwärtig sind, konzentrieren sich die Künstler auf alltägliche Themen. Yoav Efrati, Talia Keinan, Yitzhak Golombek und Gil Shachar nutzen in unterschiedlicher Weise die Zeichnung als Darstellungsform und autonomes Ausdrucksmittel. Sie loten die Grenzen des zweidimensionalen Mediums aus, stellen Querverbindungen untereinander sowie zu anderen Kunstgattungen wie Malerei, Skulptur, Installation und Video her.

Yoav Efrati (geboren 1965 in Rehovot, lebt und arbeit in Tel Aviv) erzählt in seinen digitalen Zeichnungen tiefgründige und verrätselte Geschichten von alltäglichen Begebenheiten und zwischenmenschlichen Beziehungen. Im Fokus stehen dabei der engere Familienkreis und das oft komplizierte Verhältnis zwischen den Generationen und Geschlechtern.

Talia Keinan, Schwarze Wurzeln, 2012 | Videoprojektion und Tuschezeichnung auf Wand | © Talia KeinanAls Künstlerin vertreten ist Talia Keinan (geboren 1978 in Kfar Saba, lebt und arbeitet in Tel Aviv). 2008 wurde sie mit dem Israeli Art Prize der Nathan-Gottesdiener-Stiftung ausgezeichnet, dem wichtigsten israelischen Kunstpreis. Ihre Installationen und Rauminszenierungen führen in geheimnisvolle Welten zwischen Traum und Wirklichkeit: Experimentell und spielerisch kombiniert sie Zeichnung, Malerei und Video. Sie verwendet Techniken der Collage und Überblendung und gestaltet im Halbdunkel des Ausstellungsraumes mit Licht und Sound.

Yitzhak Golombek (geboren 1956 in Lodz/Polen, lebt und arbeitet in Tel Aviv) kam als Kind nach Israel. Er bedient sich der Technik des „automatischen Schreibens“ (Écriture automatique), die aus dem Unbewussten schöpft.
In seinen Assemblagen und Skulpturen greift er bestimmte Symbole wie Tropfen, Zähne oder Knochen immer auf. In vielen seiner Werke finden sich auch Verweise auf Golombeks persönliche Lebensgeschichte und die seiner Vorfahren.

Entstanden ist die Ausstellung auf Anregung des Bildhauers Gil Shachar (geboren 1965 in Tel Aviv, lebt und arbeitet seit 1996 in Duisburg). In Auseinandersetzung mit der Trompe-l'œil-Malerei, der Kunst René Magrittes und dem klassischen Thema „Künstler und Modell“ gelingt es Gil Shachar stets, die Wahrnehmung des Betrachters zu täuschen: Mittels einer aufwändigen Abgusstechnik und Oberflächenbemalung stellt er hyperrealistische Abbilder von ihm bekannten Personen, von Fragmenten menschlicher Körper und einfachen Alltagsgegenständen her. Demnach handelt es sich auch bei seinen „Zeichnungen“ nicht um Arbeiten auf Papier.

Die begleitende Publikation wurde von der Arbeitsgemeinschaft Duisburg-Mülheim-Oberhausen der Deutsch-Israelischen Gesellschaft e. V. gefördert und ist zum Preis von 12,50 EUR an der Museumskasse/im Museumsshop erhältlich.

BEGLEITVERANSTALTUNGEN

Sonntag, 22. Februar 2015, 15 Uhr
Künstlergespräch mit Yitzhak Golombek und Gil Shachar
Moderation: Anja Bauer M. A.

Donnerstag, 26. März 2015, 18.30 Uhr
Vortrag „Die Wüste als utopischer Raum – Von der romantischen Bilderwelt zu israelischen Realitäten“, Dr. Eva Atlan, Leiterin Kunstsammlung und Judaica, Jüdisches Museum Frankfurt am Main
Als Expertin für israelische Kunst gibt Dr. Eva Atlan in ihrem Vortrag Einblick in deren Entwicklung seit 1945. Dabei beleuchtet sie vor dem Hintergrund des andauernden Nahostkonflikts auch den Übergang zu einer neuen Generation von Künstlern, die in ihren Werken erstmals kulturelle, gesellschaftliche und politische Tabus thematisieren.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Sparda-Bank West eG in Mülheim an der Ruhr statt.

Öffentliche Führungen
Sonntag, 8. März, 29. März und 26. April 2015, jeweils 11.30 Uhr

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Stahl + Stadt ist ein langfristig angelegtes Fotografie-Projekt, das 2011 im Hoesch-Museum in Dortmund erstmals präsentiert wurde. In veränderter Zusammenstellung erfährt es nun eine weitere Ausstellung im Grafikraum des Kunstmuseums Mülheim an der Ruhr. Am Beispiel der Städte Duisburg und Dortmund im Westen und Osten widmet es sich der im Ruhrgebiet traditionell engen und prägenden Verwebung von Schwerindustrie und Stadtraum. Während sich in Duisburg eines der größten Hüttenwerke der Welt kilometerlang am Rhein entlang zieht, wurde die Stahlproduktion 2001 in Dortmund eingestellt.

 

Für die beiden Fotografen Bernd Langmack und Haiko Hebig ist Stahl + Stadt nicht allein ein Beitrag zum Strukturwandel im Ruhrgebiet, sondern eine Thematik, die in Hinblick auf die strukturelle Prägung regionaler Topografien in allen traditionellen Montanregionen Europas beobachtet werden kann.

 

Bernd Langmack: Thyssen-Krupp und Duisburg-Bruckhausen

 

In seinen Fotografien thematisiert der seit 1969 im Ruhrgebiet lebende Bernd Langmack am Beispiel von Duisburg-Bruckhausen das Zusammentreffen von Stahlwerk und Wohnbebauung. Nur durch eine Straße sind Werksanlagen und städtischer Raum voneinander getrennt, so dass die Industrieanlagen auch im Lebensbereich der Menschen sichtbar bleiben. In den Blick gerückt sind effiziente Produktionsstätten und abgewohnte Wohnhäuser und Leerstände. Manche Industrielandschaften erinnern mit ihrer von Schloten beherrschten Silhouette an malerische Formen dieses Bildtyps und ein „veraltetes“ Image des Ruhrgebiets. Doch Langmack verbleibt nicht in der bekannten Ruhrgebietsästhetik von Tristesse und Hässlichkeit, sondern verleiht seinen Ansichten Gestalt, Farbigkeit und atmosphärische Stimmungen.

 

 

 

 

Haiko Hebig: Ehemalige Standorte der Schwerindustrie in Dortmund

 

Haiko Hebigs Fotografien aus Dortmund rücken riesige abgeräumte und brachliegende Flächen in den Fokus. Sie sind nach der Stilllegung von ehemals zentralen Standorten der Schwerindustrie entstanden und – sofern von Schwermetallen unbelastet – in Teilen wiederum für Freizeit und Wohnbebauung wie am Phönix See, aber auch für Logistik und Gewerbe neu erschlossen worden. Diese abgeräumten Flächen, die in Innenstadtlage zum Teil weiterhin mit Restproduktionen belegt sind, erstrecken sich auf über tausend Hektar. Diese wenig vorzeigbaren Nicht-Orte sichtbar zu machen, ist ein Anliegen von Haiko Hebig, der mit einem nüchternen Blick auch die beginnenden Neunutzungen und städteplanerischen Gestaltungen der ehemaligen Industrieareale beobachtet.

 

Zur Ausstellung liegt ein Katalog mit einem Nachwort von Andreas Rossmann vor, der 2011 im Klartext-Verlag, Essen, erschienen ist.

Stand: 17.03.2015

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