Aktuell

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Peter Helmke, Rückhandlung, 2014 | Mischtechnik, Digital-Druck auf Tapete, 27 x 11 cm | © Peter Helmke

JAHRESAUSSTELLUNG MÜLHEIMER KÜNSTLERINNEN UND KÜNSTLER
Weiß
Schwarz | EG, Grafikraum + 2. OG

7. Dezember 2014 bis 18. Januar 2015

Eröffnung: Samstag, 6. Dezember 2014, 18 Uhr

Zum Jahreswechsel 2014/15 findet in bekannter Weise wieder die Jahresausstellung der Mülheimer Künstlerinnen und Künstler statt. In diesem Jahr haben sich die Künstlerinnen und Künstler das Arbeitsthema „Weiß–Schwarz“ gesetzt, was eine stärkere Akzentuierung von zeichnerischen und grafischen Arbeiten erwarten lässt.

Beginnend mit weißen Arbeiten wird während der Laufzeit der Ausstellung erstmals ein Wechsel der Arbeiten stattfinden, so dass am Ende der Ausstellung die schwarz gestalteten Arbeiten überwiegen werden, die an der Finissage am 18. Januar 2015 in Gänze zu sehen sind.

Die Jahresausstellung wird sich in diesem Jahr über das Erdgeschoss, den Grafikraum und das 2. Obergeschoss erstrecken. Die Altersspanne der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler liegt zwischen 35 und 80 Jahren.

Einer der jüngsten teilnehmenden Künstler ist der Neubewerber Sven Piayda (geboren 1977), der sich im Bereich von Film und Fotografie bewegt. Des Weiteren wurden Karin Dörre (geboren 1964), Peter Gornig (geboren 1959) sowie die aus dem Baltikum kommende Natalija Usakova (geboren 1979) von einer Jury aus dem Kreis der Neubewerber für diese Ausstellung ausgewählt.

Zum dritten Mal von der Jury der Neubewerber ausgewählt wurde der Maler und Zeichner Jochen Stenschke, der auch in Berlin arbeitet und überregional bekannt ist. Er ist nun neues Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Mülheimer Künstlerinnen und Künstler und kann somit entsprechend der Vorgaben der Arbeitsgemeinschaft ohne weitere Jurierungen an den Jahresausstellungen teilnehmen.

Das Neben- und Miteinander von innovativen und klassischen Medien und Techniken, von manuell-gestischer und technischer Bearbeitung, von erzählenden, konzeptuellen und inszenierten Arbeiten macht den Reiz dieser aktuellen Ausstellung aus.

 


Corinna Krebber, mnemosyne-zeichen III, 2013 | Scherenschnittpapier, ca. 16 x 18 cm | © Corinna KrebberAlexander Voß, FRAKTUR 13-04, 2013 | geschnittenes Glas, 150x100 | © VG Bild-kunst, Bonn

SCHNITTLINIEN.
Corinna Krebber, Alexander Voß

Eine Ausstellung des Mülheimer Kunstvereins e. V.
im Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr | 2. OG

7. Dezember 2014 bis 25. Januar 2015

Eröffnung: Samstag, 6. Dezember 2014, 17 Uhr

Parallel zur Jahresausstellung der Mülheimer Künstlerinnen und Künstler präsentiert der Mülheimer Kunstverein e. V. in einem Raum im Kunstmuseum seine beiden letztjährigen Preisträger Corinna Krebber und Alexander Voß. Mit dieser Ausstellung beschließt der Kunstverein gleichzeitig seine Praxis der Preisvergabe an eine/n Künstlerin/Künstler der Jahresausstellung, die er im Zeitraum von 2009 bis 2013 in Nachfolge des Hermann-Lickfeld-Preises übernommen hat. Über eine neue Form der Förderung wird derzeit nachgedacht.

Corinna Krebber ist mit geschnittenen Textarbeiten und Buchobjekten sowie mit der Rauminstallation „zustand in der schwebe“ in der KunstKulturKirche Allerheiligen in Frankfurt am Main hervorgetreten. Das geschriebene Wort ist als Form und Vermittler menschlicher Denk- und Empfindungsprozesse Inspirationsquelle und Ausgangspunkt für die Künstlerin, die neben Architektur auch freie Kunst studierte. Indem sie Texte und Bücher über langwierige Prozesse des Schneidens weiterbearbeitet und so ihre ursprüngliche Struktur und Form verändert, transformiert sie diese in skulptural-räumliche Zusammenhänge. Ihre 2013 vom Kunstverein ausgezeichnete, vierteilige Arbeit „knoten/mnemosyne – an Hölderlin“ formiert sich aus Papierschnitten in Form verschlungener Schriftbänder und nimmt Bezug auf Friedrich Hölderlins Hymnus „Mnemysyne“, der Göttin der Erinnerung gewidmet.

Der 1960 in Mülheim an der Ruhr geborene Alexander Voß, dem das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr 1998 eine Einzelausstellung ausrichtete, ist vor allem mit großformatigen Linolschnitten bekannt geworden. Die Auseinandersetzung mit Röntgenbildern bildete den Ausgangspunkt für sein zeichnerisches und grafisches Werk. Schritt für Schritt hat sich Voß über die Jahre von zeichenhaften Anspielungen auf Körper- und Knochenformationen gelöst, um im bildhauerischen Sinne konkrete Eingriffe in vorgegebene Materialien wie Glas- und Spanplatten vorzunehmen und über Frakturen das normierte Gleichmaß von Flächen zu unterbrechen. Indem Voß diese einfach oder mehrfach gebrochenen Materialien wiederum in Form von Setzungen im Raum zusammenfügt, eröffnen sich Spannungsfelder im Verhältnis von Objekt und Wand.

Neben dem physischen Prozess des Zerschneidens und Zerteilens, scheinen die Arbeits- und Werklinien von Alexander Voß und Corinna Krebber zunächst wenig Gemeinsamkeiten aufzuweisen. Spürt man den Linien jedoch nach, eröffnen sich dem Betrachter objekthafte Bilder, die an der Schnittstelle von Zwischenraum und Verletzlichkeit operieren und dies mit den einfachen Materialien Glas und Papier feinsinnig, poetisch umsetzen.

Zur Ausstellung erscheint ein von den Künstlern gestalteter Katalog zum Vorzugspreis von 15 Euro.

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Stahl + Stadt ist ein langfristig angelegtes Fotografie-Projekt, das 2011 im Hoesch-Museum in Dortmund erstmals präsentiert wurde. In veränderter Zusammenstellung erfährt es nun eine weitere Ausstellung im Grafikraum des Kunstmuseums Mülheim an der Ruhr. Am Beispiel der Städte Duisburg und Dortmund im Westen und Osten widmet es sich der im Ruhrgebiet traditionell engen und prägenden Verwebung von Schwerindustrie und Stadtraum. Während sich in Duisburg eines der größten Hüttenwerke der Welt kilometerlang am Rhein entlang zieht, wurde die Stahlproduktion 2001 in Dortmund eingestellt.

 

Für die beiden Fotografen Bernd Langmack und Haiko Hebig ist Stahl + Stadt nicht allein ein Beitrag zum Strukturwandel im Ruhrgebiet, sondern eine Thematik, die in Hinblick auf die strukturelle Prägung regionaler Topografien in allen traditionellen Montanregionen Europas beobachtet werden kann.

 

Bernd Langmack: Thyssen-Krupp und Duisburg-Bruckhausen

 

In seinen Fotografien thematisiert der seit 1969 im Ruhrgebiet lebende Bernd Langmack am Beispiel von Duisburg-Bruckhausen das Zusammentreffen von Stahlwerk und Wohnbebauung. Nur durch eine Straße sind Werksanlagen und städtischer Raum voneinander getrennt, so dass die Industrieanlagen auch im Lebensbereich der Menschen sichtbar bleiben. In den Blick gerückt sind effiziente Produktionsstätten und abgewohnte Wohnhäuser und Leerstände. Manche Industrielandschaften erinnern mit ihrer von Schloten beherrschten Silhouette an malerische Formen dieses Bildtyps und ein „veraltetes“ Image des Ruhrgebiets. Doch Langmack verbleibt nicht in der bekannten Ruhrgebietsästhetik von Tristesse und Hässlichkeit, sondern verleiht seinen Ansichten Gestalt, Farbigkeit und atmosphärische Stimmungen.

 

 

 

 

Haiko Hebig: Ehemalige Standorte der Schwerindustrie in Dortmund

 

Haiko Hebigs Fotografien aus Dortmund rücken riesige abgeräumte und brachliegende Flächen in den Fokus. Sie sind nach der Stilllegung von ehemals zentralen Standorten der Schwerindustrie entstanden und – sofern von Schwermetallen unbelastet – in Teilen wiederum für Freizeit und Wohnbebauung wie am Phönix See, aber auch für Logistik und Gewerbe neu erschlossen worden. Diese abgeräumten Flächen, die in Innenstadtlage zum Teil weiterhin mit Restproduktionen belegt sind, erstrecken sich auf über tausend Hektar. Diese wenig vorzeigbaren Nicht-Orte sichtbar zu machen, ist ein Anliegen von Haiko Hebig, der mit einem nüchternen Blick auch die beginnenden Neunutzungen und städteplanerischen Gestaltungen der ehemaligen Industrieareale beobachtet.

 

Zur Ausstellung liegt ein Katalog mit einem Nachwort von Andreas Rossmann vor, der 2011 im Klartext-Verlag, Essen, erschienen ist.

Stand: 04.12.2014

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