Aktuell
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BEA EMSBACH. ZEICHNUNGEN
7. Juni – 18. August 2013
Mit Zeichnungen von Bea Emsbach führt das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr seine Reihe mit Arbeiten auf Papier im Grafikraum weiter fort. In ihren Zeichnungen thematisiert die Künstlerin die medizinisch-wissenschaftliche Durchdringung und Besetzung des Körpers und die Gefahr möglicher Abgründe und Entgleisungen. Verweise auf Schöpfungsmythen und naturwissenschaftliche Erkenntnisse finden sich in ihren Arbeiten ebenso wie Bezüge zur Gentechnologie und zu Science Fiction-Themen.
Bea Emsbach versteht ihre Zeichnungen, die in manchen Fällen an frühe anatomische Studien denken lassen, als „Forschungsergebnisse eines subjektivistischen Naturstudiums.“ Bevölkert sind ihre Bildwelten mit seltsamen Kreaturen, Mischwesen zwischen Mensch, Tier und Pflanze, deren Organe nach außen dringen. Dargestellt werden Körper, die sich häuten, miteinander verwachsen oder durch Gefäßsysteme, Schläuche und Apparaturen verbunden und am Leben erhalten sind.
In ihrer experimentellen Erforschung der menschlichen Natur an der Grenze von Realität und Fiktion bezieht sie auch die Verflechtung des Menschen im Netz zwischenmenschlicher Beziehungen und Abhängigkeiten mit ein.
Bea Emsbach zeichnet mit einem Kolbenfüller in flüssiger, blutroter Tinte. Rund 50 Zeichnungen geben einen Einblick in ihr Schaffen, in dem die Entfernung des Menschen von seinen natürlichen Bedingungen anschaulich wird. Gezeigt werden Werke aus den Reihen Beutezüge im Bodensatz der Wissenschaften (1998–2008), Fremde Frauen (2003–2006) und Ereignisse im Schatten (2009–2013).
Bea Emsbach, 1965 in Frankfurt am Main geboren, studierte von 1991 bis 1998 Freie Kunst an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main und im Rahmen eines Austauschprojektes auch in Krakau. Mehrfach ausgezeichnet, führten sie Stipendien für Arbeitsaufenthalte auch nach Südkorea. Anlässlich ihrer diesjährigen Auszeichnung mit dem Marielies Hess-Kunstpreis 2013 sind zeitgleich auch Arbeiten von Bea Emsbach unter dem Titel Human Nature im Dommuseum in Frankfurt am Main zu sehen. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und in Rinteln.
BEGLEITVERANSTALTUNGEN
Sonntag, 16. Juni 2013, 11 Uhr
Öffentliche Führung mit Anja Bauer M. A.
Sonntag, 28. Juli 2013, 11 Uhr
Künstlergespräch mit Bea Emsbach und Anja Bauer M. A.
Mittwoch, 7. August 2013, 15 Uhr
Kunst und Kaffee
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Stahl + Stadt ist ein langfristig angelegtes Fotografie-Projekt, das 2011 im Hoesch-Museum in Dortmund erstmals präsentiert wurde. In veränderter Zusammenstellung erfährt es nun eine weitere Ausstellung im Grafikraum des Kunstmuseums Mülheim an der Ruhr. Am Beispiel der Städte Duisburg und Dortmund im Westen und Osten widmet es sich der im Ruhrgebiet traditionell engen und prägenden Verwebung von Schwerindustrie und Stadtraum. Während sich in Duisburg eines der größten Hüttenwerke der Welt kilometerlang am Rhein entlang zieht, wurde die Stahlproduktion 2001 in Dortmund eingestellt.
Für die beiden Fotografen Bernd Langmack und Haiko Hebig ist Stahl + Stadt nicht allein ein Beitrag zum Strukturwandel im Ruhrgebiet, sondern eine Thematik, die in Hinblick auf die strukturelle Prägung regionaler Topografien in allen traditionellen Montanregionen Europas beobachtet werden kann.
Bernd Langmack: Thyssen-Krupp und Duisburg-Bruckhausen
In seinen Fotografien thematisiert der seit 1969 im Ruhrgebiet lebende Bernd Langmack am Beispiel von Duisburg-Bruckhausen das Zusammentreffen von Stahlwerk und Wohnbebauung. Nur durch eine Straße sind Werksanlagen und städtischer Raum voneinander getrennt, so dass die Industrieanlagen auch im Lebensbereich der Menschen sichtbar bleiben. In den Blick gerückt sind effiziente Produktionsstätten und abgewohnte Wohnhäuser und Leerstände. Manche Industrielandschaften erinnern mit ihrer von Schloten beherrschten Silhouette an malerische Formen dieses Bildtyps und ein „veraltetes“ Image des Ruhrgebiets. Doch Langmack verbleibt nicht in der bekannten Ruhrgebietsästhetik von Tristesse und Hässlichkeit, sondern verleiht seinen Ansichten Gestalt, Farbigkeit und atmosphärische Stimmungen.
Haiko Hebig: Ehemalige Standorte der Schwerindustrie in Dortmund
Haiko Hebigs Fotografien aus Dortmund rücken riesige abgeräumte und brachliegende Flächen in den Fokus. Sie sind nach der Stilllegung von ehemals zentralen Standorten der Schwerindustrie entstanden und – sofern von Schwermetallen unbelastet – in Teilen wiederum für Freizeit und Wohnbebauung wie am Phönix See, aber auch für Logistik und Gewerbe neu erschlossen worden. Diese abgeräumten Flächen, die in Innenstadtlage zum Teil weiterhin mit Restproduktionen belegt sind, erstrecken sich auf über tausend Hektar. Diese wenig vorzeigbaren Nicht-Orte sichtbar zu machen, ist ein Anliegen von Haiko Hebig, der mit einem nüchternen Blick auch die beginnenden Neunutzungen und städteplanerischen Gestaltungen der ehemaligen Industrieareale beobachtet.
Zur Ausstellung liegt ein Katalog mit einem Nachwort von Andreas Rossmann vor, der 2011 im Klartext-Verlag, Essen, erschienen ist.
Stand: 10.06.2013
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