Vorschau
JAGD AUF DIE MODERNE.
Verbotene Künste im Dritten Reich
18.3. – 28.5.2012
Mit der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 begann ein unrühmliches und schmerzliches Kapitel der deutschen Geschichte. Bis zum Zusammenbruch 1945 wurden Menschen gejagt, vertrieben und ermordet. Unter den Verfolgten waren auch bekannte Künstler und Schriftsteller wie Conrad Felixmüller, George Grosz, Emil Nolde, Anna Seghers
und Thomas Mann, aber auch zu Unrecht Vergessene wie Hans Freibusch, Irmgard Keun, Valentin Nagel und Fritz Stukenberg. Ihre modernen Ausdrucksformen, ethnische Herkunft oder politische Gesinnung entsprachen nicht dem ästhetischen und ideologischen Bild des »deutschen« Künstlers.
75 Jahre nach der nationalsozialistischen Schandausstellung »Entartete Kunst« in München reflektieren zahlreiche Werke dieser Ausstellung die Schrecken faschistischer Gewaltherrschaft, Gefangenschaft, Tod, Vertreibung und Heimkehr. Mit der Thematisierung der dramatischen Situation polnischer Künstler während der Okkupationszeit wird die Ausstellung um einen bedeutenden Aspekt bereichert.
Präsentiert werden unter anderem Werke von Karol Hiller, Jankiel Adler, Władysław Strzemiński, Katarzyna Kobro, Jan Rubczak und Bruno Schulz, die im Fokus der Verfemung durch die faschistische »Kulturpolitik« standen.
Diese einzigartige interdisziplinäre Ausstellung – ein Partnerprojekt zwischen dem International Cultural Centre Krakau und dem Landschaftsverband Rheinland – gehört zum offiziellen Programm des Polen-Nordrhein-Westfalen-Jahres 2011/2012 und steht unter der Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft.
CAROLINE BAYER & SILKE SCHATZ
RaumZeichnungen
23.3. – 28.5.2012
Caroline Bayer (*1973 in Stolberg) und die in Köln lebende Künstlerin Silke Schatz (*1967 in Celle) sind mit raumgreifenden Zeichnungen hervorgetreten. Vor Ort in den großen Ausstellungshallen im 2. Obergeschoss und im Treppenhaus des Museums lässt Caroline Bayer mit schwarzem Klebeband großformatige Wand- und Raumzeichnungen entstehen. Sie sind inspiriert von der Mülheimer Stadtlandschaft. Gestaltungselemente wie Geländer, Zäune oder Fassadenmuster setzt die Absolventin der Kunstakademie Münster in ihren Objekten um. Die Förderpreisträgerin des Landes Nordrhein-Westfalen, Silke Schatz, konzentriert sich auf Orte, die geschichtsträchtig sind oder/und Bezüge zu ihrer eigenen Biografie aufweisen. So auch in ihrem jüngsten Werkkomplex I love psycho, in dem sie Raummodelle mit Erinnerungsbildern ihrer Kindheit verknüpft werden.
MENSCHENBILDER 1964–2011
Fotografien von Heiner Schmitz
in Zusammenarbeit mit den Young Art Experts des Kunstmuseums
15.6. – 5.8.2012
Der 1940 in Oberhausen geborene Heiner Schmitz, der an der Folkwangschule studierte und viele Jahre als Professor an der Fachhochschule Dortmund tätig war, hat in der Fotografie im Ruhrgebiet wichtige Akzente gesetzt. Erstmals werden seine Fotoarbeiten in umfassender Weise in einem Museum vorgestellt.
Ein großes Thema sind Portraitarbeiten, die er in unterschiedlichen Regionen dieser Welt geschaffen hat: Neben einer Langzeitarbeit im Künstlerdorf Deia auf Mallorca, einer Serie türkischer Friseure in Lykien, Portraitarbeiten in Nordafrika und Palästina sind auch in China Menschenbilder entstanden. Zurzeit fotografiert er für die Ausstellung in Mülheims multikulturellem Stadtteil Eppinghofen. Konzipiert wird die Ausstellung in Zusammenarbeit mit den jungen Kunstexperten des Museums, Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren.
ETTA GERDES
Fotografien kanadischer Landschaftsarchitektur
Projekte von Cornelia Hahn Oberlander
15.6. – 5.8.2012
Die 1974 in Krefeld geborene Fotografin Etta Gerdes, Studentin von Heiner Schmitz in Dortmund, fotografierte auf Einladung des Goethe-Instituts 2005/2006 in Kanada das Lebenswerk der Landschaftsarchitektin Cornelia Hahn Oberlander.
Die 1921 in Mülheim an der Ruhr geborene Hahn Oberlander emigrierte 1938 mit Mutter und Schwester zunächst nach England, dann in die USA, wo sie sich bei Walter Gropius an der Harvard University schulte. Als Landschaftsarchitektin prägte sie mit ihren Parks und Dachgärten die Städte Kanadas wie keine andere. Die profilierte deutsche Fotografin Etta
Gerdes ist ihren Spuren gefolgt: in Ottawa, Toronto, Vancouver, Yellowknife und in Berlin. Die Fotografien zeigen, wie Hahn Oberlander technische Innovation mit ökologischen und sozialen Bezügen zu Kunstwerken der Landschaftsarchitektur verdichtet.
Stand: 03.02.2012









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