Ausstellungskooperation Mülheim/Herne: Eberhard Ross
Ausstellungskooperation des
Kunstmuseums Mülheim an der Ruhr in der Alten Post (21. 5. – 23. 7. 2006)
und der Städtischen Galerie im Schlosspark Strünkede in Herne (21. 5. – 25. 6. 2006)

Ausstellung: Eberhard Ross, Organische Geometrie, vom 21. 5. - 23. 7. 2006 im Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr in der Alten Post, Viktoriaplatz 1
Foto: Walter Schernstein
Eberhard Ross (geb. 1959 in Krefeld, lebt und arbeitet in Essen und Mülheim an der Ruhr) studierte an der Folkwang Hochschule Essen. Charakteristisch für seine Arbeit sind Liniengeflechte und Gitterstrukturen, mit denen er Papiere und Leinwände überzieht. Wie chaotisch wuchernde Gebilde breiten sie sich auf der Bildoberfläche aus, ohne konkrete Konstruktionsmuster, ohne ersichtlichen Anfang oder Ende. Sie scheinen vielmehr einem natürlichen Wachstumsprozess zu folgen, sich gleichsam aus sich selbst heraus zu entwickeln und sich über die Begrenzung des Malgrundes hinaus ins Unendliche auszudehnen. In den letzten Jahren hat Eberhard Ross sich auch zunehmend der Farbe bemächtigt, die nun mit den Liniennetzen eine flirrende, pulsierende Symbiose eingeht und dem je eigenen Rhythmus der linearen Strukturen eine weitere Ebene eröffnet.
In einem meditativen Prozess arbeitet der Künstler ganz dicht an der Leinwand. Die Arbeit erfordert ein hohes Maß an Konzentration und Ausdauer, denn die Zeitspanne, die zur Verfügung steht, um die Linien in die noch feuchte Ölfarbe des Malgrundes einzuarbeiten oder herauszukratzen, sodass sie eine organische Verbindung miteinander eingehen, ist begrenzt. Abschließend wird mit einem feinen Pinsel die Maloberfläche glattgestrichen. Die dabei entstehende leichte Unschärfe verstärkt die Tiefenwirkung und suggestive Kraft, die von den Arbeiten ausgeht.
Den Ausgangspunkt für sein künstlerisches Schaffen sieht Eberhard Ross in seinem Interesse an der Natur begründet. Dabei interessieren ihn vor allem die in der Natur zu beobachtenden Wachstumsprozesse sowie eingeschriebene Zeitverläufe – seien es Jahresringe in Holzstämmen, die feine Äderung von Blättern oder die Spiralformen von Schneckenhäusern –, die er in seinen Bildern zu erfassen und nachzuvollziehen sucht. Er versteht seine Arbeiten immer auch als eine Art Speicher, in denen auf abstrakter Ebene Phänomene von Zeit und Wachstum sowie von Be- und Entschleunigung visualisiert werden. In Zeiten, in denen Schlagworte wie Schnelligkeit, Effektivität und perfektes Zeitmanagement immer größere Bedeutung erlangen, bekommen die "entschleunigten Bilder" von Eberhard Ross eine ganz eigene Dimension. Vor dem Hintergrund aktueller naturwissenschaftlicher Erkenntnisse und Darstellungsformen lassen die Liniengeflechte und Gitterstrukturen auch Assoziationen zu mikroskopisch vergrößerten Zellstrukturen zu. Die bewusste Reduzierung auf Grundkomponenten – wie die Gerade und die Ungerade – sind auch bei Eberhard Ross Ausgangspunkt und zugleich Inhalt seiner künstlerischen Arbeit.
Die Ausstellung ist in Kooperation mit der Städtischen Galerie im Schlosspark Strünkede in Herne entstanden und gibt einen repräsentativen Überblick über die künstlerische Entwicklung der letzten Jahre. Während in Herne der Schwerpunkt auf dem zeichnerischen Werk liegt, werden in Mülheim an der Ruhr neuere Leinwand-Arbeiten gezeigt. Eigens für das Kunstmuseum hat Eberhard Ross eine 12-teilige installative Wandarbeit entworfen, die der Ausstellung den Titel "Organische Geometrie" verliehen hat.
Katalog
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (15,- Euro) mit Vorzugsausgabe (150,- Euro)
Vortrag
Über das Geistige in der Kunst
Dr. Pierre Mattern, Historiker, Offenburg
Do, 13.07.2006, 19.00 Uhr
Führungen des Mülheimer Kunstvereins
So, 11.00 – 12.00 Uhr: 04.06., 18.06., 02.07., 16.07. 2006
Öffnungszeiten
Di, Mi, Fr 11.00 – 17.00 Uhr, Do 11.00 – 21.00 Uhr, Sa, So 10.00 – 17.00 Uhr, Mo geschlossen
Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Fronleichnam 10.00 – 17.00 Uhr
Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr in der Alten Post
Viktoriaplatz 1, 45468 Mülheim an der Ruhr
Tel: +49 208 455 41 38, Fax: +49 208 455 4134
kunstmuseum@stadt-mh.de, www.kunstmuseum-mh.de
www.kulturbetrieb.de
Kontakt
Stand: 23.05.2006













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