Begrüßung der Hochschul-KanzlerInnen (2016)

Grußwort von Oberbürgermeister Ulrich Scholten

anlässlich der KanzlerInnentagung der HRW

am Mittwoch, 14. September 2016, 14 Uhr

Hochschule Ruhr West (Campus Mülheim, Gebäude 6)

 

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Sehr geehrter Herr Köstermenke,

sehr geehrte Hochschulkanzlerinnen und -kanzler,

liebe Gäste aus Nah und Fern!

Es ist mir eine sehr große Freude, Sie heute hier auf dem neuen Campus der Hochschule Ruhr West zur 32. Jahrestagung der Hochschulkanzlerinnen und -kanzler begrüßen zu können. Es ist schön, dass Sie den Weg nach Mülheim an der Ruhr gefunden haben.

Wie mir Herr Köstermenke im Vorfeld berichtet hat, ist die Resonanz außerordentlich gut. Das mag am Thema liegen: „Hochschulservice 4.0 – Neue Herausforderungen für die Hochschule“ trifft sicher den Zeitgeist und brennt vielen von Ihnen unter den Nägeln.

Aber vielleicht war es ja auch Ihre Neugierde auf unsere neue Hochschule, die Sie nach Mülheim an der Ruhr gebracht hat. Das Programm wird Ihnen den Aufenthalt in der HRW und der Region auf jeden Fall schmackhaft machen. Da bin ich mir ganz sicher.

Dass der Kanzler der HRW mich als Stadtoberhaupt zu Ihrer Begrüßung eingeladen hat, zeigt schon, dass Hochschule und Stadtverwaltung in Mülheim eng vernetzt sind. Wir Mülheimer lieben unsere noch junge Hochschule, und schon bei der Bewerbung um den Standort haben wir - Stadt und Wirtschaft - mit vereinten Kräften demonstriert, wie wichtig uns diese Ansiedlung ist.

Es hat sich gezeigt, dass die HRW tatsächlich ausgezeichnet zum Bildungs-, Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Mülheim passt: Unsere weiterführenden Schulen arbeiten eng mit der HRW zusammen. Die beiden MPIs und der IWW sind wichtige Partner der HRW - und das große Engagement der Unternehmen am Standort beweist einmal mehr, dass wir alles richtig gemacht haben. Studierende und Lehrende finden hier im hochmodernen Campus in Innenstadtnähe ein innovatives Umfeld für Ausbildung, Lehre und Forschung.

Dass wir in der Stadtverwaltung mit ähnlichen Themen konfrontiert sind, wie Sie, zeigt sich schon am nächsten Programmpunkt: „Digitale Verwaltung 2020“. Davon sind wir alle betroffen. Und unter dem Stichwort „E-Gouvernement“ haben wir uns in der Stadtverwaltung auf dem Weg gemacht, Prozesse für alle Beteiligten zu vereinfachen und umzusetzen.

Information, Kommunikation und Transaktion zwischen Behörden und Bürgern, zwischen Behörden und Unternehmen und ebenso zwischen unterschiedlichen Behörden stehen dabei im Fokus.

Ich möchte Sie mit drei Themen vertraut machen, die derzeit meine Verwaltung beschäftigen:

1. Government-2-Citizen

Unter diesem Stichwort wird es für Bürgerinnen und Bürger einfacher und zeitlich flexibler, mit der Behörde in Kontakt zu treten. Wir, das heißt unsere Formulare und Informationen, stehen ihnen im Netz rund um die Uhr zur Verfügung. Wartezeiten entfallen und persönliche Vorsprachen werden auf ein nötiges Minimum begrenzt.

Egal, ob es sich um die An- oder Abmeldung eines Hundes, eine Fund- oder Verlustanzeige oder die Beantragung eines Müllbehälters handelt – alles lässt sich inzwischen ohne persönliches Erscheinen beim „Amt“ erledigen.

Prüfen lässt sich vom heimischen Schreibtisch aus beispielsweise, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, um einen Wohnberechtigungsschein beantragen zu können. Alle eingegebenen Daten werden für eine Detailprüfung an die Sachbearbeitenden weiterleiten. Über die benötigten Nachweise erhält man dann eine Nachricht und muss nur noch einmal zur Behörde.

Neben solch eher klassischen Angeboten, mit denen Behördengänge obsolet oder auf ein Minimum begrenzt werden, steht auch die Bürgerbeteiligung immer wieder im Fokus.

Mülheim an der Ruhr ist geprägt durch eine sehr engagierte Bürgerschaft. Die Stadt liegt ihr am Herzen, darum nimmt sie rege an sämtlichen Bürgerbeteiligungsprozessen teil, macht Gebrauch von temporären wie dauerhaften Möglichkeiten des direkten Kontaktes mit Stadtverwaltung, Politik und Medien.

Auf einer separaten Beteiligungsplattform sind auf unserer städtischen Homepage zentral die aktuellen interaktiven online-Beteiligungsaktionen, zum Beispiel das ganzjährige Haushaltsforum oder Umfragen, zu finden.

2. Government-2-Business

Für Unternehmen ergeben sich bei elektronischen und automatisierten Abläufen Kostenvorteile. Zu ihren eher „klassischen Anträgen“ zählen etwa Nachweisübermittlungen für Kindertagespflegepersonen, Antragsmöglichkeiten im gewerblichen Bereich oder bei der Unteren Abfallwirtschaftsbehörde.

Im Bereich Ausländerwesen setzen wir als Stadt auf eine Anwendung, mit deren Hilfe Unternehmen vornehmlich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anmelden können, die mit ausländischer Staatsangehörigkeit einreisen und sich anmelden, ummelden oder abmelden müssen.

3. Open Data

Die Stadt Mülheim hat sich geöffnet: Die Verwaltung stellt offene Daten aus verschiedenen Bereichen zur freien Nutzung bereit. Durch die Möglichkeit zur Weiterverbreitung können Dritte die Daten etwa im Rahmen ihres bürgerschaftlichen Engagements, des Unterrichts in Schulen, für wissenschaftliche oder kommerzielle Zwecke nutzen. Denkbar sind Anwendungsgebiete wie neue Internetangebote oder Apps, die dann mit einem Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger verbunden sind.

Eine automatisierte Aktualisierung der Datensätze stellt sicher, dass stets die aktuellsten Daten publiziert werden, darunter etwa sämtliche Baustellen mit Auswirkungen auf stark frequentierten Verkehrsflächen.

Ein Beispiel: Ein Doktorand der Universität Freiburg hat die öffentlich zugänglichen Daten der städtischen Wetterstation für die Simulation eines möglichst effizienten Energiemanagement für netzunabhängig aufgestellte Sensoren genutzt. Mülheim an der Ruhr ist der einzige ihm bekannte Ort, der so detaillierte und so lange zurückliegende Wetterdaten zur Verfügung stellt.

Wir sind mit der Verwaltung auf einem guten Weg. Immer neue technische Möglichkeiten werden uns auch künftig zu immer neuen Angeboten führen. Ich bin sehr gespannt auf diese Entwicklung, die wir kritisch, vor allem mit Blick auf die Datensicherheit begleiten, aber gerne auch dort, wo es möglich und sinnvoll ist, umsetzen.

Ich wünsche Ihnen nun eine informative Tagung, gute Gespräche und viel Spaß in Mülheim an der Ruhr und Umgebung. Wir sehen uns heute Abend beim Empfang noch einmal wieder. Auch darauf freue ich mich sehr. Bis dahin: ein herzliches Glück auf.

Kontakt


Stand: 20.09.2016

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