Archiv-Beitrag vom 12.06.2009Ministerium besucht KiTa "Papilio"

Beispielhafte Konzepte in Mülheim


Sabine Lauxen
und Harry von Bargen vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz besuchten heute (10.6.2009) mit dem Dezernenten für Schule, Jugend und Kultur, Peter Vermeulen, die städtische Tageseinrichtung "Papilio" an der Denkhauser Höfe 175.

 

PK Qualitätsstandards der Verpflegung in Kindertageseinrichtungen. KiTa Papilio, Denkhauser Höfe 175. 10.06.2009 Foto: Anke Degner

Dezernent Peter Vermeulen sprach mit den Kindern in der KiTa "Papilio" über deren tollen Angebote und ließ sich - gemeinsam mit den Vertretern des Umweltministeriums - alles genau zeigen. (Foto: Anke Degner)

 

Ein Thema war unter anderem der Qualitätsstandard der Verpflegung in Kindertagesein-richtungen. Eine gesunde, ausreichende und abwechslungsreiche Ernährung in den ersten Lebensjahren ist von ausschlaggebender Bedeutung für die geistige und körperliche Entwicklung des Kindes. In den vergangenen Jahren wurde eine zunehmende Veränderung des Ernährungsverhaltens von Familien beobachtet. Einerseits haben die gemeinsamen und frisch zubereiteten Mahlzeiten – bedingt durch Berufstätigkeit von Eltern – ihren Stellenwert verloren; andererseits ist zunehmend eine nicht ausreichende und unausgewogene Ernährung bei vielen Kindern zu beobachten. Die Kindertageseinrichtung als familienergänzende (und oftmals familienersetzende) Einrichtung übernimmt hier eine wichtige Schlüsselfunktion. Die KiTa berät und unterstützt Eltern bei Fragen zur kindgerechten Ernährung, kontrolliert und ergänzt im Zweifelsfall aber auch die Verpflegung durch das Elternhaus. Dezernent Peter Vermeulen: "Dort wo im Rahmen einer ganztägigen Betreuung von Kindern die Aufgabe der Beköstigung an die KiTa übertragen wurde, sind qualitativ und quantitativ hohe Maßstäbe zu erfüllen. Neben der Ernährung sind ausreichende Bewegung und Entspannung wichtige Faktoren zur gesunden Entwicklung eines Kindes. Beide Bereiche haben im KiTa-Alltag ebenfalls einen großen Stellenwert und sind Bestandteil des städtischen Gesundheitskonzeptes "Prima Leben"."

Bei ihrer verantwortungsvollen Aufgabe werden die  pädagogischen Fachkräfte durch Pro-jektangebote wie "Gesunde Kitas – starke Kinder", "Fit Kid" Oder  "KINDERLEICHT"  unter-stützt.
Die vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz he-rausgegebene Broschüre "Qualitätsstandards für die Verpflegung in Tageseinrichtungen für Kinder" entspricht den konzeptionellen Vorstellungen des Trägers und dem bereits in den städtischen KiTa's umgesetzten Konzept.

In der KiTa "Papilio" konnten sich jetzt die Vertreter des Ministeriums direkt vor Ort ein Bild von der hervorragenden Umsetzung im Rahmen dieses Konzeptes machen.

 

PK Qualitätsstandards der Verpflegung in Kindertageseinrichtungen. KiTa Papilio, Denkhauser Höfe 175. 10.06.2009 Foto: Anke Degner

Johanna, Melissa, Jan und Alisha - Kinder der Städtischen Tageseinrichtung "Papilio" beim gemeinsamen Zubereiten eines gesunden Frühstücks im "Bistro" (Foto: Anke Degner)

Die Leiterin der KiTa, Sonia Rall, kann dabei zu Recht stolz auf ihre Angebote und die Kin-der in der Tageseinrichtung sein: "Wir orientieren uns hier ganz an den Bedürfnissen der Kinder. Sowohl in dem Punkt Bewegung als auch in der Ernährung. Wir bieten den Kindern mehrere Räume in die sie sich begeben können. Vom "Bistro" – in dem das vorwiegend gesunde Frühstück und das Mittagessen gemeinsam mit allen eingenommen werden kann – über den "Bauraum" und den "Bewegungsraum" bis hin zum "Rollenspielraum". Drinnen und draußen ist für unsere Kinder alles auf deren Wünsche ausgerichtet. Dadurch werden sie bewegungsfreudiger, kreativer und begeisterter...und stecken sich mit ihrer Begeisterung gegenseitig an."

Dezernent Peter Vermeulen ist ebenfalls sehr angetan von dem Engagement und den Angeboten in der KiTa "Papilio": "Die Kinder sind mit Spaß und Begeisterung bei der Sache und haben hier hervorragende Möglichkeiten sich zu entfalten. Daneben lernen sie spielend sich zu bewegen und gesund zu ernähren. Das peb-Projekt zur gesunden Ernährung für Kinder sowie der Early-Excellence-Ansatz, bei dem es um die Einzigartigkeit eines jeden Kindes geht, werden hier erfolgreich umgesetzt."

Early-Excellence ist auch für die Fachberaterin der KiTa's im Amt für Kinder, Jugend und Schule, Karin Bode-Brock, ein Schlüssel zum Erfolg: "Die stärkenorientierte Herangehensweise ermöglicht den  Kindern, die vielen Bildungsangebote ihren Interessen entsprechend anzunehmen Die Kinder werden angeregt, sich auch neuen Herausforderungen zu stellen. Durch das freie Spiel lernen die Kinder im eigenen Tempo aus sich selbst heraus."

 


 

Hintergrund Early Excellence:

In Mülheim an der Ruhr nehmen drei städtische KiTas (Hummelwiese, Menschenskinder und Papilio) an der Umsetzung des Early-Excellence-Konzeptes im Rahmen einer dreijährigen Pilotphase teil.
Im Mittelpunkt des Ansatzes steht das Kind mit seiner Einzigartigkeit. Die zentrale Aussage ist: Jedes Kind ist exzellent. Dabei geht es nicht darum, hochbegabte Kinder herauszufinden, sondern um die Exzellenz in jedem Kind. Ausgangspunkt ist deshalb das Kind mit seinen individuellen Ressourcen, das in seinen Selbstbildungsprozessen bestmöglich zu unterstützen und zu fördern ist. Die Erzieher/-innen werden in der Anwendung eines spezifischen  Beobachtungssystems geschult, um die Stärken jedes Kindes herauszufinden. Daran an-knüpfend bekommt das Kind individuellen Angebote zur Unterstützung und Weiterentwicklung seiner Interessen und Stärken. Der ansonsten typische Defizitblick wird hier umgekehrt in eine Sichtweise, die das Kind mit seinen Stärken und Potenzialen in den Blick nimmt.

Die wesentliche pädagogische Grundorientierung ist, dass das Kind aus sich heraus selbst lernen will. Ziel der pädagogischen Arbeit ist es deshalb, ein vielseitiges Lernen zu ermögli-chen und Selbstbildungsprozesse der Kinder anzuregen und den Forschungsdrang zu unter-stützen. Aufgabe der Erzieherinnen ist es, den Kindern eine reiche, anregende und heraus-fordernde Umgebung anzubieten, sie in ihrem Tun zu begleiten und zu fördern. Das "freie Spiel" nimmt dabei einen zentralen Platz ein. Das Kind kann zugreifen und begreifen. Es ist eine Herausforderung für alle Mitarbeiterinnen den Kindern jeden Tag die Chance zu eröffnen, selbstbestimmt zu lernen. Die gezielte Beobachtung (Wahrnehmung) der Kinder nimmt in diesem Prozess eine Schlüsselrolle ein, um darauf aufbauend, eine individuelle Förderung der Kinder planen zu können. Dieser Prozess wird dokumentiert und auch in der Zusammenarbeit mit den Eltern transparent eingesetzt. Ziel dieses prozessorientierten Beobachtens ist es vor allem, das Kind "im Blick" zu haben und seinen individuellen Entwicklungsprozess in den Mittelpunkt zu stellen.

Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist ein wesentlicher Bestandteil des Konzeptes, denn die Eltern sind die ersten Experten ihrer Kinder. Sie sind aktiv in den Bildungsprozess ihrer Kinder eingebunden. Es besteht ein kontinuierlicher Austausch auf Augenhöhe.

 

Kontakt


Stand: 12.06.2009

[schließen]

Fehler melden

Sie haben einen Fehler gefunden? Bitte teilen Sie ihn uns mit. Ein Redakteur wird sich umgehend darum kümmern.

Ihre Nachricht

Sicherheitscode (Was ist das?)

 

Teilen | Drucken | PDF-Version | RSS-Feed | Fehler melden

Transparenter Pixel