Archiv-Beitrag vom 06.06.2012Besucherbefragung für das Kunstmuseum in der Alten Post

Beliebtes Museum könnte Besucherzahlen durch bessere Infrastruktur, verstärkte Kooperationen und originelles Marketing noch steigern

Studenten der International School of Management (ISM) in Dortmund haben eine Besucherbefragung für das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr durchgeführt. Unter Leitung von ISM-Studiengangsleiterin Prof. Dr. Julia Frohne sollte die Zufriedenheit der Besucher und zusätzlich in einer Passantenumfrage ermittelt werden, wie neue Besucher gewonnen werden können. „Wir möchten die Menschen vor Ort noch gezielter ansprechen“, so Dr. Beate Reese, Leiterin des Museums, „und dazu gehört, dass wir ihre Wünsche und Bedürfnisse besser kennen lernen.“ Die Studenten präsentierten am 5. Juni ihre Ergebnisse und Handlungsempfehlungen der interessierten Öffentlichkeit im Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr.

Besucherbefragung für das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr in der Alten Post

Insgesamt befragten die Studenten 403 Besucher und Passanten – unter anderem nach ihrer Kenntnis über das Kunstmuseum, der Häufigkeit ihrer Besuche und nach ihren Ausstellungswünschen. Die Studenten fanden heraus, dass es grundsätzlich eine hohe Zufriedenheit und Identifikation der Besucher mit „ihrem“ Museum und einen festen Kundenstamm gibt. So wollen 75,7 % der befragten 234 Besucher wiederkommen und 80,8 % würden es weiterempfehlen. Auch Erstbesucher waren von dem Museum beeindruckt, 50,7 % hat es sehr gefallen. Die Passantenbefragung in der Mülheimer Innenstadt zeigte aber auch, dass noch großes Potenzial für neue Besucher vorhanden ist. Zwar kennen rund 56,8 % der befragten 169 Passanten das Museum, jedoch haben die Hälfte davon (52,7 %) das Kunstmuseum noch nicht besucht und nur ein Drittel weiß, dass es dort Werke berühmter Maler, so von Max Beckmann, Pablo Picasso oder Max Ernst, zu besichtigen gibt. Als Hauptgründe für einen Nichtbesuch werden mangelndes Kunstverständnis und fehlendes Interesse an Museen genannt. Erfreut zeigte sich Museumsdirektorin Reese allerdings darüber, dass nicht nur die aktiven Museumsbesucher (88,9%), sondern auch die Passanten (73,4%) das Museum als ein wichtiges kulturelles Angebot in der Mülheimer Innenstadt ansehen. „Das Kunstmuseum ist ein wichtiger Imageträger für die Stadt Mülheim. Seine Besucher sind echte „Fans“. Dennoch gibt es offensichtlich immer noch einige Schwellenängste und das Gesamtangebot ist noch zu wenig bekannt. Ziel muss es sein, dass jeder Mülheimer weiß, welche Schätze sich in dem Museum in der Alten Post verbergen.“ fasst Prof. Dr. Julia Frohne zusammen. Gelingen könnte das über besondere Veranstaltungen, wie Kunstaktionen vor dem Museum und in der Stadt sowie die gezielte Ansprache von neuen Besuchergruppen durch verstärkte Marketingmaßnahmen. „Dadurch und durch weiterhin packende Sonderausstellungen wie jetzt die „Jagd auf die Moderne“ könnte sich das Museum dann auch überregional besser positionieren“, so Frohne weiter.

Wichtige Impulse für die Innenstadt

Zusätzliche Hindernisse entstehen durch die schlechte Wegweisung zum Museum: „Viele Museumsbesucher fanden die Beschilderung in der Stadt nicht ausreichend. Insbesondere Autofahrer hatten große Schwierigkeiten, das Museum zu finden“, erklären die ISM-Studenten Julian Dörr und Isavella Kübler, die die Ergebnisse präsentierten. Diese Problematik muss dringend gelöst werden, wenn das Kunstmuseum seine Besucherzahlen steigern möchte. „Auch die Attraktivität der Innenstadt hat Auswirkungen auf den Besuch oder Nicht-Besuch des Museums – zumal mit einem Besuch zusätzlich noch ein Bummel und eine Kaffeepause verbunden wird“, so Dr. Reese.

Wichtige Impulse können somit von einer engeren Vernetzung mit den Geschäften in der Mülheimer Innenstadt und einer intensiveren Bewerbung des Museums, z.B. durch das Mülheimer Stadtmarketing, ausgehen. Des Weiteren gilt es, mit originellen und ungewöhnlichen Marketingaktionen in die Stadt hinein zu wirken. Dabei könnte die weitere Zusammenarbeit mit Schulen, Universitäten und engagierten Bürgern vor Ort helfen, so die Studenten. Ein überarbeiteter, moderner Internetauftritt könnte die Bekanntheit weiterhin erhöhen. Damit die Bindung zum Museum aufrechterhalten werden kann, raten die Studenten zur Initiierung eines abwechslungsreichen Kulturprogramms. „Konzerte, Lesungen oder Fotografieausstellungen animieren treue Gäste zu weiteren Besuchen. Das Angebot sollte aber durch ungewöhnliche Programme für weitere Zielgruppen ergänzt werden – zum Beispiel ein ‚Blick hinter die Kulissen’ für Kinder oder ein Kunstkalender mit Motiven der jungen Besucher“, so Dörr und Kübler.

Museumsleiterin Dr. Beate Reese zeigte sich von den Ergebnissen der Befragung und den Ideen der Studenten beeindruckt: „Für uns sind das tolle, konkrete Daten und Ergebnisse, die wir für die weitere Ausrichtung des Museums und die Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen nutzen können.“ Die Besucherbefragung für das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr fand im Rahmen eines Workshops statt. Teilgenommen haben Studierende im Hauptstudium der Bachelor-Studiengänge International Management und Tourism & Event Management. Geleitet wurde der Workshop von Frau Prof. Dr. Julia Frohne, die als ehemalige Marketingdirektorin der Kulturhauptstadt RUHR.2010 den Studierenden das notwendige Fachwissen vermittelte und sie bei der Ausgestaltung der Besucherbefragung eng begleitete. Auch sie zeigte sich zufrieden: „Die Aufgabe war sehr umfangreich, in kurzer Zeit mussten eine Vielzahl von Themen bearbeitet werden. Unsere Studenten waren jederzeit mit großem Engagement bei der Sache und haben gleichzeitig gelernt, wie sich Projektarbeit unter realen Bedingungen gestaltet“. Praxisprojekte wie dieser Workshop sind fester Bestandteil eines Bachelor-Studiums an der ISM. Die Studenten können dadurch theoretisches Wissen in der Praxis anwenden und gleichzeitig soziale Kompetenzen trainieren.


 

Hintergrund:
Die International School of Management (ISM) zählt zu den führenden privaten Wirtschaftshochschulen in Deutschland. In den einschlägigen Hochschulrankings firmiert die ISM regelmäßig an vorderster Stelle.

Die ISM hat Standorte in Dortmund, Frankfurt/Main, München und Hamburg. An der staatlich anerkannten, privaten Hochschule in gemeinnütziger Trägerschaft wird der Führungsnachwuchs für international orientierte Wirtschaftsunternehmen in kompakten, anwendungsbezogenen Studiengängen ausgebildet. Alle Studiengänge der ISM zeichnen sich durch Internationalität und Praxisorientierung aus. Projekte in Kleingruppen gehören ebenso zum Hochschulalltag wie integrierte Auslandssemester und -module an einer der über 140 Partneruniversitäten der ISM.

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Stand: 06.06.2012

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