Bilanz 19. Internationales Jazz-Festival: "Jazz an der Ruhr" verbindet Generationen
Klaus Doldinger begeisterte am Freitag Abend sowohl mit seiner Passport-Mannschaft als auch im unkonventionellen Zusammenspiel mit dem jungen Ausnahmetalent Max Mutzke
Dass Musik durchaus Generationen verbinden kann, stellte das 19. Internationale Jazz-Festival unter Beweis. Highlight dieses Jahres: Der erfolgreichste deutsche Jazzmusiker, der Saxofonist und Komponist unzähliger Fernseh- und Filmtitel Klaus Doldinger begeisterte am Freitag Abend sowohl mit seiner Passport-Mannschaft als auch im unkonventionellen Zusammenspiel mit dem jungen Ausnahmetalent Max Mutzke. Ebenso generationenübergreifend wie die Musiker präsentierte sich das Publikum: Jugendliche Mutzke-Fans feierten gemeinsam mit Jazz-Freunden der mittleren Jahrgänge und Altersgenossen von Klaus Doldinger ein rundum gelungenes Konzert auf Schloß Broich.
Veranstaltet wurde das Festival in bewährter Kooperation der Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH (MST) mit dem Kooperationspartner Mülheimer Jazz-Club. Beide zeigten sich sehr zufrieden: "Unser Konzept, mit einem originellen Programm neue Wege zu beschreiten, kam beim Publikum sehr gut an", resümiert Bernd Westhoff, Leiter der MST-Veranstaltungsabteilung. "Mit einer ausgefeilten Zusammenstellung verschiedenster Künstler und Stilrichtungen wollten wir die vielfältigen und oft Genre überschreitenden Facetten des Jazz präsentieren." Versteht sich, dass das Publikum entsprechend gut gemischt war und sich über musikalische Überraschungen freuen konnte.
"Das Programm und die Atmosphäre wurden von vielen Besuchern, darunter eine überraschend hohe Zahl auswärtiger und junger Jazz-Freunde, gelobt", stellte MST-Geschäftsführerin Inge Kammerichs fest. "Dank der Unterstützung der MülheimPartner konnten wir die Konzerte zu moderaten Preisen einem breiten Publikum zugänglich machen."
Am Freitag eröffnete die Band "Solarphase" mit loungigem, zeitlos schönem Pop-Jazz das Festival. Klaus Doldinger's Passport brillierte mit Klassikern, neueren Kompositionen und natürlich gemeinsam mit Max Mutzke. Der einstige Grand-Prix-Teilnehmer (wie passend!) brachte mit Klassikern der 70ern Soul-Atmosphäre in den Schloßhof. Dessen Ambiente genossen nicht nur die Besucher, sondern auch die Künstler, die ihren Auftrittsort ausdrücklich priesen. Abgetanzt wurde bei einer jazzigen After-Show-Party mit dem DJ "Gärtner der Lüste".
"Jazz an der Ruhr", bedeutet auch Jazz auf der Ruhr.
Damit startete das Festival am Samstag mit der Riverboat-Shuffle: Drei Schiffe der Weißen Flotte steuerten mit fröhlichen Dixieland-Klängen durch das Ruhrtal Essen-Kettwig an. Die Bands "Jazz-Bouillon" Oak-City Jazzband" und "Doubleshots of Dixie" ver-sprühten dabei beste Laune.
Zur anschließenden Jazz-Nacht boten dann die große Bühne im Schlosshof, aber auch der Rittersaal und das Kaminzimmer für jeden Jazz-Fan das Richtige. The Metropol Jazzmen swingten beim Auftakt, bevor Boogie-Legende Vince Weber sein musikalisches Können zum Besten gab. Das Ortlef Ruhrberg Quartett präsentierte im Rittersaal Jazzrock, und orientiert an tradtidionellem Jazz mit New Orleans-Klangbild erfeuten die "Jazzbones" die Zuhörer. Nicht enden wollenden Beifall erhielt das "ULIsses Jazzquartett", das bei den Besuchern im Kaminzimmer große Begeisterung hervorrief: Die jungen Musiker - Schüler und Studenten - heizten mit Bass, Klavier, ganzem Einsatz am Schlagzeug und grandiosem Vibraphonspiel kräftig ein.
Kontrast hierzu boten Scarlett Andrews & Christian Christl, die mit klangvollen Songs stilecht in die 20er Jahre entführten. Liebhaber traditioneller Jazzmusik genossen ein weiteres Highlight des Abends: die legendäre Dutch Swing College Band, die in diesem Jahr ihr 65-jähriges Jubiläum feiert. Und last but not least bot die Band "Now then" Hörgenuss mit spannenden Kompositionen von Thelonius Monk.
Fast 1.000 Besucher zählten die Veranstalter am Freitag, etwa 850 kamen am Samstag. Quer durch die Altersgruppen wurde auch der Ausklang gefeiert: Zum guten Schluss jazzte beim sonntäglichen Frühschoppen der Nachwuchs aus Jazzclub und Otto-Pankok-Bigband mit den "Veteranen"des Genres wie der Woodhouse Jazzband.
Fotogalerie "Jazz an der Ruhr"
Fotos: Jiri Kollmann
Kontakt
Kontext
- Programmheft Jazz an der Ruhr − 19. Internationales Jazz-Festival Mülheim an der Ruhr (Dateigröße: 1982 KB/-typ: pdf)
Stand: 01.06.2011







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