Bilanz 20. Internationales Jazz-Festival: Hammond-Feuerwerk zum Geburtstag
Heiße Rhythmen bei kühlen Temperaturen: Das 20. Internationale Jazz-Festival Mülheim an der Ruhr auf Schloß Broich von Freitag bis Sonntag, 17. bis 19. Juni, präsentierte sich zu seinem runden Geburtstag mit einem musikalischen Feuerwerk. Den Auftakt machte am Freitag die Night of Jazz mit einem grandiosen "Hammond Inferno": Vor allem "Barbara Dennerlein & Bebab", aber auch Andi Kissenbeck's Club Boogaloo und Know What I Mean? begeisterten die Besucher gleichermaßen mit groovendem und bluesigem Orgel-Jazz.
Veranstaltet wurde das Festival in Kooperation der Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH (MST) mit dem Kooperationspartner Mülheimer Jazz-Club. Auch wenn es auf Grund des regnerischen und windigen Wetters zur Durchführung der Veranstaltung Bedenken gab, waren die Besucher, die gekommen waren in bester Stimmung. Alle Sitzplätze auf den Bänken im Schloßhof waren belegt und die kostenlos verteilten gelben Regencapes stießen auf positive Resonanz und ergaben ein farbenfrohes Bild.
"Die Besucher in Mülheim sind tapfer. Trotz des schlechten Wetters haben sie durchgehalten", sagt MST-Geschäftsführerin Inge Kammerichs, was auch die Musiker bestätigen konnten. Und dazu gab es auch allen Grund: Denn das Festival überraschte mit etlichen musikalischen Highlights.
Traditionelle Stilrichtungen prägten den Samstag. Los ging es mit Jazz an der Ruhr im wahrsten Sinne des Wortes auf zwei Schiffen der Weißen Flotte. Die zweistündige Tour nach Essen-Kettwig und zurück wurde von den Formationen SuperJazz und Milchkännchen musikalisch begleitet.
Zwölf Bands luden anschließend zum Jazz-Marathon auf der Bühne im Schloßhof und im Kaminzimmer und Rittersaal ein. Darunter brillierten mit kraftvollem Sound The Joy of Swing feat. Engelbert Wrobel und die Allotria Jazzband feat. Beverly Daley, eine der profiliertesten Gruppen der Jazzszene. Pete York – einer der weltbesten Schlagzeuger – unter anderem bei Helge Schneider, war kurzfristig eingesprungen. Und Beverly Daley, die an diesem Abend überhaupt erstmals mit dieser Band auf einer Bühne stand, ließ mit ihrem temperamentvollen und ausdrucksstarkem Auftritt die kühlen Temperaturen vergessen. Sie überzeugte mit ihrem Gesang in der Tradition einer Ella Fitzgerald.
Ein Überraschungserfolg war die Mülheimer Band The Pursuit, die mit Interpretationen von Soul und Pop sowie modernen Jazz-Songs die Besucher in Scharen ins Kaminzimmer lockten. Beeindruckend auch der 13-jährige Claudio Krott, der mit seiner Virtuosität auf dem Xylophon – ein äußerst seltenes Instrument im Jazz – begeisterte.
Beim Jazz-Frühschoppen am Sonntag gaben sich noch zum Abschluss des Festivals die Profis der Cologne Dixieland Company und die Junioren von Schüler-Bands und -Big Bands klangvolle Kostproben ihres musikalischen Könnens. Professionell wie ihre großen Vorbilder fanden sie auf der Bühne im Schloßhof ein gutes Podium.
Die abwechslungsreiche Gastronomie und die einzigartige Atmosphäre von Schloß Broich trugen außerdem zu einem gelungenen Festival-Verlauf bei.
Dank der Unterstützung des MülheimPartner-Programms konnte das Jazz-Festival auch 2011 gesichert werden.
"Die Besucher des Jazz-Festivals sind hart im Nehmen und haben das abwechslungsreiche Programm zu würdigen gewusst", freut sich Bernd Westhoff, Leiter der Veranstaltungsabteilung der MST GmbH. "Und dass Jazz Generationen verbindet, hat sich an diesem Wochenende wieder gezeigt: Der Altersabstand zwischen den Musikern betrug teilweise 60 Jahre. Jeder Künstler wurde dabei gleichwertig angenommen, ob 13 oder 73 Jahre alt!"
BILDERGALERIE JAZZ-FESTIVAL 2011 (Fotos: Nicole Trucksess)
Kontakt
Stand: 28.06.2011







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