Bildung

Finger erklimmen Bücher, gesellschaftliche Teilhabe durch gute Bildung."Gesellschaftliche Teilhabe beginnt mit der frühkindlichen Förderung von Gesundheit und Bildung. Wir wollen Kinder stark machen und ihnen gute Rahmenbedingungen für ihr gesundes Aufwachsen und eine erfolgreiche Bildungsentwicklung bieten.

Damit das gelingt, brauchen wir möglichst früh Angebote für Familien und ihre Kinder, auch weil wir wissen, dass Investitionen in frühkindliche Bildung dramatisch höhere Renditen stiften als in späteren Bildungsphasen" (Ökonomie-Nobelpreisträger James Heckmann, aus FAZNET (Frankfurter Allgemeine Zeitung online) „Sparen an der Bildung - aber richtig“, 24. Mai 2010).

Möglichst frühe Bildungsangebote

Deshalb gibt es bereits umfangreiche aufeinander abgestimmte Angebote in der Stadt. Die, beginnend noch vor der Geburt, ineinander greifen. Gleichwohl gilt es, noch bestehende Lücken zu schließen und erfolgreiche Projekte in Regelstrukturen zu überführen.

Mit unseren Angeboten wollen wir die Familien möglichst früh erreichen. So haben wir mit den Mülheimer Familienhebammen ein sehr niedrigschwelliges Angebot für Familien geschaffen auch, weil „Hebammen mehr für Bildung bringen als Professoren, denn wer als Säugling eine stimulierende und stärkende Umgebung hatte, kann Bildungsangebote besser für sich nutzen“ mutmaßt auch Bildungsökonom Friedhelm Pfeiffer.

In unseren städtischen Kindertageseinrichtungen (Kita) arbeiten wir nach dem potenzialorientierten elementarpädagogischen Ansatz der Early Excellence Centres (EEC), bei dem die besondere Zusammenarbeit mit den Familien der Kinder eine zentrale Rolle spielt.

Wir wollen Schulerfolg ermöglichen, unabhängig von sozialer Herkunft. Besonders Kinder mit Migrationshintergrund aus bildungsbenachteiligten Milieus haben vergleichsweise geringere Bildungschancen. Fördermöglichkeiten durch ihre Eltern und soziale Netzwerke sind häufig durch ökonomische, soziale und bildungsbezogene Mangelsituationen eingeschränkt, darum ist eine qualitativ hochwertige und individuell ausgerichtete Förderung notwendig, die an den Stärken der Kinder und Familien anknüpft. Dafür haben wir ein vielfältiges Beratungs- und Unterstützungsangebot etabliert. Wir wollen die Leistungen der Familie anerkennen und Unterstützung anbieten, die ihre Lebensrealität einbezieht. Das Kind und seine Familie stellen wir dabei in den Mittelpunkt unseres Handelns.

Beratungs- und Unterstützungsangebote für Eltern

Die Einbeziehung der Eltern spielt für uns eine zentrale Rolle. Für sie halten wir eine Reihe unterschiedlicher Angebote wie Opstapje, Griffbereit und Rucksack vor, die auf die Stärkung von Erziehungskompetenz zielen.

Rund 50 Prozent der unter Dreijährigen Mülheimer Kinder haben einen Migrationshintergrund. In einigen Mülheimer Gebieten verzeichnen wir bis zu 50 Prozent Kinderarmut und viele Kinder, die ohne ausreichende Sprachkompetenz eingeschult werden. Die Mülheimer Schuleingangsuntersuchungen belegen außerdem eindeutig den Zusammenhang von sozialem Status, Gesundheits- und Entwicklungsstand der Kinder.

Für alle Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und deren Eltern haben wir ein vielfältiges Beratungs- und Unterstützungsangebot etabliert, zu dem die Bildungslaufbahnbegleitung (insbesondere für Neuzuwanderer, die sogenannten Seiteneinsteiger) ebenso zählt wie beispielsweise das Programm „DILIM“ als schulergänzendes Sprachbildungsangebot.

Kulturelle Bildung

Auch der kulturellen Bildung schenken wir im Verlauf der Bildungsbiografie unsere besondere Aufmerksamkeit. Wir wissen, dass Kinder sich ihre Welt durch aktive, sinnliche und kreative Auseinandersetzung mit ihrer Umgebung erschließen und dass schon bei den Kleinsten der musisch-ästhetischen Bildung für die Förderung von Wahrnehmungs-, Erkenntnis- und Selbstbildungsprozessen eine besondere Bedeutung zukommt.

Kulturelle Bildung leistet einen zentralen Beitrag für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Gerade Menschen, die ihre eigenen Bildungs- und Entwicklungschancen als schwierig erleben, fehlen oft Zugänge und Möglichkeiten zu künstlerisch-kulturellen Erfahrungen und damit ein wesentliches Instrument für den interkulturellen Dialog.

Für die Rezeption von Kunst und Kultur ist die Beherrschung der Sprache eine grundlegende Voraussetzung. Das Mülheimer Konzept lebensbegleitendes kulturelles Lernen will Bildungsbereiche der Vorschulbildung, der schulischen Bildung sowie der allgemeinen Weiterbildung mit den Angeboten der Kultureinrichtungen in Bezug setzen sowie Kooperationen bilden und gemeinsame Projekte entwickeln.

Leistungen aus dem Bildungspaket

Eine besonders große Bedeutung für die Förderung umfänglicher Bildung, Teilhabe und Bildungsfähigkeit für Kinder aus Haushalten mit niedrigem Einkommen, haben die Leistungen des sogenannten Bildungspakets (zur Bildung und Teilhabe nach § 28 Sozialgesetztbuch II - SGB II), die durch das Mülheimer Jobcenter in städtischer Trägerschaft beispielhaft frühzeitig umfänglich und mit einem hohem qualitativen Standard sowie mit einer hohen Inanspruchnahmequote eingeführt und etabliert wurden. Im Fokus der Mülheimer Entwicklung des Bildungspakets steht die Weiterentwicklung und Erweiterung der Angebote der lokalen und regionalen Anbieter von sportlichen, kulturellen oder anderen angeleiteten Aktivitäten für Kinder und Jugendliche.

Sozialräumliche Vernetzung, Qualifizierungen

Bei unserer Arbeit legen wir insgesamt großen Wert auf die sozialräumliche Vernetzung der Akteure aus dem Erziehungs-, Bildungs-, Sozial-, Kultur- und Gesundheitsbereich, wie zum Beispiel mit dem "Netzwerk Literacy", bei dem Ehrenamtliche als Lesepaten in Kitas und Schulen mit Kindern lesen.

Die Erziehenden und Lehrkräfte unterstützen wir mit aktuellen Informationen zur Sprachförderung und zu neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen über Sprachentwicklung und Zweitspracherwerb. Wir bieten Qualifizierungen zu interkulturellem Lernen und kultursensibler Kommunikation an. Wir führen regelmäßig Informationsveranstaltungen und Fachtagungen zu den Themen Bildung, Migration und Integration durch.

Übergänge

Unsere besondere Beachtung gilt den Übergängen zwischen den einzelnen Bildungsinstitutionen. An den Schnittstellen wollen wir die Entwicklung eines systematischen Übergangsmanagements entlang der Bildungskette verstärken, also zwischen Kita und Grundschule, beim Wechsel von der Grundschule in die Sekundarstufe I bis hin zum Übergang von der Schule in Ausbildung, Studium und Beruf.

Da Mülheim an der Ruhr mit dem kommunalen Jobcenter Sozialagentur bereits sehr früh beispielhaft aktiv war, wurde es auch als sogenannte Referenzkommune für das Landesmodellprojekt „Neues Übergangssystem“ ausgewählt. Im Rahmen der Trägerschaft für die Grundsicherung für Arbeitssuchende nach SGB II, hat darüber hinaus das örtliche Jobcenter eine zentrale Rolle und seit Jahren einen deutlichen Schwerpunkt im Bereich der Kunden unter 25 Jahren. Im U25-Haus bündeln sich die regelhaften Aktivitäten mit hohem Einsatz und Projekte mit hohem Innovationspotenzial: Casemanagement im SGB II, Begleitung des Übergangs von Schule und Beruf, verschiedene Drittmittelprojekte, Vermittlung in betriebliche, schulische und außerbetriebliche Ausbildung und betriebliche Praktika sowie die Vorbereitung der jährlichen Ausbildungsmesse, zu der fast alle Mülheimer Schulabgänger und Schulabgängerinnen des laufenden Jahrgangs kommen.

Erwachsenenbildung

Bildung ist ein Biografie begleitender Prozess. Deshalb soll die Erwachsenenbildung in unserer Stadt insgesamt zukunfts- und bedarfsorientiert weiterentwickelt und interessant und abwechslungsreich gestaltet werden, ganz im Sinne des lebenslangen Lernens in Mülheim. Das lebenslange Lernen von Bürgerinnen und Bürgern mit Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende im Alter von 15 bis 65 Jahren fördert das kommunale Jobcenter, die Sozialagentur, mit vielfältigen Angeboten zur Förderung von beruflichen Erst-, Zweit-, Teil- oder Folgeausbildungen und –qualifzierungen. Die Förderungen werden als Einzel- und Gruppenangebote durchgeführt, für Kunden mit oder ohne vorhandene Vorqualifizierungen in allen arbeitsmarktrelevanten Berufs- und Tätigkeitsfeldern.

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Stand: 01.06.2017

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