Archiv-Beitrag vom 13.01.2016Bildungskonferenz erzeugte großes Interesse

„Bildung für Flüchtlinge in Mülheim an der Ruhr“

Das Thema schien zu reizen, denn zur neuerlichen Bildungskonferenz unter dem Titel „Bildung für Flüchtlinge in Mülheim an der Ruhr“ kamen rund 300 Akteure aus dem Bereich Bildung in die Stadthalle.

Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani von der Fachhochschule in MünsterMit dem Referenten Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani von der Fachhochschule in Münster hatten die Organisatorinnen vom Bildungsbüro der Stadt einen „Glücksgriff“ getan. Kompetent und kurzweilig führte der Professor für Politikwissenschaften mit seinem Impulsreferat in das Thema ein. El-Mafaalani sprach über „Integration durch Bildung – was können wir aus den Erfahrungen der vergangenen Migrationspolitik für die gegenwärtigen Aufgaben lernen?“
Das Wichtigste, so die These von Prof. El-Mafaalani zusammengefasst, ist, dass sowohl ausreichende Kita-Plätze auch für Flüchtlingskinder zur Verfügung stehen, als auch die Schulpflicht der über sechsjährigen Migrantenkinder eingehalten werde. Das dies keine einfache Aufgabe ist, war allen Beteiligten klar. Denn teilweise kommen die Kinder aus Familien mit einer bestehenden Bildungskette und wurden auch in ihren Heimatländern beschult. Teilweise sind es Kinder und Jugendliche, die aufgrund der Herkunftsschicksale (Krieg und Vertreibung) nie oder nur unzureichend beschult wurden.
„Wir dürfen nicht die Fehler unserer Altvorderen von vor 30 Jahren machen und die Flüchtlingskinder nicht in Bildung integrieren. Die Folgen bekommen wir heute noch zu spüren“, so Prof. El-Mafaalani.

Podiumsrunde zum Thema

In zwei fachlich gut besetzten Podiumsrunden wurde den Anwesenden noch einmal ein Überblick über das gegeben, was in Mülheim zu diesem Thema bereits geschieht. „Strukturen, Arbeitsfelder und Verantwortlichkeiten“ wurden durch Andrea Moser vom Kommunalen Sozialen Dienst der Stadt, Dr. Sonja Clausen vom CBE, Birgit Hirsch-Palepu von der Diakonie, Martina Pattberg von der Caritas, Sven Schlötcke vom Theater an der Ruhr und Martina Kleinewegen vom Kommunalen Integrationszentrum vertreten und erläutert.
Im Zusammenhang mit dem Thema Bildung und Arbeitsmarkt beantworteten Heike Küßner (KiTa Menschenskinder), Simone Dausel (Grundschule Styrum), Magnus Tewes (Karl-Ziegler-Gymnasium) Sven Manshon (HRW), Jürgen Koch (Agentur für Arbeit) und Klaus Konietzka (Sozialamt) die zentrale Frage „Was brauchen die Kinder und Jugendlichen“ um an Bildung zu partizipieren und ihren Platz am Arbeitsmarkt zu finden.

Zuvor hatte Sozialdezernent Ulrich Ernst noch einmal die Mülheimer Flüchtlingssituation skizziert. Zahlen, die die derzeitige Situation deutlich machen: Ende 2014 hatte Mülheim 730 zugewiesene Flüchtlinge zu versorgen und unterzubringen; Ende 2015 waren es bereits 2.214 – und wöchentlich kommen rund 100 weitere Personen dazu, so der Sozialdezernent.

In seiner Begrüßung stellte Oberbürgermeister Ulrich Scholten zu Beginn der Konferenz deutlich fest: „Von meiner Vorgängerin weiß ich, dass Bildungskonferenzen in unserer Stadt schon eine sehr lange Tradition haben und diese schon einberufen wurden, als sie längst noch nicht Standard in NRW waren. Das Thema Bildung hat für die Entwicklung unserer Stadt eine zentrale Bedeutung. Wir haben in Mülheim frühzeitig erkannt, dass die Zusammenarbeit und der Austausch aller Bildungspartner notwendig sind und nur GEMEINSAM Weiterentwicklungen und Fortschritte möglich sind. Deshalb unterstütze ich die Bildungskonferenz auch gerne weiterhin“.

Weitere Informationen zum Bildungsbüro und zu Flüchtlingen in Mülheim an der Ruhr.

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Stand: 16.01.2016

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