Bodenstation 4
Ein Wald mit nassen Füßen- ein Blick in die Unterbodenwelten IV
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Mancher Boden ist etwas ganz besonderes
Wer einmal in einem Bruchwald war, der weiß woher der Name kommt. Im Gegensatz zu den Rotbuchenwäldern erscheint der Bruchwald durch die zahlreichen abgebrochenen Äste, die in den sumpfigen Gewässern liegen vielleicht etwas unordentlich. Dass hier ganz besondere Tiere und Pflanzen leben, kann man sich gut vorstellen. Auch der Boden unter Bruchwäldern ist etwas ganz besonderes. Hier befindet sich das Grundwasser nah unter der Oberfläche. So wie das Wetter mal naß und mal trocken ist so schwankt auch der Wasserstand im Boden. Unter der braunen Humusschicht, in der vor allem Pflanzenteile abgebaut werden, sehen wir zwei weitere sehr wichtige Bodenschichten. Die obere Schicht fällt zeitweise trocken und wird dann durchlüftet. Das im Boden enthaltene Eisen reagiert mit dem Sauerstoff, es oxidiert. Daher können wir gut sichtbare rostfarbene Flecken und Schlieren in dieser Bodenschicht sehen. Die untere Schicht ist dauerhaft wassergetränkt. Wasser im Boden verdrängt Luft – es herrscht Sauerstoffmangel. Das im Boden enthaltene Eisen liegt im Wasser gelöst und nicht mit Sauerstoff verbunden vor, das nennt man reduziert. Wir erkennen diese Schicht an der blau-grauen Färbung – und am Geruch. Denn durch den Sauerstoffmangel entstehen Fäulnisprozesse.
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Menschen verändern den Boden
Früher gab es viele Bruchwälder, besonders in Gebieten, in denen das Grundwasser nahe unter dem Boden ist. Doch diese nassen Böden sind heute sehr selten geworden. Denn der Mensch schätzte den Bruchwaldboden nicht immer so, wie wir heute. Noch vor etwa 100 Jahren versuchten die Menschen, den Wald trocken zu legen, um ihn für die Forstwirtschaft ertragreicher zu machen. Dazu legten sie Entwässerungsgräben an. Noch heute durchziehen Gräben den Speldorfer Wald wie ein Netz. Naturschutz ist auch BodenschutzNicht nur die besonderen Tiere und Pflanzen, deren Lebensraum der nasse Wald ist, wollen wir schützen, sondern auch den seltenen Boden. Dieser Boden bietet nämlich den Grund in dem die Pflanzen wurzeln, die Nährstoffe, die sie benötigen, Nahrung und Lebensraum für die Tiere und Bodenlebewesen in dieser Waldgesellschaft. Wenn der Boden einmal stark entwässert ist, verändert er auch seine Struktur. Dieser Vorgang kann kaum oder nur mit viel Aufwand wieder rückgängig gemacht werden. Doch für unseren besonderen Speldorfer Wald ist es ist noch nicht zu spät. Der Boden ist immer noch etwas nass und hat dadurch seine besondere Beschaffenheit behalten. Wenn wir abwarten, setzen sich die Gräben zu und verlanden. Das ist unsere Chance, die Lebensbedingungen für die Tiere und Pflanzen hier wieder zu verbessern.
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Weiterführende Informationen:
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Stand: 05.04.2011



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