Bodenstation 9
Klimawandel: Vom Fels zum Boden - Das Mülheimer Bodenleben
Das Klima vergangener Zeiten
An Felswänden entlang des Ruhrtals ist der Ruhrsandstein zu sehen. Etwa 317 Millionen Jahre ist er alt. Neben den sichtbaren Sandsteinen und Tonsteinen finden sich im Untergrund zahlreiche Kohlenflöze. Sie sind Zeugen eines feucht-warmen Klimas. Die Landschaft war damals von Sümpfen und Seen geprägt. Farne, Schachtelhalme, Schuppen- und Siegelbäume wuchsen in einer tropischen Sumpfwäldern. Kalksteinen und Mergel gibt es weitverbreitet im nördlichen Stadtgebiet. Meist werden sie bei Bauarbeiten sichtbar und treten als blau-grünliche Mergel zu Tage. Im Steinbruch am Kassenberg sind sie an der Felswand aufgeschlossen. Vor etwa 100 Millionen Jahren war hier der Rand eines flachen Meeres. In einem gleichmäßig warmen Klima säumten Lagunen und flache Strände das Ufer.
Seit etwa 2,6 Millionen Jahren leben wir in einer Epoche, die Geologen als Quartär bezeichnen. Eiszeiten und Warmzeiten, die mehrfach miteinander wechselten, haben die Landschaft seither geformt und auch die Talbildung an Rhein und Ruhr im Wesentlichen ermöglicht. Mächtige Gletscher reichten während der größten Ausdehnung des Eises nach Süden bis über die Ruhr in Mülheim. Weite Teile Mitteleuropas waren im Dauerfrost erstarrt. Zeugen aus dieser Vergangenheit finden sich auch in Form alter Flussschotter in Höhenlagen weit über dem heutigen Talboden der Ruhr. Feinkörnige Partikel, die der Wind ausgeblasen hatte, bedecken als Löss weitflächig die Hoch- und Hanglagen. Lösslehm bedeckt in typisch gelb-brauner Färbung z. T. großflächig und mächtig die Hänge und Hochflächen östlich der Ruhr in Menden, Holthausen, Fulerum und Ickten.
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Wie Boden entstehtAusgangsstoff aller Böden ist das unbelebte Gestein, der obersten Erdkruste. Durch Verwitterungsprozesse, wie beispielsweise den Wechsel von Frost und Wärme zerfällt das Gestein zunächst in unterschiedlich große und kleine Teile. Wind, Wasser und Eis bewegen sie von einem Ort zum anderen. Im Kontakt mit Wasser, der Atmosphäre und den darin enthaltenen Stoffen werden im Laufe langer Zeiträume auch Minerale chemisch zersetzt. Salze, Karbonate und Silikate werden so gelöst und es entstehen neue Tonminerale. Moose, Algen und Flechten, die auf verwitternden Gesteinsoberflächen siedeln können, fördern durch die Abgabe von Säuren den Zersetzungsprozess und sammeln Nährstoffe an. Während dieser ersten Pionierbesiedelung beginnen zeitgleich Bodenlebewesen in den Bodenkörper einzuwandern. Diese zersetzten die abgestorbenen organischen Substanzen wie die Pflanzenreste und lassen nun eine Humusschicht entstehen. Jetzt beginnen Farn- und Blütenpflanzen sich auf dem so entstandenen Boden anzusiedeln.
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Stand: 05.04.2011



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