Bombenentschärfung am Hingberg am 18. Januar
Bombe erfolgreich entschärft
In Mülheim an der Ruhr ist am Freitag vormittag die größte Bombenentschärfung seit dem Zweiten Weltkrieg problemlos verlaufen. Zwei Stunden war in einem Umkreis von 500 Metern die Innenstadt nahe dem Hauptbahnhof und dem "Forum" gesperrt. Mehr als 2.200 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Davon allein über 200 Bewohner des Senioren- und Pflegezentrum Bonifatius, die samt Betten in Essen und Gelsenkirchen untergebracht wurden.
Mit zirka 40 freiwilligen Helfern der Mülheimer Hilfsorganisationen wurde bereits am Donnerstag um 10 Uhr mit der Evakuierung der 70 Bettlägerigen begonnen. Als weiteres Quartier wurde die Rhein-Ruhr-Sporthalle für die Unterbringung von 500 Personen eingerichtet, einschließlich der Betreuung durch die Notfall-seelsorge vom Kirchenkreis an der Ruhr. Dort fanden sich bis kurz vor der Entschärfung über 100 Bürger aus der Umgebung ein. Einige Firmen waren mit der gesamten Belegschaft erschienen.
Kurz vor 11 Uhr lag die Essener Straße wie ausgestorben. Außer dem Singen der Vögel hörte man nichts. Der Bahnverkehr zwischen Mülheim und Essen stand über eine Stunde lang still.
Auch die Einsatzkräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr, dem DRK, der JUH, den Maltesern, der DLRG, dem THW, der Polizei sowie die Bediensteten von Hochbau- und Ordnungsamt und den Mülheimer Verkehrsbetrieben, die sich hier am Lagezentrum vor dem Aldi-Parkplatz aufgebaut haben, mussten in ihren Containern und Fahrzeugen Schutz suchen. Denn es galten Luftschutzbestimmungen: kein Mensch sollte sich im Freien aufhalten. Das galt ebenso für die vielen Vertreter der Presse, örtlich wie regional, die bereits von 8.00 Uhr an mit allen Informationen in Bild und Ton versorgt wurden.
Nach langen 45 Minuten, gegen 11.45 Uhr hört man deutlich einen dumpfen Knall. Der Zünder der englischen Fünf-Zentner-Bombe wurde noch vor Ort gesprengt.
Foto: WAZ Mülheim
Weil das Zündergehäuse der englischen Fliegerbombe abgerissen war, dauerte die Entschärfung doppelt so lang, wie normalerweise, so die Aussage von Sprengmeister Jost Leisten. Aber es war für ihn trotzdem ein ganz normaler Routine-Einsatz.
Die Bombe wird jetzt nach Hünxe gebracht und auf dem Sprengstoffentsorgungsgelände verbrannt.
Wenige Minuten später, nachdem alle Sperrungen wieder aufgehoben waren, floss der Verkehr wieder, als hätte es nie eine Bombe gegeben, als wäre nicht ein ganzes Viertel rund um den Fundplatz am Hingberg evakuiert worden.
Solch eine aufwändige Evakuierungsmaßnahme gab es für die Feuerwehr, die Polizei und die Hilfsorganisationen zum ersten Mal.
"Es ist alles absolut reibungsfrei gelaufen", sagte Feuerwehrchef Burkhard Klein. Ihm lag vor allem am Herzen, den 200 ehren-amtlichen Helfern zu danken, die 150 Berufskräfte unterstützt hatten.
Kurz nach dem ersten Einsatz wurde auf einer weiteren Baustelle - an der Westminsterstraße - eine zweite Bombe gefunden. Das Gehäuse war jedoch bei den Erdarbeiten bereits aufgerissen worden.
Sie musste nicht mehr entschärft werden und konnte ebenfalls zur Verbrennung mit nach Hünxe genommen werden.
Kontakt
Stand: 25.03.2009













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