Broschüre für die Vorschule

 

Vorwort

Liebe Erzieherinnen, Erzieher und Eltern,

kindliche Neugier, Spiel- und Nachahmungstrieb, das sind die Hauptursachen, wenn Kinder Feuer legen. Das Aussprechen eines Verbots zeigt keine Wirkung, denn es besteht keine Kontrollmöglichkeit. Im Gegenteil, es führt zu Heimlichkeiten. Kinder brauchen ein unverkrampftes Verhältnis zum Feuer. Das Thema darf nicht totgeschwiegen werden, denn Neugier und Fortschritt führen zwangsläufig zu diesem Element hin. Entsprechend vorbereitet, haben Kinder den nötigen Respekt und können das Feuer besser beherrschen.

Mit diesem Heft erhalten Sie eine Unterlage, die Sie mit den Inhalten der Brandschutzerziehung der Feuerwehr Mülheim an der Ruhr vertraut macht. Außerdem enthält er Kopiervorlagen zum Aushang im Kindergarten sowie Malvorlagen für die Kinder.

Wir als Feuerwehrleute wollen den Kindern durch gezielte und effektive Brandschutzerziehung die magische Anziehungskraft von Zündmitteln nehmen, auf resultierende Gefahren hinweisen und das richtige Verhalten im Notfall vermitteln.

Das beinhaltet:

  • Vertrauen zur Feuerwehr schaffen
  • Das Erlernen von Name und Adresse
  • Alarmieren der Feuerwehr
  • Richtig handeln, wenn es brennt
  • Sicherer Umgang mit Feuer und Zündmitteln

Dadurch wollen wir Brände verhindern, frühe Alarmierungen erreichen und Fehlalarme reduzieren. Eltern können ihre Kinder unterstützen, indem sie sich Zeit nehmen, das Erlernte zeigen zu lassen, die Sinneserfahrungen zu fördern und das Notrufschema einzuüben. Wir hoffen auf Ihre Mithilfe, denn nur so ist es möglich, diese Ziele zu verwirklichen!

Ihr Brandschutzerzieherteam der Berufsfeuerwehr Mülheim an der Ruhr

 

Titelblatt der Info-Broschüre zur Brandschutzerziehung bei der Feuerwehr Mülheim an der Ruhr

 

In der Info-Broschüre finden Sie Vorlagen zur Brandschutzerziehung der Feuerwehr Mülheim zum Kopieren für den Aushang im Kindergarten und zum Ausmalen.

 

Diese erhalten Sie kostenlos bei den Brandschutzerziehern auf den Feuerwachen oder zum Download als PDF-Datei im Kontext.

 

 

 

Wer Bescheid weiß, spielt nicht mit dem Feuer!!!

 

Konzept

Bevor die Feuerwehr in den Kindergarten kommt, sollten die Eltern informiert werden. Hierzu kann die Kopiervorlage "Die Feuerwehr kommt" genutzt werden.

 1. Vorbereitender Unterricht im Kindergarten (Vorschulkinder)
Dieser Unterricht umfasst etwa zwei Stunden, in denen die Vorschulkinder aus den verschiedenen Gruppen in einem Raum zusammengefasst werden. Hier wird den Kindern der Umgang mit Feuer bzw. Zündmitteln, das Verhalten im Brandfall, die Wirkung von Feuer und Rauch sowie die Aufgaben der Feuerwehr im Allgemeinen (Löschen - Retten - Schützen - Bergen) näher gebracht. Das Alarmieren (Notruf 112) der Feuerwehr wird mit einer transportablen Telefonanlage erlernt.

2. Besuch der Feuerwache 1 (Aktienstraße 58) oder der Feuerwache 2 (An der Seilfahrt 17-19)
Bei dem etwa zweistündigen Besuch der Feuerwache dürfen die Kinder z. B. in die Feuerwehrfahrzeuge einsteigen und evtl. eine Drehleiter im Einsatz beobachten. Außerdem werden der Tagesablauf auf der Wache, Rettungswege, verschiedene Löschmittel sowie die Einsatzkleidung und -geräte eines Feuerwehrmanns erklärt. Danach dürfen die Kinder versuchen, mit einem Strahlrohr (Wasser) das Kinderbrandhaus zu löschen. Abschließend sollen sie versuchen, eine Frage über das Erlernte zu beantworten und erhalten dann eine Urkunde.

3. Ihre Mithilfe
Zwischen den beiden Terminen liegt etwa eine Woche. In dieser Zeit sollte mit den Kindern das Thema Feuer/Feuerwehr weiter behandelt werden (Spiele, Bilder malen, Helme basteln usw.). Anregungen erhalten Sie auf vielen Seiten im Internet, von denen wir Ihnen einige gute im Anhang vorstellen.

Wichtig ist auch das Erlernen der Adresse (Name, Straße, Hausnummer, evtl. Telefonnummer).

Zum Vertiefen der Notrufabfrage...

W       - Was ist passiert?

W       - Wo ist etwas passiert?

W       - Wer ruft an? (Name, Adresse, siehe oben)

W       - Wieviel Personen sind betroffen/verletzt?

W       - Warten (auf weitere Fragen, auf die Feuerwehr)  

... stellen wir Ihnen gerne für ein paar Tage unsere transportable Notruf-Telefonanlage zur Verfügung.

Denken Sie an einen Fotoapparat zum Besuch der Wache!

 


Brandverhütungsmaßnahmen in Kindergärten und Kindertagesstätten

Rettungsweg: Grundsätzlich müssen in Aufenthaltsräumen mindestens zwei voneinander unabhängige Rettungsmöglichkeiten vorhanden sein.

Der 1. Rettungsweg ist immer der "normale" Eingang zum Gebäude oder in den Raum und der Zugang dorthin, auch über die Treppe. Der 2. Rettungs­weg kann ein weiterer Ausgang sein, ist aber in der Regel ein Fenster, über das in Obergeschossen die Rettungsmöglichkeit mit Leitern durch die Feuerwehr besteht.   

In den baurechtlichen Vorschriften sind die An­forderungen an den 1. und 2. Rettungsweg festgelegt.                   

Rettungswege müssen freigehalten werden und als solche zu erkennen sein. Das gilt auch für Terassentüren und Fenster. Die Kennzeichnung soll mit herkömmlichen grünen Rettungsweg-Schildern geschehen.

Ihre Rettungswege sollten mit dem Personal und Kindern besprochen und begegangen werden.

Rauchmelder: Es sollte mindestens ein Rauchmelder in jedem Raum, in dem sich Kinder aufhalten, angebracht sein. Des Weiteren sollte sich mindestens ein Rauchmelder in den Gängen (Flur) befinden.

Feuerlöscher: Die Feuerlöscher müssen nach Vorschrift und den entsprechenden Zeitabständen von einer Wartungsfirma überprüft werden. Die Mitarbeiter sollten sich mit der Bedienung der Feuerlöscher vertraut machen. Die Anleitung befindet sich auf jedem Feuerlöscher. Angeregt wird auch die Anschaffung von Löschdecken.

Alarmübung: Eine Alarmübung sollte angesprochen und auch durchgeführt werden. Dabei sollte ein Sammelplatz festgelegt werden, wo sich alle anwesenden Personen treffen und die Vollzähligkeit festgestellt werden kann. Hierzu muss ein Alarmzeichen festgelegt werden (Glocke, Hupe, Klingel).

 


Rauchmelder retten Leben

Brandtote sind Rauchtote: Noch immer sterben bundesweit mehr als 600 Menschen pro Jahr bei Haus- und Wohnungsbränden. Zwei Drittel dieser Brände entstehen nachts, wenn die Bewohner schlafen. Dabei sterben die Brandopfer nicht durch Flammen, sondern an den Folgen einer Rauchvergiftung. Diese Rauchtoten hatten im Schlaf keine Chance, weil dichter Rauch sich sekundenschnell ausbreitet und bereits wenige Atemzüge zum Tode führen können.

Gefährlicher Irrtum: Umfragen haben gezeigt, dass die Bundesbürger - im Gegensatz zu ihren ausländischen Nachbarn - nur sehr unzureichend über Risiken bei Haus- und Wohnungsbränden informiert sind. Das kann fatale Folgen haben. So glaubte eine Mehrheit der Befragten, im Brandfall mehr als zehn Minuten Zeit zu haben, um Haus oder Wohnung zu verlassen. Ein lebensgefährlicher Irrtum, denn durchschnittlich bleiben gerade mal vier Minuten, um dem Feuer unverletzt zu entkommen. Auch die weit verbreitete Meinung, offenes Feuer oder glühende Zigarettenkippen seien stets Ursache von Wohnungsbränden trügt. Denn häufig war ein technischer Defekt die Ursache für die Tragödie - und das mit steigender Tendenz. Viele Geräte wie beispielsweise TV- und Videoanlagen, Computer, aber auch einfache Haushaltsgeräte, wie Kaffeemaschinen und Toaster, stehen mittlerweile rund um die Uhr unter schleichendem Strom. Und genau da lauert die Gefahr!

Funktionsweise des Rauchmelders: Heimrauchmelder sind batteriebetrieben und bieten dadurch zwei entscheidende Vorteile: Sie können von jedermann in wenigen Minuten installiert werden und die Geräte funktionieren auch bei Stromausfall. Foto-optische Rauchmelder erkennen bereits kleinste Partikel des gefährlichen Brandrauchs in der Raumluft und alarmieren mit einem extrem lauten Alarmton, der auch im Schlaf nicht zu überhören ist.

Darauf sollten Sie beim Kauf achten: Gute Geräte finden Sie im Fachhandel sowie in Baumärkten und Warenhäusern. Achten Sie darauf, dass die Melder der europäischen Norm DIN EN 14604 entsprechen und das VDS-Zeichen tragen.

 


Kontakte

Berufsfeuerwehr Mülheim an der Ruhr
Feuer- und Rettungswache 1
Zur Alten Dreherei 11
45479 Mülheim an der Ruhr
Telefon: 02 08 / 4 55 - 37 90

Feuer- und Rettungswache 2
An der Seilfahrt 17-19
45472 Mülheim an der Ruhr
Telefon: 02 08 / 4 55 - 38 10      

Bei Fragen zu dieser Broschüre, zur Brandschutzerziehung und Terminen wenden Sie sich bitte an:

Horst Brinkmann
Feuer- und Rettungswache 1
Zur Alten Dreherei 11 
Zimmer A1.05
45479 Mülheim an der Ruhr
Telefon: 02 08 / 4 55 - 37 16

 

Links

www.feuerwehr-muelheim.de
www.sicherheitserziehung-nrw.de
www.floriansdorf.de
www.rauchmelder-fuer-nrw.de

 

Kontakt

Kontext


Stand: 07.10.2011

[schließen]

Fehler melden

Sie haben einen Fehler gefunden? Bitte teilen Sie ihn uns mit. Ein Redakteur wird sich umgehend darum kümmern.

Ihre Nachricht

Sicherheitscode (Was ist das?)

 

Bookmarken | Drucken | PDF-Version | RSS-Feed | Fehler melden

Transparenter Pixel