Archiv-Beitrag vom 12.12.2011Bürgerarbeit in Mülheim - Ein Modellprojekt

70 Langzeitarbeitslose nehmen am Programm beim Diakoniewerk Arbeit & Kultur teil

Das durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales iniitierte Modellprojekt "Bürgerarbeit" wird auch in Mülheim an der Ruhr umgesetzt und ist bereits gut angelaufen.

Ausgesuchte langzeitsarbeitslose Personen erhalten im Anschluss an eine Aktivierungsphase für drei Jahre in gemeinnützigen Bereichen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung - eine Möglichkeit sie nicht nur für kurze Zeit in strukturierte Arbeitsprozesse einzubinden und ihnen berufliche Perspektiven zu eröffnen.

Gemeinsam mit der Sozialagentur der Stadt Mülheim an der Ruhr führt das Diakoniewerk Arbeit & Kultur gGmbH die meisten der Mülheimer Bürgerarbeitsplätze durch.

Modellprojekt Bürgerarbeit,Diakoniewerk Arbeit & Kultur. 09.12.2011 Foto: Walter Schernstein

(Foto: Walter Schernstein)

Als ein zusätzliches, ergänzendes Instrument sieht Sozialdezernent Ulrich Ernst das Projekt "Bürgerarbeit". Schon vor Jahren habe die Diskussion in Mülheim begonnen, wie man Arbeit für die schaffen könne, die so schnell keine Arbeit finden würden und entsprechende Intrumente entwickelt.
"Die Zielgruppe für das Instrument Bürgerarbeit sind eher arbeitsmarktferne Personen mit mehreren Vermittlungshemmnissen. In der sechsmonatigen Aktivierungsphase werden noch mal intensive Anstrengungen unternommen, doch noch eine Vermittlung auf den ersten Arbeitsmarkt zu erreichen. Erst danach gibt es die Möglichkeit, einen Bürgerarbeitsplatz zu bekommen," erklärt Matthias Spies, Leiter der Sozialagentur Mülheim an der Ruhr. Von den insgesamt 552 aktivierten Personen konnten 94 Personen vermittelt werden.

    Modellprojekt Bürgerarbeit,Diakoniewerk Arbeit & Kultur. 09.12.2011 Foto: Walter Schernstein  Modellprojekt Bürgerarbeit,Diakoniewerk Arbeit & Kultur. 09.12.2011 Foto: Walter Schernstein

Zum 1. Dezember 2011 gab es 114 bewilligte Bürgerarbeitsplätze (Beantragung noch bis 31.12.2011 möglich); 82 besetzte Bürgerarbeitsplätze, davon 60 beim Diakoniewerk Arbeit und Kultur. Von den 60 Bürgerarbeitern sind 20 am 1.12.2011 gestartet. Die Plätze können noch bis zum 1.5.2012 besetzt werden.

Sozialdezernent Ulrich Ernst dankte allen Beteiligten, allen voran der Diakonie, die hier in Mülheim "Bürgerarbeit" umsetzen. Das Diakoniewerk Arbeit & Kultur zahlt pro Stelle 300 bis 400 Euro dazu. Der Rest wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales übernommen. Diese Gelder mussten zuvor beantragt werden, "doch das ging durch alle politischen Gremien. Dadurch konnten wir zusätzliche Mittel zur Förderung von Arbeit in Mülheim generieren,"so Ernst.

    Modellprojekt Bürgerarbeit,Diakoniewerk Arbeit & Kultur. 09.12.2011 Foto: Walter Schernstein  Modellprojekt Bürgerarbeit,Diakoniewerk Arbeit & Kultur. 09.12.2011 Foto: Walter Schernstein

(Fotos der "Bürgerarbeiter": Walter Schernstein)

Deutliche Veränderungen und Probleme sieht der Sozialdezernent jedoch durch die gesetzlichen Veränderungen bei den Ein-Euro-Jobs auf die Stadt zukommen: "Die Ein-Euro-Jobs können wir so nicht mehr umsetzen, weil der Bund einen Riegel vorgeschoben hat," erklärt Ernst. Es werde auch noch weniger Geld für die Arbeitmarktpolitik zur Verfügung stehen. Schon in diesem Jahr habe der Bund gespart und Kosten auf die Kommunen abgewälzt. "Im nächsten Jahr werden es noch mal 12 Prozent weniger sein, um Menschen in Arbeit zu bringen. Es stehen also deutlich weniger Gelder für solche Maßnahmen zur Verfügung."

Für die"Bürgerarbeiter" ist diese freiwillige Maßnahme besser als gar keine Arbeit. "Gerade vor Weihnachten ist es für sie wichtig, nicht alleine zu sein und gebraucht zu werden", weiß Ulrich Schreyer. Ihr Tag bekommt durch das Modellprojekt bei der Diakonie wieder einen "geregelten Rhythmus und einen Sinn," sagt ein Teilnehmer. Und eine berufliche Perspektive.

 

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Stand: 13.12.2011

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