Archiv-Beitrag vom 24.08.2009Bürgerempfang in der Stadthalle mit großer Beteiligung

In schwierigen Zeiten sollten die Menschen zusammenstehen. Das stellte Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld in ihrer Rede an die rund 500 Gäste fest, die ihrer Einladung zum Bürgerempfang in die Stadthalle gefolgt waren. Traditionell traf sich die Stadtspitze mit "ganz normalen Bürgerinnen und Bürgern" zu einem Abend mit "guten Gesprächen". Im Rahmen des Empfangs wurden erneut die "Helden des Alltags" - in diesem Jahr hieß die WAZ-Aktion "Menschen machen's möglich" - geehrt:  Peter Michael Schüttler, Jürgen Deutschbein und Helga Jungnickel. WAZ-Leser hatten sie aus zehn Kandidaten ausgewählt. "Sie packen an, kümmern sich. Ohne Sie wäre unsere Stadt ärmer, weniger lebens- und liebenswert", sagte Lothar Arnold, Geschäftsführer des Sponsors RWW. Die zehn Kandidaten machten deutlich, dass die Gesellschaft nicht so kalt und egoistisch ist, wie sie oft beschrieben wird. Das Ehrenamt, so Arnold, könne auch der reichste Sozialstaat nicht ersetzen. 

Bürgerempfang. Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld. Stadthalle.21.08.2009Foto: Walter SchernsteinBürgerempfang. Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld. Stadthalle.21.08.2009Foto: Walter Schernstein

Bürgerempfang. Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld. Stadthalle.21.08.2009Foto: Walter Schernstein

(Fotos:Walter Schernstein / Weitere: siehe unten)

Mit einer "Volksweisheit" begann Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld ihre Begrüßungsrede:

"Der Volksmund weiß Bescheid: einmal ist keinmal, zweimal ist immer. Mülheimer wissen mehr: dreimal ist der Beginn einer Serie und sechs Mal eine wunderbare, bewährte Tradition!

Und deshalb sage ich mit ein wenig Stolz: Ihnen allen ein herzliches Willkommen zum diesjährigen, zum traditionellen, zum 6. Bürgerempfang!

Mein besonderer Gruß gilt dabei denjenigen unter Ihnen, die in diesem Jahr zum ersten Mal dabei sind.

Ich freue mich über Ihr Kommen und hoffe für uns alle auf einen schönen Abend mit guten Gesprächen.

Das dürfte übrigens bei so vielen interessanten Gästen aus der Bürgerschaft und der Politik eine leichte Übung sein.

Und dann stelle ich mir jetzt noch vor, wie entspannend es wäre, wenn es gelänge, auch wenn wir politisch miteinander konkurrieren, trotz des Wahlkampfs heute Abend einfach mal durchzuatmen und das Bürgerfest zu genießen.

Also – schau´n wir mal.

Bürgerempfang. Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld. Stadthalle.21.08.2009Foto: Walter Schernstein-

Liebe Gäste,

wie schon in den beiden Vorjahren habe ich der WAZ den Bürgerempfang als Rahmen zur Verfügung gestellt, um verdiente Bürger und Bürgerinnen auszuzeichnen, wir haben sie unter dem Namen – ich zitiere - "Menschen, machens möglich" in den letzten Wochen in der WAZ vorgestellt bekommen und kennengelernt.

Wie gesagt: dreimal ist der Beginn einer Serie und ich hoffe, dass auch dies zur Tradition wird.

Deshalb gilt mein besonderer Willkommensgruß Andreas Heinrich und seinem Team von der Mülheimer WAZ-Lokalredaktion.

Und dann möchte ich noch etwas ankündigen. Ich habe für heute Abend drei Vereine stellvertretend für viele eingeladen, weil deren Arbeit uns allen imponiert und weil ich der Meinung bin, sie könnten alle drei noch ein bisschen Publicity vertragen.

Es geht um die "Alte Dreherei", den "Verein der Freunde der Freilichtbühne" und die "Mülheimer Initiative für Klimaschutz",. Sie haben draußen im Foyer Infotische aufgebaut, an denen Ihnen die engagierten Mitglieder gern Rede und Antwort stehen Ich freue mich, wenn Sie neben Ihren Gesprächen Zeit für sie finden.

Jetzt hieße es geradezu, Eulen nach Athen zu tragen, wenn in diesem Kreise die besondere Bedeutung bürgerschaftlichen Handelns in allen seinen Dimensionen hervorgehoben werden müsste. Jeder einzelne von Ihnen, und jede mit ihrem Engagement und mit dem speziellen Thema leistet einen unersetzlichen und vor allem unverzichtbaren Einsatz für unser Gemeinwesen – und das heißt: für unsere Stadt.

Wie bedeutend dieses Engagement wirklich ist, ein Engagement, das in guten Zeiten leicht übersehen wird, zeigt sich erst in den schwierigen wirtschaftlichen Zeiten dieser Tage.

Die Krise hat uns hier in Mülheim noch nicht voll erreicht - noch liegt die Arbeitslosenquote kaum verändert bei nur 8.3 % und wir haben damit immer noch den besten Wert im gesamten Ruhrgebiet. Aber machen wir uns nichts vor: auch wir werden wohl mit steigenden Arbeitslosenzahlen zum Herbst und mit sinkenden Steuereinnahmen für den städtischen Haushalt rechnen müssen.

Bürgerempfang. Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld. Stadthalle.21.08.2009Foto: Walter Schernstein-

Und in solchen Zeiten ist nichts wichtiger, als zusammen zu stehen!

Es ist dieser Geist des Zusammenhalts, den Sie verkörpern und dafür möchte ich Ihnen mit diesem Bürgerfest noch auch in diesem Jahr sehr herzlich danken.

Gestatten wir uns einen kurzen Blick zurück in das vergangene Jahr 2008.

Es war das Festjahr unseres Stadtjubiläums und vieler denkenswerter Termine, die sich um dieses Ereignis gerankt haben.

Den Höhepunkt aber haben wir erlebt, als wir Ende November des vergangenen Jahres den Lohn für viel Arbeit erhalten haben – Mülheim wurde gemeinsam mit Bottrop Standort einer neuen Fachhochschule für das westliche Ruhrgebiet.

Ich glaube, wir alle verstehen, welche elementare Bedeutung diese Fachhochschule für die Zukunft unserer Stadt hat.

Da wird es eines Tages unerheblich sein, wie ernsthaft, wie engagiert und gelegentlich auch: wie aufgeregt alle politischen Repräsentanten unserer Stadt um den optimalen Standort gestritten haben.

Bald werden wir auch in dieser Frage klarer sehen.

Aber auch sonst waren die vergangenen 12 Monate für Mülheim spannend und – wie ich finde – auch erfolgreich.

Alle großen Projekte sind gut vorangekommen und was noch schöner ist: alle liegen im Zeitplan.

Morgen wird das Medienhaus eröffnet und für die Haupt-Feuerwache an der Duisburger Straße haben wir gestern das Richtfest gefeiert.

Auf dem Ruhrbania-Baufeld I wird zum Jahresende mit dem Bau begonnen

Wenn man sich den Umfang und die Vielzahl der Projekte vor Augen hält, dürfen wir - trotz weiterhin bestehender unterschiedlicher Bewertungen im einzelnen, meine Damen und Herren, - dürfen wir mit den Ergebnissen am Ende zufrieden sein.

In diesem Zusammenhang verweise ich gern auf die wichtige Auszeichnung mit dem "Gütesiegel Mittelstandsfreundliche Kommunalverwaltung", die wir gestern erhalten haben.

Mit diesem Gütesiegel werden Städte mit herausragender Wirtschaftkompetenz ausgezeichnet.

Nach Dortmund sind wir die 2. Stadt im Ruhrgebiet, die dieses Gütesiegel erhält, das 2006 in Düsseldorf auf Initiative von StS Dr. Baganz ins Leben gerufen worden ist.

Bürgerempfang. Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld. Stadthalle.21.08.2009Foto: Walter Schernstein-

Sie sehen, unser Mülheim ist gut aufgestellt.

Eines allerdings muss uns, wenn nicht besorgt, zumindest nachdenklich machen. Landauf - landab ist von fehlendem Vertrauen die Rede. Das Wort "Vertrauensverlust" hat Hochkonjunktur.

Es fehlt an Vertrauen in Institutionen, in die Politik, in die Mitmenschen, in die Lehrer, die Kirche, die Wissenschaft, die Technik......

Viele Menschen glauben nichts und niemandem mehr etwas, wollen auf nichts und niemanden mehr bauen! Obwohl es so viele drängende Fragen gibt, auf die wir gemeinsam eine Antwort geben müssen.

Kann man dem denn überhaupt etwas entgegen setzen? Ich denke schon!

Es gibt Menschen, die suchen Antworten auf drängende Fragen, Fragen nach dem Klimaschutz, nach der Bildung, der Kultur. Einige dieser Menschen sind heute Abend hier - bei unserem Bürgerfest.

Dem Klimawandel etwas entgegen zu setzen, das haben sich inzwischen auch alle Parteien als eine wichtige Aufgabe auf die Fahnen geschrieben.

Schließlich wissen wir, dass der Klimawandel begonnen hat, wir wissen, dass unsere Lebensweise zur globalen Erwärmung beiträgt, wir wissen, was die Starkregenereignisse bedeuten, die in immer kürzeren Abständen unsere Keller voll Wasser laufen lassen.

Und weil wir globale Klimaverantwortung tragen, müssen wir lokal handeln. Genau das tut die "Mülheimer Initiative für Klimaschutz".

Eine andere drängende Frage, meine Damen und Herren, betrifft Bildung, Wissen und Innovation. Das sind die Bausteine, mit denen wir Wohlstand für alle entwickeln und Werte schöpfen können.

Deshalb sind Ganztagschulen, die Fachhochschule und die Zukunftsschule so wichtig.

Weil Bildung der Fels ist, auf den unsere Kultur gebaut ist. Und sich an unsere Wurzeln zu erinnern, Vergangenes zu bewahren, um damit Beispiele für die Gegenwart zu geben, das ist eine beachtenswerte bürgerliche Leistung. Die Stichworte dazu heißen "Alte Dreherei" und "Freilichtbühne".

In diesen von Bürgern und Bürgerinnen dieser Stadt getragenen Initiativen und Projekten steckt mehr Kraft als Frust, steckt mehr Zuversicht als Unzufriedenheit, steckt mehr Hoffnung als Resignation.

Es ist das bürgerliche Engagement, es ist die starke Zivilgesellschaft, womit die Fragen nach dem Zusammenhalt der Mülheimer Gesellschaft beantwortet werden können, es ist die Kraft des Ehrenamtes, mit dem Ausgrenzung und soziale Spaltung - wenn nicht verhindert, so doch gemildert werden können.

Und deshalb ist es vor allem aber die Aufgabe von Politik und Wirtschaft, dieses Engagement zu stützen, zu fördern und selbst aktiv zu betreiben.

Und nicht zu vergessen, meine Herren und Damen: Dafür ist gute Arbeit, sind Arbeitsplätze wichtig. Für alle Generationen. Damit unsere Stadt wirtschaftlich und ökologisch stark bleibt.

Damit sie ein lebendiger, weltoffener und kulturstarker Teil der Metropole Ruhr sein kann.

Wir müssen also die Zukunft bejahen, und Probleme nicht als Last sondern als Herausforderungen begreifen."

Bürgerempfang. Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld. Stadthalle.21.08.2009Foto: Walter Schernstein

Bürgerempfang. Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld. Stadthalle.21.08.2009Foto: Walter Schernstein-

Bürgerempfang. Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld. Stadthalle.21.08.2009Foto: Walter Schernstein

 

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Stand: 26.08.2009

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