Dagmar Mühlenfeld begrüßt zur Veranstaltung mit Professor Klaus Hurrelmann

Rede von Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld

anlässlich der Veranstaltung "Eltern im Zeit-Stress" mit Professor Hurrelmann

zum 10. Geburtstag des Mülheimer Bündnisses für Familie

am Mittwoch, 5. November 2014, 15.30 Uhr,

Ev. Familienbildungsstätte

 ***

 

Sehr geehrter Herr Professor Hurrelmann,

sehr geehrte KuratorInnen des Mülheimer Bündnisses für Familie,

sehr geehrte Frau Kox von der RWE-Deutschland AG,

sehr geehrter Herr Schreiber von der AOK Essen/Mülheim,

meine sehr geehrten Herren und Damen,

im Namen des Mülheimer Bündnisses für Familie begrüße ich Sie alle herzlich hier in der Ev. Familienbildungsstätte. Ich freue mich sehr über Ihr Interesse an unserer Veranstaltung. Das hat sicher auch mit dem vielversprechenden Titel: „Eltern im Zeit-Stress“ zu tun. Es ist schön, dass Sie sich die Zeit dafür genommen haben. Und ich hoffe sehr, dass wir zu diesem Thema auch über den heutigen Nachmittag hinaus im Gespräch bleiben werden.

Ich danke der Ev. Familienbildungsstätte, namentlich der Leiterin, Annette Sommerhoff, und dem Superintendenten des Kirchenkreises An Der Ruhr, Helmut Hitzbleck, dafür, dass wir diesen Ort inmitten der Stadt für dieses so zentrale familienrelevante Thema nutzen dürfen.

Frau Sommerhoff und Herr Hitzbleck sind übrigens beide Mitglieder im Kuratorium des Mülheimer Bündnisses für Familie, das in diesem Jahr zehn Jahre alt wird!

Liebe Gäste

Ich erinnere mich noch sehr gut an unsere Gründungsveranstaltung. Am Nikolaustag 2004 haben wir in Anwesenheit der damaligen Familienministerin Renate Schmidt unser Bündnis aus der Taufe gehoben. Wir gehörten damit nicht zu den allerersten Städten, die ein solches lokales Bündnis für Familie gründeten. Wir waren nochmit an der Spitze der Bewegung, die heute zirka 670 Bündnisse deutschlandweit umfasst.

Allen Beteiligten war damals irgendwie klar, dass das Thema „Familie“ für die Zukunft unserer Stadt von großer Bedeutung sein würde. Schließlich sind wir nach Chemnitz die Stadt mit der zweitältesten Bevölkerung in Deutschland. Wie schnell sich diese Einschätzung bewahrheiten sollte, haben wir allerdings nicht geahnt.

Innerhalb weniger Jahre hat sich das Bewusstsein für die hohe Bedeutung von Familie in unserer Gesellschaft und damit auch für die Städte auf rasante Weise verändert. Das „weiche Thema“ war auf einmal ein harter Standortfaktor.

Und die mit dem Thema verbundenen Herausforderungen wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die besondere Situation von Alleinerziehenden, die Ausweitung von Betreuungszeiten für Kindergarten und Grundschule, aber auch die Frage nach der Unterstützung für Pflegende sind innerhalb kürzester Zeit zu zentralen Themen in Politik und Gesellschaft geworden. Auch in unserer Stadt.

10 Jahre Mülheimer Bündnis für Familie. Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld und Prof. Dr. Klaus Hurrelmann zum Dialog: Eltern im Zeit-Stress. Evangelische Familienbildungsstätte, Scharpenberg 1b. 05.11.2014 Foto: Walter Schernstein

Foto: Walter Schernstein

Wir – die Mülheimer Stadtgesellschaft und die Verwaltung – haben schnell auf dieses neue Bewusstsein und die damit verbundenen nötigen Veränderungen reagiert. Wir haben in den vergangenen Jahren in Mülheim an der Ruhr intensiv am Auf- und Ausbau familienfreundlicher Strukturen gearbeitet. Es ist uns gelungen, die Betreuungssituation für Kindergartenkinder unter und über drei Jahren sowie für Grundschulkinder maßgeblich zu verbessern: 96 Prozent der über 3 Jahre alten Kinder, fast 34 Prozent der unter 3-Jährigen und 38 Prozent der Grund- und Förderschüler nutzen die Mülheimer Betreuungsangebote.

Gleichzeitig haben viele Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen innovative Arbeitszeitmodelle auf den Weg gebracht, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Unser Bündnis hat bisher zwölf Unternehmen in Mülheim für besondere Leistungen auf diesem Gebiet ausgezeichnet.

Die Liste reicht vom großen Industrieunternehmen bis zur überschaubaren Arztpraxis. Sie alle haben ihren ganz eigenen Weg gefunden, um Eltern die Vereinbarkeit zu erleichtern.

Auch durch die in den Stadtteilen aktiven Familiennetzwerke entstehen Strukturen, die mit qualifizierten Angeboten Zeitkonflikte überwinden helfen und Familien bei der Gestaltung ihrer Zeit unterstützen.

Und Sozialverbände, Kirchen und Familienbildungsstätten, aber auch die Verwaltung unterstützen Familien bei der Bewältigung des Alltags. Ob Familienhebammen, Wellcome, die Lila Feen oder FamilienStart – überall entstanden Angebote, die Eltern und ihren Kindern das Leben in unserer Stadt erleichtern sollen.

Nicht zu vergessen das Centrum für bürgerschaftliches Engagement, das mit vielen Projekten wie „Ziel“ oder den „Schulhofspielen“ daran mitarbeitet, Mülheim zu einer kinder- und familienfreundlichen Stadt zu machen.

Dabei denken wir „Familie“ über mindestens drei Generationen, denn auch die Großeltern sind Teile von Familie, und heute zum Teil wichtiger denn je.

Meine sehr geehrten Herren und Damen,

an der Aufzählung der vielen Partner – und die Liste ist bei weitem nicht vollständig - zeigt sich, dass wir 2004 die richtige Entscheidung getroffen haben, als wir über die Struktur unseres Bündnisses beraten und entschieden haben.

Unser besonderes Merkmal: Wir haben – als einziges Familienbündnis in Deutschland – „nur“ ein Kuratorium. In diesem sind aber alle gesellschaftlich relevanten Gruppen unserer Stadt mit ihren Entscheidungsträgern vertreten.

Und so können wir hier – im Kuratorium - die bundesweiten Entwicklungen in der Familienpolitik verfolgen, diskutieren, auf die Umsetzbarkeit in Mülheim hin überprüfen und unsere Einschätzung als Impuls in die Stadtgesellschaft geben.

10 Jahre Mülheimer Bündnis für Familie. Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld und Prof. Dr. Klaus Hurrelmann zum Dialog: Eltern im Zeit-Stress. Evangelische Familienbildungsstätte, Scharpenberg 1b. 05.11.2014 Foto: Walter SchernsteinWir haben uns im Kuratorium in den vergangenen zehn Jahren immer wieder mit den vielen Facetten des Themas „Zeit“ beschäftigt. Denn eines war uns klar: Das Wichtigste, was Familien brauchen, ist Zeit füreinander. Und so bin ich heute sehr stolz, dass wir mit Professor Klaus Hurrelmann den wohl renommiertesten deutschen Forscher auf diesem Gebiet nach Mülheim einladen konnten. Danke, dass Sie Zeit für uns gefunden haben!

Herr Professor Hurrelmann ist Senior Professor of Public Health and Education an der Hertie School of Governance in Berlin. Bis zu seiner Emeritierung 2009 war er Professor an der Universität Bielefeld. Als Sozialisations- und Bildungsforscher lagen seine Schwerpunkte dort auf Familie, Kindheit, Jugend und Schule sowie die Gesundheits- und Präventionsforschung.

Uns ist Professor Hurrelmann besonders aufgefallen durch seine Expertise in den „World Vision Kinderstudien“, die viele überraschende, aber auch für Eltern und Fachleute spannende Ergebnisse bereithalten. Um nur ein solches Ergebnis vorab zu nennen: Kinder, bei denen Vater und Mutter arbeiten, beklagen sich am wenigsten über den Zeitmangel ihrer Eltern! Ja, liebe Gäste, Sie haben richtig gehört…

Sehr geehrter Herr Professor Hurrelmann, ich bin sehr neugierig darauf, was Sie uns heute über die Situation von Familien berichten können. Sie haben sich ja in der AOK-Familienstudie 2014 erneut sehr intensiv mit dem Alltag von Familien auseinandergesetzt. Willkommen in Mülheim an der Ruhr! Wir freuen uns auf Ihren Vortrag und die anschließende Diskussion.

Kontakt


Stand: 11.11.2014

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