Migration · Integration · Interkulturelles Leben
Das Gesicht der Migration in Mülheim an der Ruhr zeigen

Migration & Geschichte: Das bunte Mülheim - eine ganze Welt in unserer Stadt!
Seit vielen Jahren im Einsatz: Der Mülheimer Flüchtlingsrat – für Menschen in Not und für ein besseres Miteinander in unserer Stadt am Fluss

Das bunte Mülheim - eine ganze Welt in unserer Stadt!

Das fordert heraus – zu gegenseitiger Wertschätzung, zu gegenseitigem Respekt! Nur so haben wir eine Zukunft – durch gegenseitige Integration – durch den Weg aufeinander zu! Schöne Theorie? Vielleicht – vielleicht im Sinne der berühmten Worte: I have a dream...

Aber wir leben von solchen Träumen, von Visionen – sie geben uns Kraft, uns in Bewegung zu setzen – in Bewegung zu bleiben auch auf dem Weg der gegenseitigen Integration.

Und unterwegs schärft sich der Blick:

  • Bei der Wohnungssuche nennt ein Bekannter seinen Namen. "Aslan? Sind Sie Türke?" Die Wohnung gab es dann nicht.
  • Ein anderer Bekannter schickt immer wieder seine Bewerbung als Computerfachmann an einschlägige Arbeitgeber.
    Zusatzqualifikationen hat er in Essen/Deutschland erworben. Aber er kommt aus der Ukraine. Bisher gab es keine Reaktionen auf seine Bewerbungen.
  • Warum warten Osman und Svetlana noch länger auf einen Ausbildungsplatz als Thomas und Monika?
  • Eine Bekannte kurdischer Abstammung machte in Spanien Urlaub. Ein deutsches Ehepaar setzte sich im Cafe an ihren  Tisch. Bald waren sie im Gespräch. Das Ehepaar sagte erfreut: Oh, Sie sprechen Deutsch. Warum sagten sie nicht: Oh, Sie sind Deutsche!?
  • Wie gehen wir miteinander um? Sind wir wirklich bereit anzuerkennen, dass es viele Wege nach Rom gibt? Sind wir bereit, im Anderen uns selbst zu erkennen?

Unterwegs schärft sich der Blick. Da nehmen wir wahr, dass Hunderte von Menschen in unserer Stadt aufgrund Berliner Gesetze und Düsseldorfer Verordnungen seit vielen Jahren "auf gepackten Koffern" sitzen, immer nur mit einer Duldung, mit einer Aufschiebung der Abschiebung versehen. Eine Lebensplanung ist unmöglich! Was geschieht mit dem einmaligen Leben dieser Menschen? Die Kinder, zum größten Teil hier geboren und eigentlich Integrationsweltmeister, werden betrogen um etwas ganz Wesentliches: um die verlässliche Erfahrung, dazu zu gehören. Man darf aber Menschen das Wurzelschlagen nicht verbieten, denn das "Sich-Verwurzeln-Wollen" ist eine tiefe menschliche Sehnsucht - wer das verbietet, verstümmelt das Humane.

Auf dem Weg zu gegenseitiger Integration schärft sich der Blick: unser Ziel ist: gemeinsam Bürger-Sein in unserer Stadt!Bürger haben Pflichten, aber Bürger haben auch Rechte; Bürger gehören dahin, wo sie sind, genießen Schutz und Respekt. Sie können sich sicher fühlen. Sie gestalten gemeinsam das Gemeinwesen. Sie wählen ihre Vertreter. Erst wenn Migranten und Flüchtlinge in unserer Stadt Bürger und Bürgerinnen sind, hat sich gegenseitige Integration vollendet.

Dafür wollen wir gemeinsam arbeiten – in unserer Stadt, die die Europäische Charta für den Schutz der Menschenrechte in der Stadt unterschrieben hat, wo es heißt: "Die Rechte gelten für alle Menschen, die in den unterzeichneten Städten leben, unabhängig von ihrer Nationalität. Diese werden als Bürgerinnen und Bürger der Städte bezeichnet."

Und das sollen nicht nur Worte sein!

Ingrid Just, Mülheimer Flüchtlingsrat e. V., im Juni 2007


Kontakt: vhs@muelheim-ruhr.de
kw@wichmann-kommunikation.de
http://www.kulturbetrieb.de
http://vhs.muelheim-ruhr.de
Das Projekt Migration & Geschichte
wurde durch die Leonhard-Stinnes-
Stiftung gefördert.

Impressum
Stand: 16.02.2011

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