Das fordert heraus – zu gegenseitiger Wertschätzung, zu gegenseitigem Respekt! Nur so haben wir eine Zukunft – durch gegenseitige Integration – durch den Weg aufeinander zu! Schöne Theorie? Vielleicht – vielleicht im Sinne der berühmten Worte: I have a dream...
Aber wir leben von solchen Träumen, von Visionen – sie geben uns Kraft, uns in Bewegung zu setzen – in Bewegung zu bleiben – auch auf dem Weg der gegenseitigen Integration.
Und unterwegs schärft sich der Blick:
Unterwegs schärft sich der Blick. Da nehmen wir wahr, dass Hunderte von Menschen in unserer Stadt aufgrund Berliner Gesetze und Düsseldorfer Verordnungen seit vielen Jahren "auf gepackten Koffern" sitzen, immer nur mit einer Duldung, mit einer Aufschiebung der Abschiebung versehen. Eine Lebensplanung ist unmöglich! Was geschieht mit dem einmaligen Leben dieser Menschen? Die Kinder, zum größten Teil hier geboren und eigentlich Integrationsweltmeister, werden betrogen um etwas ganz Wesentliches: um die verlässliche Erfahrung, dazu zu gehören. Man darf aber Menschen das Wurzelschlagen nicht verbieten, denn das "Sich-Verwurzeln-Wollen" ist eine tiefe menschliche Sehnsucht - wer das verbietet, verstümmelt das Humane.
Auf dem Weg zu gegenseitiger Integration schärft sich der Blick: unser Ziel ist: gemeinsam Bürger-Sein in unserer Stadt!Bürger haben Pflichten, aber Bürger haben auch Rechte; Bürger gehören dahin, wo sie sind, genießen Schutz und Respekt. Sie können sich sicher fühlen. Sie gestalten gemeinsam das Gemeinwesen. Sie wählen ihre Vertreter. Erst wenn Migranten und Flüchtlinge in unserer Stadt Bürger und Bürgerinnen sind, hat sich gegenseitige Integration vollendet.
Dafür wollen wir gemeinsam arbeiten – in unserer Stadt, die die Europäische Charta für den Schutz der Menschenrechte in der Stadt unterschrieben hat, wo es heißt: "Die Rechte gelten für alle Menschen, die in den unterzeichneten Städten leben, unabhängig von ihrer Nationalität. Diese werden als Bürgerinnen und Bürger der Städte bezeichnet."
Und das sollen nicht nur Worte sein!
Ingrid Just, Mülheimer Flüchtlingsrat e. V., im Juni 2007
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