Deutliche Qualitätsteigerung in der Mülheimer Notfallversorgung - Zweites ständig besetztes Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) unterwegs
Der Rat der Stadt hat am 21. Februar 2002 den Rettungsdienstbedarfsplan in der 5. Fortschreibung beschlossen. In dem Plan ist der Bedarf, die Bedarfsdeckung und die Zielsetzung im Rettungsdienst dargestellt.
Neueinrichtungen, die durch Vorgaben des Rettungsdienstbedarfsplanes demnach umzusetzen waren, sind zum einen
die feste Besetzung eines zweiten „Notarzteinsatzfahrzeuges“
(NEF)
und
die Benennung eines „Ärztlichen Leiters Rettungsdienst“, in Person von Michael Raulfs.

Freuen sich über die Qualitätssteigerung im Mülheimer Rettungsdienst: Vertreter der Berufsfeuerwehr, der beiden Mülheimer Krankenhäuser sowie "Feuerwehrdezernent" Stadtdirektor Dr. Frank Steinfort (ganz rechts) mit dem neuen Ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes, Michael Raulfs (2.v.r.)
Foto: Walter Schernstein
Beide o.g. Zielsetzungen werden seit dem 1. November 2002 nun umgesetzt.
Gerade im Bereich der Notfallrettung und bei den Rettungswageneinsätzen mit „Notarztbegleitung“ zeigte sich in den letzten Jahren ein erheblicher Anstieg der Einsätze.
Von 1993, damals mit einem Einsatzaufkommen von 2.821 Notarzteinsätzen, bis zum Jahr 2001 mit immerhin schon 4.037 Notarzteinsätzen, ist ein Anstieg von über 1.150 Einsätzen zu verzeichnen.
Dies entspricht einer Steigerung von 43 % in 8 Jahren.
Die Belastung des nur einen, ständig besetzten Notarzteinsatzfahrzeuges (NEF) lag weit über der Machbarkeitsgrenze.
Ab sofort ist an den beiden Krankenhäusern jeweils ein Fahrzeug, welches mit einem Rettungsassistenten der Berufsfeuerwehr und einem Arzt des jeweiligen Krankenhauses besetzt ist, stationiert.
Die Alarmierung der beiden Fahrzeuge erfolgt über die „Leitstelle für Feuerschutz und Rettungsdienst“ der Berufsfeuerwehr, abhängig vom Bedarf.
Der neue Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes, Michael Raulfs, verfügt über eine abgeschlossene Weiterbildung in einem Gebiet mit Bezug zur Notfall- und Intensivmedizin, dem Fachkundenachweis „Arzt im Rettungsdienst“, die Qualifikation als „Leitender Notarzt“ entsprechend den Empfehlungen der Bundesärztekammer und einen auf seine zukünftige Tätigkeit ausgerichteten Lehrgang zum „Ärztlichen Leiter Rettungsdienst“!
Michael Raulfs kann auf eine langjährige Tätigkeit in der präklinischen und klinischen Intensivmedizin zurückschauen.
Er war viele Jahre als Notarzt auf einem Rettungshubschrauber eingesetzt.
Die Aufgaben des Ärztlichen Leiter Rettungsdienst:
Der ÄLRD wirkt mit bei der Einsatzplanung und –bewältigung und bei der Erstellung von rettungsdienstlichen Bedarfsanalysen.
Weiterhin koordiniert er die Aktivitäten der im Rettungsdienst beteiligten Ärzte.
Er wird Vorgaben für medizinisch-taktische Konzepte erarbeiten.
Ganz besonders wird er aber die medizinischen Behandlungsrichtlinien im Rettungsdienst festlegen.
Ein besonderer Schwerpunkt wird die Aus- und Fortbildung des im Rettungsdienst eingesetzten Personals sein.
Nach dem Rettungsdienstbedarfsplan werden alle Rettungsassistenten in der sog. „Notfallkompetenz“ zu schulen sein. Mit dieser Schulung in Bezug auf die Notfallkompetenz wird der Rettungsassistent dann, auch zunächst ohne Anwesenheit eines Notarztes wesentlich gezielter lebensrettende Massnahmen einleiten.
Darüber hinaus wird er einen Abgleich der erarbeiteten Qualitätsstandards in der präklinischen Versorgung mit allen dort tätigen Kräften herbeiführen.
Ständige Schulungen und Fortbildungen der Notärzte müssen eine Abstimmung mit dem in der „Notkompetenz“ erreichten Handlungsstandard ergeben.
Bei der Einrichtung der Stelle eines „Ärztlichen Leiter Rettungsdienst“ mit einer konsequenten Anbindung an die Berufsfeuerwehr und der im Vorfeld dargestellten Aufgaben ist auf jeden Fall zu berücksichtigen, dass der Ärztliche Leiter Rettungsdienst selbstverständlich auch im praktischen Einsatzdienst
- als Notarzt und als
- Leitender Notarzt
mit eingebunden wird.
Kontakt
Stand: 30.10.2002













[schließen]
Bookmarken bei