Die Jamaika-Koalition steht

NRZ 2.4.2008
 
Einer zweiten Auflage des Reggae-Festivals rund um das Styrumer Ruhrstadion steht nichts mehr im Weg. Verwaltung und Veranstalter einigten sich bei den Problemen Lärm und Naturschutz. Das letzte Wort hat die Politik.
Der Einsatz des Jugendstadtrates hat sich gelohnt: Einer zweiten Auflage des ReggaeFestivals rund um das Ruhrstadion in Styrum mit Zeltstadt in den Ruhrwiesen steht prinzipiell nichts mehr im Weg. Der Sport-Service hatte die Verhandlungen schon für gescheitert erklärt. Auf Drängen der Jugend lenkte die Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld ein (die NRZ berichtete).

Mit den Vertretern des Konzert-Veranstalters U-Konzert wurden am Montag alle strittigen Punkte ausgeräumt. Der geplante Termin ist das Wochenende vom 25. bis 27. Juli. Ein großer Teil des Programms ist schon festgezurrt. Auch am Sonntag können die Bands, wie vom Veranstalter gewünscht, bis 22 Uhr auftreten. "Wir sind zuversichtlich", sagt Veranstalter Henning Schmalenbach. Das letzte Wort wird allerdings die Politik haben.

Schließlich ging es neben Kleinigkeiten um zwei wesentliche Punkte: Lärmbelästigung und Naturschutz. Im vergangenen Jahr, als bei schwierigen Witterungsverhältnissen 6000 Besucher gekommen waren und etwa 1000 Zelte aufgeschlagen wurden, gab es zahlreiche Klagen. "Für viele Beschwerden war das Festival gar nicht verantwortlich", stellt Heinz Moseler vom Sportservice rückblickend fest. Während des Konzertes habe es keine Überschreitung der zulässigen Lautstärke gegeben. Dennoch soll in diesem Jahr mit moderner Technik die mögliche Belästigung der Nachbarschaft minimiert werden. Schmalenbach vergleicht das mit einem Wasserschlauch: "Im vergangenen Jahr hatten wir einen Wasserschlauch, der großflächig sprühte. In diesem Jahr haben wir einen mit einem gezielten Strahl." Die Grenzwerte werden im Gegensatz zum Vorjahr automatisch durch so genannte Limiter begrenzt. Außerdem wird das Partyzelt aus einem anderen Material sein, das den Schall besser abschottet. Und auf ein Nachtprogramm im Beachbereich, das zu zahlreichen Beschwerden führte, soll komplett verzichtet werden.

Da die Zeltwiese im Naturschutzgebiet entstehen soll, ist ein landschaftspflegerischer Begleitplan eines Gutachters unabdingbar. Das ist eine Umweltbewertung mit Ge- und Verboten. Im Vorjahr konnte noch darauf verzichtet werden, weil durch Bauarbeiten am Wehr ohnehin in die Natur eingegriffen wurde. Da konnte man sich noch dranhängen. In diesem Jahr geht das nicht.

"Das ist eine relativ leichte Prüfung", meint Thorald vom Berg von der unteren Landschaftsbehörde. "Viele Daten liegen bei uns oder der Biologischen Station vor. Darauf kann der Gutachter zurückgreifen." Die Kosten sind bislang noch der einzige Unsicherheitsfaktor, die den Veranstalter hindern könnte. "Es muss sich rechnen. Wir sind kein gemeinnütziger Verein", so Schmalenbach. Vom Berg geht von einem kleineren vierstelligen Betrag aus. "Den Veranstalter macht das nicht arm." Als erstes Gremium befasst sich am Donnerstag der Landschaftsbeirat mit dem Festival.  


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Stand: 10.04.2008

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