Am frühen Abend des 11. Mai 2011 saßen wir bei schönem Frühlingswetter vor der Merkez Moschee in Duisburg-Marxloh und warteten auf die letzten Arbeitskreismitglieder. Unsere Gruppe hatte sich zur Besichtigung angesagt. Normalerweise gibt es dort kostenlose Führungen für Privatpersonen, montags um 15.00 Uhr, mittwochs um 11.00 Uhr und samstags um 11.00 Uhr. Wir haben gerne 50 Euro gezahlt, weil unser Besuch außerhalb dieser Zeiten lag. Die Anreise ist sehr einfach über die Autobahn, die Abfahrt Fahrn von der A 59 ist ganz in der Nähe, Parkplätze sind direkt vor der Tür. Aber auch mit den öffentlichen Verkehrmitteln kommt man prima in den Norden Duisburgs, siehe Internetauftritt der Moschee.
Eine ganze Reihe von Männer, drunter viel ältere gingen an uns vorbei, teils in kleinen Gesprächsgruppen, teils einzeln, ruhigen Schrittes, Richtung Eingang. Einige wenige Frauen kamen, kleine Kinder mit ihnen, es war die Zeit des Abendgebetes. Die Türen zum großen Gebetsraum standen weit offen. Wir kündigten uns bei unserem Führer flüsternd an, einem jungen Mann mit Jeans und T-Shirt, der hier als Zivildienstender seine Arbeit tat, statt mit der Waffe bei der Bundeswehr zu dienen. Er, Mitte 20 Jahre etwa, in Deutschland geboren, Deutsche Staatsangehörigkeit, hier zur Schule gegangen und für die Besucher der Moschee extra ausgebildet.
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| Der VHS-Arbeitskreis zu Besuch in Marxloh |
Wunderbares Licht durchströmte den Gebetsraum, Tageslicht und schräg einfallende Sonne durch große Fenster von allen Seiten, eine mächtige, reich ausgemalte Kuppel – von außen hatten wir den Eindruck, so groß sei die Moschee gar nicht. Mit einem Riesenleuchter über unseren Köpfen, auf dem weichen Teppich sitzend – so lauschten wir dann über eine Stunde lang den Ausführungen unseres bestens vorbereiteten jungen Gastgebers. Die Moschee, die Begegnungsstätte, die Möbel aus reich verziertem Holz, die Malereien – blau für den Himmel, rot für die Erde, die Leuchter, die bunten, in Rahmen gefasste Kacheln, die Kalligrafien; alles was es zu sehen gab, wurde uns erklärt. Und wir hatten Zeit, Fragen zu stellen.
Zum Schluss des Vortrages saßen dann auch einige Gruppen jüngere Frauen mit ihren kleinen, spielenden Kindern im Gebetsraum. Andere, neu angekommenen Besucher schlenderten gelassen durch den Raum. Ein alltägliches Bild, wie man uns versicherte. Die Moschee ist vom ersten Morgen- bis zum letzten Abendgebet immer offen für jeden. Nach einem Gang auf die Frauenempore, einem Blick in die Räume der Begegnungsstätte und die Bibliothek tranken wir noch Kaffee und Tee im hauseigenen Bistro. Der Besuch hat sich gelohnt, wir wissen wieder mehr über andere Kulturen.
| Impressionen eines Besuches, der sich lohnt |
Weitere Informationen: ditib-du.de
DiTiB Begegnungsstätte Duisburg-Marxloh e. V. und Merkez Moschee, Warbruckstraße 51, 47169 Duisburg, Telefon 02 03 - 5 78 98 40 (auch für die Anmeldung zur Besichtigung), info@ditib-du.de
Klaus Wichmann, Mülheim an der Ruhr, im Juni 2011
Eine Moschee (Ort der Niederwerfung) ist ein ritueller Ort des gemeinschaftlichen islamischen Gebets und darüber hinaus der politischen, rechtlichen und lebenspraktischen Wertevermittlung im Sinne des Islams sowie ein sozialer Treffpunkt. Sie kann ein Mehrzweckgebäude sein, also auch ein Ort für Unterricht und Gespräche sowie ein Veranstaltungsort für das Feiern gesellschaftlicher Anlässe. (Quelle: Wikipedia)
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