Die Stielmusreise

Wenn ich mir das hier so begucke,
dann denk‘ ich an eine schöne Zeit,
wo man noch das Stielmus rupfte,
und alle Frauleut, Trin und Träuke,
saßen um das Stielmusfass.

Gesungen wurd‘ dann ein schönes Lied
und geschwätzt wurd‘ auch ein bisschen,
dabei ging dann die Kaffeekanne rund,
die dann oft bis zum Boden wurde
leer getrunken von den Weibern.
Dann hörte man all die Stielmuslieder:
Heinrich schlief bei seiner Neuvermählten
und einige, die von Mord erzählten.
Die Lene sang vom Tabaksbeutel,
und dann kam Alma mit der Kanne,
machte die Tässchen wieder voll,
die Weiber tranken wie verrückt,
dabei wurde das Mus geputzt
und ins Fass eingelegt.

Und waren dann die Frauleut voll,
mit Kaffee und Apfeltorte,
dann war die Arbeit bald getan,
doch keiner dachte ans Nachhausegehn,
denn Onkel Johann, von nebenan,
kam mit der Schnapsflasche an.
Und auch die Männer von Stin und Kaat
hatten beide eine Flasche bereit.

Nun wurd‘ getanzt und auch gesungen,
die Stielmusreise war wieder gelungen.
Trotz Arbeit gab es so viel Spaß,
und niemand begann dabei mit Streit,
die Nachbarschaft, die war sich einig,
die Nachbarshilfe, die war beständig.
Aber sieht man heute noch so etwas?

Ich wüsst‘ es nicht, das findet man nirgends.
Was früher bei uns Sitte war,
das ist heut‘ längst nicht mehr wahr.

 


Stand: 04.07.2017

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