Drogenmedizinische Ambulanz

Die Drogenmedizinische Ambulanz der Stadt Mülheim an der Ruhr existiert seit 1998. Es handelt sich dabei um eine Einrichtung des Gesundheitsamtes, die unter fachärztlicher Leitung Drogenabhängige - vorwiegend mittels substitutionsgestützter Behandlung - betreut. Als Substitute (Heroin-Ersatzstoffe) kommen Methadon, Levomethadon und Buprenorphin individuell zur Anwendung.

Vom Konzept her findet sich eine multiprofessionelle Zusammenarbeit unter einem Dach zwischen ärztlichem, medizintechnischem und psychosozialem Personal in Kooperation mit der AWO Mülheim. Angesichts der typischen Probleme Drogenabhängiger hat sich diese Versorgungsform vielerorts bewährt, wobei die Zusammenarbeit der genannten Institutionen auch im Hinblick auf die örtliche Vernetzung des Suchthilfeangebotes von Bedeutung ist.

Die Patienten nehmen täglich (auch an Feiertagen und Wochenenden) zu festgelegten Zeiten ihr Substitut unter ärztlicher Aufsicht in den Räumen des Gesundheitsamtes ein, wobei hier insbesondere auf den klinischen Zustand (zum Beispiel Vorliegen einer Intoxikation mit anderen Substanzen) geachtet wird.
Erfahrungsgemäß gelingt es den meisten Drogenabhängigen, unter der kontrollierten Einnahme eines Heroinersatzstoffes ihre gesundheitliche und psychosoziale Situation deutlich zu stabilisieren und Raum und Zeit zu gewinnen, die medizinischen und psychosozialen Angebote, die die eigentliche Behandlung ausmachen, auch anzunehmen. Dennoch ist der Rückgriff auf andere psychoaktive Substanzen ein häufiges Problem im täglichen Alltag, da die Patientinnen und Patienten unter stabiler Einnahme des Substituts keine Drogenwirkung mehr verspüren. Dies wird von vielen als quälende Leere erlebt, in der vorbestehende oder aktuelle Probleme als zum Teil schwer erträgliche Belastungen spürbar werden.
Von daher kommt der Diagnostik des Drogen- und Alkoholbeigebrauchs eine erhebliche Bedeutung zu, da sich daran die Fortsetzung der Behandlung, gegebenenfalls auch unter Zuhilfenahme von stationären Teilentgiftungen, festmacht. Mittels Urinkontrollen in speziellen fälschungssicheren Gefäßen wird der Drogennachweis in unregelmäßigen Abständen laborchemisch geführt, Alkohol wird in der Atemluft gemessen.

Neben der Substitutionsbehandlung im engeren Sinne sieht die Einrichtung Ihren Schwerpunkt in der Erkennung und fachärztlichen Behandlung psychischer Erkrankungen, die in der Mehrzahl der Fälle die Abhängigkeit begleiten beziehungsweise dieser zu Grunde liegen.

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Stand: 03.11.2011

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