Was ist Early Excellence?
Unser Bezugspunkt ist das Modell "Early Excellence", wie es im Pestalozzi-Fröbel-Haus, Berlin (PFH) in Auseinandersetzung mit dem englischen Programm entwickelt und auf deutsche Verhältnisse übertragen wurde (siehe: Early Excellence im Pestalozzi-Fröbel Haus, unter www.pfh-berlin.de)
Dabei wurden Anregungen aus Großbritannien verknüpft mit Qualitätsentwicklungen im PFH, beispielsweise zu offener Arbeit, Eingewöhnung oder Altersmischung.
Einige Kernelemente des Berliner Modells Early Excellence werden im folgenden aufgeführt:
Jedes Kind ist exzellent
Im Mittelpunkt des Ansatzes steht das Kind mit seiner Einzigartigkeit. Die zentrale Aussage ist: Jedes Kind ist exzellent. Dabei geht es nicht darum, hochbegabte Kinder herauszufinden, sondern um die Exzellenz in jedem Kind. Ausgangspunkt ist deshalb das Kind mit seinen individuellen Ressourcen, das in seinen Selbstbildungsprozessen bestmöglich zu unterstützen und zu fördern ist. Die Erzieher werden mit Beobachtungsinstrumenten geschult, die Stärken jedes Kindes herauszufinden und noch stärker zu machen. Auf dieser Grundlage werden individuelle Förderprogramme entwickelt. Der ansonsten typische Defizitblick wird hier umgekehrt in eine Sichtweise, die das Kind mit seinen Stärken und Potenzialen in den Blick nimmt.
Die pädagogische Grundorientierung und das Ziel der pädagogischen Arbeit
Die wesentliche pädagogische Grundorientierung ist, dass das Kind aus sich heraus selbst lernen will. Ziel der pädagogischen Arbeit ist es deshalb, ein vielseitiges Lernen zu ermöglichen und Selbstbildungsprozesse der Kinder anzuregen und den Forschungsdrang zu unterstützen. Aufgabe der Erzieherinnen ist es, den Kindern eine reiche, anregende und herausfordernde Umgebung anzubieten, sie in ihrem Tun zu begleiten und zu fördern. Das "freie Spiel" nimmt dabei einen zentralen Platz ein. Das Kind kann zugreifen und begreifen. Es ist eine Herausforderung für alle Mitarbeiterinnen den Kindern jeden Tag die Chance zu eröffnen, selbstbestimmt zu lernen. Die gezielte Beobachtung (Wahrnehmung) der Kinder nimmt in diesem Prozess eine Schlüsselrolle ein, um darauf aufbauend, eine individuelle Förderung der Kinder planen zu können. Dieser Prozess wird dokumentiert und auch in der Zusammenarbeit mit den Eltern transparent eingesetzt. Ziel dieses prozessorientierten Beobachtens ist es vor allem, das Kind "im Blick" zu haben und seinen individuellen Entwicklungsprozess in den Mittelpunkt zu stellen.
Die offene Arbeit
Weiteres Merkmal des pädagogischen Ansatzes ist die offene Arbeit. In jeder Abteilung werden den Kindern die wichtigsten Funktions- und Themenbereiche als Spielanregung angeboten. Die Kinder können selbstbestimmt ihren Bedürfnissen nachgehen und finden Rollenspiel-, Kreativ-, Schreib- und Bauecken vor. Zusätzlich gibt es "Forscherecken" mit Material zum Untersuchen und Erkunden und "Kuschelecken" zum Lesen, Bücher anschauen und Entspannen. Anregende Materialangebote und vielfältige Bewegungsmöglichkeiten bieten den Kindern Gelegenheit, in kleinen Gruppen oder auch allein auf vielfältige Weise zu spielen und sich zu beschäftigen.
Die Zusammenarbeit mit den Eltern
Die konzeptionellen Anforderungen verknüpfen einen hohen Qualitätsanspruch an die pädagogische Arbeit mit intensiver Zusammenarbeit mit den Eltern und neuen integrierten Unterstützungs- und Bildungsangeboten für die ganze Familie.
Eltern und Familien sind die wesentlichen Unterstützer der Bildungsprozesse des Kleinkindes. Daher sind Eltern und Familien als Kooperationspartner der Kindertageseinrichtung zu verstehen, die in die pädagogische Arbeit substanziell einzubeziehen sind. Die Kommunikation zwischen Eltern und Erzieherinnen geht von den kindlichen Lernprozessen aus. Die Erzieherinnen erkundigen sich auch bei den Eltern, welche Lernprozesse sie beobachten, um diese Informationen in die pädagogische Planung einzubeziehen. Somit werden die Eltern als die Experten ihrer Kinder einbezogen und ernst genommen. Dies findet seinen Niederschlag auch in gemeinsamen Entwicklungsgesprächen zwischen Eltern und Erzieherinnen. Werden die Erziehungskompetenzen der Eltern auf diese Weise anerkannt, gestärkt und weiterentwickelt, sind Kindertageseinrichtungen nicht nur Bildungsorte für Kinder, sondern auch für die Eltern.
Kontakt
Stand: 01.03.2011










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