Archiv-Beitrag vom 22.06.2009Eigene Wege für das Regenwasser

"Abkopplungsmaßnahmen Sunderplatz"


Vor dem Hintergrund einer nachhaltigen Stadtentwicklung führt das Umweltamt der Stadt Mülheim an der Ruhr mit der Emschergenossenschaft in Mülheim-Heißen zukunftsweisende Maßnahmen zur getrennten Bewirtschaftung des Regenwassers durch.

Diese Maßnahmen werden von Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld, die jetzt gemeinsam mit dem Abteilungsleiter Wasserwirtschaft der Emschergenossenschaft, Michael Becker, zur Vorstellung des Projekts nach Heißen kam, in vollem Maße unterstützt.

Vorstellung der

Stellten gemeinsam die "Abkopplungsmaßnahmen Sunderplatz" in Mülheim Heißen vor: (von links) Gebriele Wegner, stellvertretende Leiterin des Umweltamtes, Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld und der Abteilungsleiter Wasserwirtschaft der Emschergenossenschaft, Michael Becker (Foto: Walter Schernstein)



"Die Initiative 'Prima Klima für die Stadt' macht deutlich, wie wichtig das Klima auch für Mülheim ist und was unsere Stadt dazu beitragen kann, es zu erhalten. Das Projekt 'Eigene Wege für das Regenwasser' ist eine Maßnahme zum Erhalt des Klimas, von der jeder einzelne Bürger und jede Bürgerin etwas hat, denn Klimawandel ist für alle spürbar." und so Dagmar Mühlenfeld weiter "Die Stadt hat auch aufgrund íhrer hohen Alterstruktur eine besondere Verpflichtung, sich dieses wichtigen Themas anzunehmen. Ältere Menschen brauchen Untersütztungsstrukturen, leiden stärker unter dem Klimawandel".

In besiedelten Räumen ist ein großer Teil des natürlichen Bodens durch Straßen, Gebäude und andere Bauwerke versiegelt. Das Regenwasser kann auf diesen Flächen nicht mehr in den Boden eindringen, sondern wird vielerorts zusammen mit häuslichen und weiteren Abwässern in einem Mischkanalsystem Kläranlagen zugeleitet. Neben dem Verlust von Lebensraum durch Flächenversiegelung fehlt das abgeleitete Regenwasser bei der Grundwasserneubildung und zahlreichen natürlichen Prozessen. Gewässern mit einem naturnahen Wasserabfluss kommt eine große Bedeutung für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt sowie zusammen mit gewässerbegleitendem Bewuchs für den Ausgleich des lokalen Klimas zu.

In Neubaugebieten hat die naturnahe Regenwasserbewirtschaftung bereits Vorrang vor der Mischwasserkanalisation, dies ist in dem Landeswassergesetzt von NRW festgeschrieben. In Städten wie Mülheim, reicht dies nicht aus - hier muss sich insbesondere in den Bestandsgesbieten etwas bewegen. Lösungen können entweder Entsiegelung nicht mehr benötigter Flächen, Versickerung des Regenwassers oder die getrennte Abteilung des Niederschlages in nahegelegene Gewässer und somit die Abkopplung vom Mischsystem sein.

"Jeder Bürger ist hier gefordert. 60% der Entwässerung ist in privater Hand. Viele wissen jedoch nicht, dass es für sie auch wirtschaftlich interessant ist, sich an solchen Abkopplungsmaßnahmen aktiv zu beteiligen. Denn sie sparen die Regenwassergebühr." weiß Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld. Sie regte an, das Thema gemeinsam mit der Mülheimer Initiative für Klimaschutz stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen.

Bereits 2008 hat das Umweltamt der Stadt Mülheim unter Mitwirkung von Emschergenossenschaft und MUNLV die Teichanlage an der Max-Halbach-Straße im Stadtteil Heißen an den Borbecker Mühlenbach - ein Emscherzulauf - angeschlossen. Hierauf aufbauend wird derzeit in einer weiteren Baumaßnahme inm Bereich Sunderplatz ein neuer Regenwasserkanal angelegt, der das anfallende Niederschlagswasser in den Siepen an der Max-Halbach-Straße leitet. Mit der Trennung und Ableitung des Regenwassers in den Sipenm soll hier konkret das vorhandene örtliche Kanalnetz entlastet und der nahezu trockengefallene Siepen stärker vernässt werden.

An den neuen Regenwasserkanal werden die städtischen Flächen
- Fest- und Parkplatz an der Kleiststraße
- Gemeinschaftsgrundschule Sunderweg
- Abschnitte des Sunderwegs sowie
- der Sunderplatz einschließlich Kirchvorplatz
angeschlossen und somit über 7.500 m˛ versiegelte Fläche von der Mischkanalisation abgekoppelt.

Anfang März 2009 wurde mit der Realisierung der Maßnahmen begonnen.
Bislang sind die Rohrleitungen inklusive aller Anschlüsse zwischen Schulgelände und Siepen verlegt und eine Ablage zur Abscheidung gewässerbelastender Stoffe von den befahrenen Straßen- und Parkplatzflächen errichtet. Derzeit werden im oberen Sieben Steinkörbe, sogenannte Gabionen, zur Wasserrrückhaltung gesetzt und in der weiter unten anschließenden Grünfläche Mulden zur Lenkung von Sickerwasser moduliert. Nach Fertigstellung der Arbeiten in dem Siepen wird die Baumaßnahme in den Schulferien auf dem Schulgelände fortgesetzt, hier werden abschließend eine offene Wasserrinne und Rohrleitungen zur Schulhof- und Dachflächenentwässerung gelegt.

Die Abkopplungmaßnahme umfasst inklusive Planungsleitungen ein Gewsamtvolumen von knapp 200.000 Euro. Das Projekt wird von der Emschergenossenschaft im Rahmen der "Zukunftsvereinbarung Regenwasser" mit 80 % der Planungs- und Baukosten gefördert.
(Plan der Maßnahme als Datei zum Kontext)

Und der Abteilungsleiter Wasserwirtschaft der Emschergenossenschaft, Michael Becker, ist zufrieden mit Mülheim: "Die Ruhrstadt ist sehr aktiv und macht mit bei der Projektvereinbarung Regenwasser. Die Idee der Oberbürgermeisterin, gemeinsam mit der Mülheimer Initiative für Klimaschutz an die Bürgerinnen und Bürger im Stadtteil heranzutreten, nehmen wir dankbar auf und kümmern uns mit um die Abwicklung".

Gabriele Wegner, stellvertretende Leiterin des Umweltamtes, hat noch weitere Projekte "in der Pipeline". "Die werden jetzt vorangetrieben."

 

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Stand: 25.06.2009

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