Archiv-Beitrag vom 26.01.2009Einrichtung eines Bildungsbüros besiegelt

Entwicklung eines Bildungsnetzwerkes in Mülheim an der Ruhr


Kinder und Jugendliche haben ein Anrecht darauf, ihre Bildungschancen zu nutzen, zu verbessern und alle Möglichkeiten auszuschöpfen, ihr jeweiliges Talent zu entwickeln. Dazu ist es unabdingbar, dass alle Bildungspartner vor Ort zusammenarbeiten. Um dieser Zusammenarbeit einen zusätzlichen Impuls zu geben wird das "Bildungsbüro Mülheim an der Ruhr" als operative Ebene eines sogenannten Regionalen Bildungsnetzwerkes eingerichtet.

Hintergrund ist die Initiative des Ministeriums für Schule und Weiterbildung NRW, in möglichst allen Städten und Kreisen des Landes Bildungsnetzwerke zu entwickeln und auszubauen, die die Kooperation der Akteure auf eine neue, eine verlässlichere Basis stellt.
Grundlage für die Zusammenarbeit zwischen dem Land und der Stadt ist ein entsprechender Kooperationsvertrag, den Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld jetzt gemeinsam mit Staatssekretär Günter Winands im Rahmen einer Feierstunde in der Stadthalle Mülheim unterzeichnet hat.

 

Unterzeichnung Kooperationsvertrag Bildungsnetzwerk zwischen dem Land NRW und der Stadt Mülheim an der Ruhr. 23.01.2009 Foto: Walter Schernstein

Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld begrüßt die anwesenden Gäste zur Feierstunde im Foyer der Stadthalle (Foto: Walter Schernstein)

 

"Heute gibt es Zeugnisse", sagte Dagmar Mühlenfeld bei ihrer Begrüßung vor den zahlreichen VertreterInnen aus Schule und Bildung, und: "Das ist ein guter Termin, um die Mülheimer Bildungslandschaft auszuweiten." Mit einem Bildungsbüro. 

Investition in Bildung ist aus Sicht der Oberbürgermeisterin die wichtigste in diesem Jahrhundert. Mit der von ihr ins Leben gerufenen "Bildungskonferenz", der "Zukunftsschule Eppinghofen" und jetzt mit der Einrichtung eines "Bildungsbüros" sieht sie Mülheim gut aufgestellt, als zukunftsfähige Bildungsstadt.
"Zur Erziehung eines Kindes bedarf es immer ein ganzes Dorf", zitiert Dagmar Mühlenfeld dazu ein afrikanisches Sprichwort und drückt damit aus, was für sie eine optimale Bildung für die Kinder und Jugendlichen in unserer Stadt bedeutet.

Die Stadt will mit Bildung die Entwicklung beleben, bessere Perspektiven für Kinder und so eine soziale Wende schaffen. 
"Zukunftsschule Eppinghofen" gilt hierbei als eines der ehrgeizigsten Bildungsvorhaben im Land, sie versteht sich als Quartiersschule, in der die Kindertagessätte, die Gemeinschaftsgrundschule, die Hauptschule oder eine Sekundarschule dazu gehören. Auch das Bildungsbüro trägt zur besseren Vernetzung von Bildung in Mülheim bei.

Günter Winands, Staatssekretär im Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes, stimmt ihr in diesem Punkt voll und ganz zu. "Durch die Einrichtung des Bildungsbüros werden auch außerschulische Akteure einbezogen. Die Schaffung von Bildungsnetzwerken ist eine große Chance für die Kinder und Jugendlichen und für das Projekt 'Selbstständige Schule'". Das Bildungsbüro ist Teil einer Initiative des Ministeriums, die das Modellprojekt "Selbstständige Schule" landesweit fortführen und zugleich ausweiten soll.
"Selbstständige Schule" bedeute zugleich eigenverantwortlichere Schule, denn im Rahmen des Projekts gab das Land Verantwortung ab. Prozesse vereinfachen und näher an die Basis bringen, aber auch die Schulen zu mehr Miteinander motivieren wollte man so. Günter Winands: "Die Erwartungen an Schulen steigen stetig, Lehrer sind zugleich Drogenberater, Verkehrserzieher und Berufsberater. Da braucht man Hilfe von Außen." Und: "Wenn wir an die Schule Verantwortung abgeben, dann braucht es feste Strukturen und einen institutionalisierten Rahmen."  Den soll das Bildungsbüro bieten und Schulen und Schulträger enger miteinander vernetzen.

 

Unterzeichnung Kooperationsvertrag Bildungsnetzwerk zwischen dem Land NRW und der Stadt Mülheim an der Ruhr. 23.01.2009 Foto: Walter Schernstein

Unterzeichneten den Kooperationsvertrag zur Einrichtung eines Bildungsbüros und zur Entwicklung eines Bildungsnetzwerkes in Mülheim an der Ruhr zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Mülheim an der Ruhr: Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld und Staatssekretär Günter Winands vom Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW (Foto: Walter Schernstein)


 

Auch Alois Mayer begrüßte als Sprecher der Mülheimer Schulleiter die Initiative, denn sie könne auch helfen, die sicherlich verbesserungswürdige "Qualitätsentwicklung der Schulen zu unterstützen". Allerdings müsse man die Lehrer, die sich eher nach weniger als nach mehr Aufgaben sehnen, einbeziehen: "Es muss gelingen, an den Schulen realistisch aufzuzeigen, dass zunächst mehr investiert werden muss, damit am Ende eine Entlastung kommt." Zwei engagierte Lehrkräfte wünscht sich Mayer vom Land, Günter Winands stellte zunächst eine in Aussicht.
Alois Mayer sieht jedoch durch das Bildungsbüro und die vielen weiteren vorhandenen Projekte schon jetzt in Mülheim an der Ruhr eine zukunftsfähige Bildungsstadt und stimmt darin mit der Oberbürgermeisterin überein. Am Orteingangschild könne unbedenklich stehen: "Mülheim haftet für die Zukunftsfähigkeit ihrer Kinder".

"Ab März", so Dagmar Mühlenfeld, "soll das Bildungsbüro in der Innenstadt entstehen. Wir haben eine Immobilie in Aussicht." Die Stadt hat in einer internen Ausschreibung bereits die Verwaltungsstelle besetzt: Jörg Albrecht vom Amt für Kinder, Jugend und Schule wird das Büro leiten. Und aktuelle Projekt gibt es dort auch schon.

Im Rahmen der Aufgabenstellung des Bildungsbüros wird zunächst auf Anregung der Förderschulen und der Regionalen Schulberatungsstelle ein Konzept zur Verbesserung der Prävention sonderpädagogischen Förderbedarfs entwickelt. Im Rahmen des Projektes werden alle an Frühförderung und Prävention beteiligten Einrichtungen, einschließlich des Gesundheitsamtes und des Kommunalen Sozialen Dienstes, beteiligt.

Ein weiteres geplantes Projekt ist "Jugend denkt Zukunft".

Jugend denkt Zukunft ist eine Initiative der Wirtschaft, die deutschlandweit junge Menschen in den Innovationsdialog einbindet und so ein innovatives Klima schafft. Die
Jugendlichen schlüpfen dabei in die Rolle des Beraters und entwickeln für ein Unternehmen in einem fünftägigen Innovationsspiel Produkte und Dienstleistungen für die Zukunft...

 

 

 

 

 

 

 


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Stand: 27.01.2009

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