Einweihung dritter Block BHKW medl (2011)

Rede von Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld

zur Erweiterung des Blockheizkraftwerkes der medl

am Dienstag, 12. April 11, 14 Uhr,

Duisburger Str. 50 / Betriebsgelände

 

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Sehr geehrter Herr Bachmann,

meine sehr geehrten Herren und Damen,

ich freue mich sehr, Sie heute hier begrüßen zu können. Es ist schön, dass Sie dabei sind, wenn der Mülheimer Energiedienstleister medl ein wichtiges umweltpolitisches Angebot in unserer Stadt erweitert - und damit sein Bekenntnis zum und seine Verantwortung für den Umwelt- und Klimaschutz, für eine nachhaltige Klimapolitik und Energieeffizienz untermauert.

Wenn wir gleich mit dem Druck auf den roten Knopf das dritte Modul dieses Blockheizkraftwerk hier in Broich in Betrieb nehmen, haben wir nämlich einen weiteren wichtigen Schritt hin zu einer dauerhaften Reduzierung des schädlichen CO2-Ausstoßes in unserer Stadt getan. Dank eines Wirkungsgrades von fast 90 Prozent werden mit diesem Modul nämlich die bisher nicht vermeidbaren Energieverluste deutlich minimiert. Der CO2-Ausstoß in Mülheim wird um rund 30.000 Tonnen jährlich reduziert. Damit kommen wir dem Ziel der Klimazone Mülheim an der Ruhr ein kleines Stückchen näher.

Die Stadt Mülheim an der Ruhr, ihre Bürgerschaft und die Mülheimer Wirtschaft sind seit rund 20 Jahren im Klimaschutz aktiv. Schon 1992 sind wir dem internationalen Klimabündnis beigetreten, und fünf Jahre später hat der Rat der Stadt die Aufstellung einer lokalen Agenda 21 beschlossen. Seitdem arbeiten viele Menschen daran, das Klima in Mülheim nachhaltig zu verbessern. Ein zentrales Handlungsfeld ist die Energieversorgung und -effizienz.

Wir haben uns vorgenommen, bis zum Jahr 2030 die CO2-Emission in unserer Stadt zu halbieren. Wir wissen, dass dieses Ziel sehr ehrgeizig ist und viele MitstreiterInnen sowie Teilziele braucht. Wir wollen aber ein klimaangepasstes Mülheim an der Ruhr, also eine Stadt, in der die Menschen gerne und gut leben. Deshalb arbeiten wir mit vielen gesellschaftlichen Akteuren hart an unserem Ziel. Und dazu steuert auch die medl heute mit dieser Inbetriebnahme ein wesentliches Element bei.

Bisher basiert die Energieversorgung unserer Stadt überwiegend auf Erdgas, Heizöl, Flüssiggas und Strom, also auf Energieträgern, die von außerhalb bezogen werden müssen. Das Blockheizkraftwerk hier in der Duisburger Straße in Broich weist uns einen neuen Weg der Energieversorgung in unserer Stadt. Es ist ein Zukunftsmodell und reduziert unsere Abhängigkeit von herkömmlichen Energieträgern.

Die medl baut mit einem dritten Modul ihre Kraftwerkskapazitäten aus. Sie setzt mit den Nahwärmenetzen in Broich und Stadtmitte auf die dezentrale Erzeugung von Wärme und Strom durch Kraft-Wärme-Kopplung. Es ist ein kleiner, aber beachtlicher Beitrag zur Energiewende. Dieser kommt zu einer Zeit, in der uns die Natur- und Reaktorkatastrophe in Japan die Bedeutung des Klimaschutzes und die Notwendigkeit von alternativen Energieträgern auf dramatische Weise vor Augen führt.

Die energiepolitische Diskussion in Deutschland ist in vollem Gang. In Mülheim setzt die medl mit ihrer Investition in das dritte Modul des BHKWs auf dem Gelände des ehemaligen Bundesbahn-Ausbesserungswerks ein zukunftsorientiertes Zeichen. Das finde ich beachtlich und nachahmenswert.

Bereits 1998 hat die medl an diesem Standort ein Blockheizkraftwerk mit der Kraft-Wärme-Kopplungstechnik in Betrieb genommen. Zwei 20-Zylinder-Motoren mit einem Wirkungsgrad von bis zu 84 Prozent arbeiten seitdem auf Basis der Primärenergie Erdgas. Sie haben bis Ende vergangenen Jahres 392 Mio. kWh produziert. Das entspricht einer CO²-Einsparung von insgesamt rund 250.000 Tonnen!

Genutzt wurde diese Energieform bisher vor allem in öffentlichen Gebäuden, z.B. in der Stadthalle, im Rathaus, im Südbad, aber auch in Wohnungen, im Einkaufszentrum Forum… Seit kurzem gehört auch das Evangelische Krankenhaus zu den Nutzen und natürlich die Feuerwehr. Wir hoffen, dass bald auch die Hochschule Ruhr-West zu den Kunden zählt.

Die steigende Nachfrage hat es möglich gemacht, dass wir heute das dritte Modul in Betrieb nehmen können. 1.5 Mio. Euro hat die medl investiert. Der neue 20-Zylinder-Motor erreicht mit 87 Prozent Effizienzeinen noch höheren Wirkungsgrad als seine beiden schon sehr guten Vorgänger. Dies ist dank des Brennstoffs Biogas und neuester Technik möglich geworden.

Die Gesamtanlage wird nun jährlich ca. 8 Megawatt Wärme und ca. 7 Megawatt Strom erzeugen. 60 Prozent der Wärmeerzeugung der Gesamtanlage versorgenden Innenstadtbereich und Broich. Und die Anlage liefert zusätzlich umweltfreundlich erzeugten Strom für städtische Einrichtungen und die Mülheimer Straßenbeleuchtung. Auch diese so genannte regenerative Stromerzeugung wird uns helfen, unsere Klimaziele in Mülheim an der Ruhr zu erreichen.

Ich danke der medl für ihren Einsatz und freue mich auf viele Nutzer und Nachahmer. Herzlichen Dank.

Kontakt


Stand: 13.04.2011

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