Entstehung der Idee

Naturbad Mülheim-Styrum - Blick aus der Luft auf das schöne GeländeBegründung: 1925 wurde das Freibad an der Steinkampstraße in Styrum eröffnet. Zur damaligen Zeit war es Deutschlands größte Anlage dieser Art mit einem Becken von 160 m x 80 m. 1962 wurde das Bad grundlegend modernisiert und eine Beckenlandschaft mit einer Gesamtwasserfläche von rund 3.800 qm geschaffen.

Eine Freibadeinrichtung ist nach einer Betriebszeit von über 40 Jahren sowohl in baulicher als auch in technischer Hinsicht sanierungsbedürftig. Aufgrund der Überalterung ist jederzeit mit einem Ausfall von technischen Einrichtungen zu rechnen. Da ein grundsätzliches Betriebsrisiko bestand, waren weitere Investitionen in die marode Technik betriebswirtschaftlich nicht zu vertreten. Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen bewertete den baulichen und technischen Zustand des Freibades Ruhrstadion ebenfalls negativ. Die Kosten für eine fachgerechte Sanierung des Bades wurden auf rund 6 Mio. Euro (für 3.800 qm) geschätzt.

Der Rat der Stadt Mülheim an der Ruhr hat daraufhin in seiner Sitzung am 26. April 2001 beschlossen, dass das Freibad Ruhrstadion in der Saison 2001 geschlossen bleibt und die Betriebskosten von rund 150.000 Euro im Rahmen des Betriebssicherungskonzeptes des Mülheimer SportService eingespart werden. Die neu gegründete Bürgerinitiative Schwimmen in Styrum (BISS) hat sich in der Folgezeit für den Weiterbetrieb des Freibades am bisherigen Standort eingesetzt und der Stadt am 29. Mai 2001 rund 13.000 Unterschriften von Mülheimer Bürgern übergeben, die sich für den Erhalt des Freibades aussprachen.

Der Rat der Stadt beauftragte daraufhin in seiner Sitzung am 4. Juli 2001 die Verwaltung wie folgt:

  • den Badebetrieb für das Jahr 2002 sicherzustellen,
  • dafür nicht mehr Geld aufzuwenden, als für einen Bürgerentscheid angefallen wäre und
  • ein KVR-Gutachten zur Beurteilung der Mülheimer Bäderlandschaft allgemein und zum Freibad Ruhrstadion speziell in Auftrag zu geben. Dabei sind die Deutsche Gesellschaft für das Bäderwesen und die Bürgerinitiative BISS einzubinden.

Naturbad Mülheim-Styrum Wahrzeichen SprungturmDer Prozess zur Erstellung des KVR-Gutachten wurde von einer interfraktionellen Arbeitsgruppe begleitet, der neben dem KVR und den Vertretern der Fraktionen folgende Institutionen angehörten:
Dt. Gesellschaft für Bäderwesen, Architekturbüros, Mülheimer Sportbund, Vertreter der Nachbarstädte, Bürgerinitiative Schwimmen in Styrum, Dezernate/Referate und Fachämter der Verwaltung, Mülheimer SportService.

Die Städte Duisburg und Oberhausen hatten sich zwischenzeitlich gegen eine interkommunale Zusammenarbeit ausgesprochen:

  • Für die Stadt Duisburg kommt das Ruhrstadion als regionaler Standort nicht in Frage. Die Stadt Duisburg verfügt über eine ausreichende Anzahl von Bädern und war daher an einem weiteren Standort unter anderem auch aus Kostengründen nicht interessiert.
  • Die Stadt Oberhausen hatte sich nach einer intensiven internen Bäderdiskussion ebenfalls gegen eine gemeinsame Planung für das Freibad Ruhrstadion ausgesprochen. Eine finanzielle Beteiligung wurde aufgrund der dortigen Haushaltslage gleichfalls ausgeschlossen.

Aus diesem Grund war eine reine Mülheimer Entscheidung gefordert. Hierbei waren aus Sicht der Verwaltung insbesondere die nachfolgend aufgeführten Aspekte zu berücksichtigen:

  • Es wurde festgestellt, dass Mülheim an der Ruhr im Vergleich zu anderen Städten der Region eine deutliche Unterversorgung in Bezug auf die Bereitstellung von Wasserflächen zu verzeichnen hat.
  • Die Untersuchung verschiedener Alternativstandorte ergab keine Alternativen für eine Verlagerung des Freibades. Vom KVR und der interfraktionellen Arbeitsgruppe wurde daher eine Modernisierung des Freibades Ruhrstadion am bisherigen Standort favorisiert. 
  • Ein Betreiber oder Investor mit einem auch nur annähernd finanziell tragfähigem Konzept für den Weiterbetrieb des Freibades wurde nicht gefunden. 
  • In einem interkommunalen Bäderkonzept des KVR wurde die Vorgehensweise der interfraktionellen Arbeitsgruppe und in komprimierter Form die wesentlichen Untersuchungsergebnisse dargestellt. 
  • Das KVR-Gutachten zeigte verschiedene Sanierungsvarianten und Kostenschätzungen auf. Ein Vergleich der Varianten beinhaltete neben der Wasserfläche die wesentlichen Kostenfaktoren wie Baukosten, zukünftige Betriebskosten, und Kapitalkosten.

Die gesetzten Zielvorstellungen waren im Wesentlichen:

  • Sicherung der Grundversorgung für das Schwimmen im Nord-Westen der Stadt
  • Jugend- und familienorientiertes Angebot
  • Attraktivierung der Badeangebote bei Reduzierung der Wasserfläche

Zeitplanung und Perspektiven

Eröffnung Naturbad und City-Beach-Areal, ehemaliges Freibad Styrum, Friesenstraße 101, Mülheim an der Ruhr-Styrum 11.06.2006 Foto: Walter SchernsteinNach Beendigung der Freibadsaison im Jahr 2004 wurde mit der Umbauphase begonnen. Die offizielle Eröffnungsfeier fand am 11. Juni 2006 statt.

Im Rahmen der Entwicklung und Attraktivierung des Standortes ist kurz- bis mittelfristig eine Öffnung der Sichtbeziehung zur Ruhr vorgesehen. Diese Maßnahme ist in der Kostenschätzung nicht enthalten.

Es ist beabsichtigt, die zukünftigen Betriebskosten durch die Einbindung der Bürger zu reduzieren und ehrenamtliche Helfer über das Centrum für bürgerschaftliches Engagement (CBE) zu gewinnen. Die Gründung eines Bürgervereins zur weiteren Entwicklung des Standortes wird angestrebt.

Mit der Wiedereröffnung ist eine Anpassung der Tarife an das neue Angebot zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit unumgänglich.

Kontakt


Stand: 26.08.2011

[schließen]

Fehler melden

Sie haben einen Fehler gefunden? Bitte teilen Sie ihn uns mit. Ein Redakteur wird sich umgehend darum kümmern.

Ihre Nachricht

Sicherheitscode (Was ist das?)

 

Bookmarken | Drucken | PDF-Version | RSS-Feed | Fehler melden

Transparenter Pixel