Archiv-Beitrag vom 11.02.2010Entwarnung für Sport- und Bolzplätze

Bodenuntersuchungen durchgeführt

SportplatzAufgrund der Erfahrungen anderer Städte mit hoch schwermetallbelasteten Tennenbelegen hat die Untere Bodenschutzbehörde die Asche der Bolz- und Sportplätze der Stadt Mülheim auf Schadstoffe untersucht, um etwaige Gefährdungen für die Nutzer auszuschließen. Insgesamt wurden alle 17 städtischen Bolzplätze und alle 17 Sportplätze bearbeitet. Drei der Bolzplätze wurden bereits im Rahmen der Spielplatzuntersuchung erfasst.

Zunächst hat das beauftragte Gutachterbüro, die IFUA Projekt GmbH aus Bielefeld, die verschiedenen Aschelagen der Plätze und der dazugehörigen Wege beprobt und auf häufig auftretende Schadstoffe, wie Schwermetalle und PAK, analysieren lassen. Vier Bolz- und vier Sportplätze zeigten Überschreitungen der Prüfwerte für Park- und Freizeitanlagen der Bundes-Bodenschutzverordnung oder der eigens für Bolzplätze vom Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in 2006 abgeleiteten Prüfwerte. Für 23 Sportanlagen konnte bereits hier, nach der orientierenden Untersuchung, der Gefahrenverdacht ausgeräumt werden.

Für die acht Plätze mit Prüfwertüberschreitungen waren weitere Sachverhaltsermittlungen erforderlich. Zu diesem Zweck wurden von Proben mit erhöhten Schwermetall- bzw. PAK - Gehalten zum Einem die Feinfraktion (< 63 µm) abgetrennt und untersucht. Diese Korngröße ist für die Beurteilung der inhalativen Aufnahme einiger Schwermetallen zu betrachten. Hier ist das Einatmen von Staub der relevante Gefährdungspfad.

Zum Anderen wurde der resorptionsverfügbare Anteil der auffälligen Schadstoffe bestimmt. Zur Ermittlung der Verfügbarkeit von Schadstoffen aus verschlucktem Boden im Magen-Darmtrakt werden die natürlichen Verhältnisse im menschlichen Körper unter Laborbedingungen mit Hilfe synthetischer Verdauungssäfte (Speichel, Magensaft, Darmsaft) nachgestellt. Für diese Schadstoffe ist die sogenannte orale Aufnahme der entscheidende Gefährdungspfad.

Im Rahmen dieser Detailuntersuchungen konnte der Gefahrenverdacht für sieben der acht Standorte ausgeräumt werden. Lediglich für eine Probe eines Aschehorizontes aus einer Tiefe von 8 – 11 cm des Sportplatzes am Schildberg 43 hat sich der Gefahrenverdacht bestätigt. Mit 621 mg/kg Arsen in der Feinstfraktion ist eine Gefahr über den inhalativen Gefährdungspfad nicht auszuschließen. Es besteht zwar kein akuter Handlungsbedarf, da die obersten 8 cm Asche völlig unbelastet sind. Es wurde dem Ausschuss für Umwelt und Energie jedoch empfohlen, die Asche dieses Platzes in den nächsten 2 Jahren auszutauschen, da durch den Spielbetrieb eine Vermischung der belasteten mit den unbelasteten Aschen zu befürchten ist.

Die Kosten der Untersuchung betragen 32.300 EURO. 80 % der Kosten hat das Land NRW übernommen.

Im Vorjahr wurden bereits alle 100 Spielplätze in Mülheim an der Ruhr untersucht. Ein Platz fiel dabei auf und wurde daraufhin saniert.

 

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Stand: 11.02.2010

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