Archiv-Beitrag vom 28.01.2009Entwicklung Innenstadt: FORUM traf sich zur ersten Sitzung

In der Ruhrbania-Bauinformation versammelten sich in diesen Tagen (22.1.09) rund vierzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum "Forum Außenpräsentation und Werbung". Eingeladen hatte das Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Stadtentwicklung, das durch das Leitbild der "Qualitätsoffensive Innenstadt" den Auftrag erhalten hat, Regelungen für ein geordnetes Erscheinungsbild in der Innenstadt zu erarbeiten.

Martin Harter, Amtsleiter Stadtplanungsamt.08.08.2007Foto: Walter SchernsteinPlanungsamtleiter Martin Harter (Foto) betonte in seinen einleitenden Worten, "dass es der gemeinsamen Anstrengung von Seiten der Stadtverwaltung, des Einzelhandels und der Immobilieneigentümer bedarf, die Innenstadt von Mülheim für die Bewohner und Besucher wieder attraktiv zu machen." Ein Baustein dazu sei die geplante Gestaltungssatzung für die Innenstadt, in der verbindliche Vorgaben zur Gestaltung der Außenwerbung und Fassaden getroffen werden sollen.

Für die fachliche Leitung des Forums konnte Professor Rudolf Scheuvens als Moderator gewonnen werden, dem als Mitglied verschiedener Gestaltungsbeiräte die Probleme, aber auch die Chancen von Gestaltungsvorgaben sehr gut bekannt sind. Das erste Treffen des Forums bildet den Auftakt zu einer Veranstaltungsreihe zu verschiedenen Themen im Rahmen der "Gestaltleitplanung Innenstadt".

In seinem Vortrag zeigte Thorsten Kamp vom Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Stadtentwicklung auf, wo Handlungsbedarf besteht und wie es anderen Städte im Ruhrgebiet gelingt, dass Stadtbild aufzuwerten.

In der anschließenden lebhaften Diskussion zeigten sich die Teilnehmer davon überzeugt, dass eine gestalterische Aufwertung der Innenstadt notwendig ist, damit die Mülheimer City im Vergleich zu anderen Städten nicht noch weiter ins Hintertreffen gerät. Zu bedenken gaben die Einzelhändler aber auch, dass aufgrund der Verkehrssituation und des Zustandes des öffentlichen Raums auswärtige Besucher die Mülheimer Innenstadt meiden würden. Des Weiteren forderten sie ein Ende der Ausweisung von großflächigen Einzelhandelsstandorten, die die Konkurrenzfähigkeit der Innenstadt noch weiter schwächen.

Standort Innenstadt LogoProf. Scheuvens erklärte, dass diese Anregungen an die zuständigen Stellen weitergegeben werden und verwies bei allen derzeitigen Problemen auf die großen Chancen der Innenstadt durch Ruhrbania und die Fachhochschule. "Ein vergleichbares Investitionsvolumen sehe ich zur Zeit bei anderen Ruhrgebietsstädten nicht," so der Professor. "Ich erwarte einen immensen Schub für die Innenstadt durch mehr Besucher und eine völlig neue Klientel," prognostizierte er.

Anhand von Beispielen anderer Städte wie Gladbeck und Gelsenkirchen stellt Thorsten Kamp die Umsetzung einer Gestaltungssatzung in der Praxis dar. Dabei wurde deutlich, dass die besten Ergebnisse durch eine frühzeitige Bauberatung erzielt werden konnten und nicht zwangläufig teurer sein mussten, sondern immer auf die Möglichkeiten der Eigentümer abgestimmt wurden. Anschließend machte Martin Harter nochmals deutlich, dass durch eine Gestaltungssatzung niemand zu Investitionen gezwungen wird, sondern der Bestandschutz erhalten bleibt und nur bei Neu- und Umbauten die neuen Regelungen beachtet werden müssen.

Blick auf die Schloßstraße

Von den Teilnehmern wurde das Angebot der Bauberatung durch das Planungsamt als besonders wichtig ausgemacht, da sie sich in Gestaltungsfragen oft allein gelassen fühlten.

Um die Diskussion über mögliche Regelungsinhalte zu erleichtern, wurde an die Verwaltung der Arbeitsauftrag erteilt, einen Vorentwurf für die Gestaltungssatzung zu erarbeiten, auf deren Grundlage dann im nächsten Forum konkreter diskutiert werden kann.

 

Fotos: Walter Schernstein

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Stand: 28.01.2009

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