Stadtinspektoranwärter
Der Vorlauf
Als ich Ende des Jahres 2006 an einem Seminar über den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr teilnahm, habe ich nähere Einblicke in die Arbeit einer Stadtverwaltung erhalten. Dies bestätigte mich in meinem Vorhaben, nach meiner Bundeswehrzeit eine Ausbildung als Stadtinspektoranwärter anzustreben. Die unterschiedlichen Aufgabengebiete einer Stadtverwaltung bieten mannigfaltige Möglichkeiten, die eigenen Stärken voll und ganz mit ins Berufsleben einzubringen.
So schrieb ich eine Bewerbung an die Stadt Mülheim an der Ruhr und bekam nur wenig später eine Einladung zum Einstellungstest. Lange Wochen vergingen nachdem ich mit vielen Anderen die Tests absolviert hatte, als mich dann ein Schreiben vom Personal- und Organisationsamt erreichte, welches darauf gerichtet war mich näher kennen zu lernen. Zu diesem Zeitpunkt war mir noch gar nicht richtig bewusst, dass es sich dabei um ein Vorstellungsgespräch handelte, zu dem, neben mir, auch drei andere Kandidaten eingeladen wurden.
Entsprechend nervös war ich, als ich mich dann vor dem Plenum wiederfand und mich den vielen Fragen stellen zu müssen. Diese Nervosität verflog jedoch relativ schnell, da man mir vom ersten Moment an ein Gefühl von Menschlichkeit und Vertrautheit vermittelte. So verließ ich das Vorstellungsgespräch mit einem sehr positiven Eindruck.
Lange Wochen vergingen, als dann die erlösende Nachricht vom Personal- und Organisationsamt kam, in der man mir eine Stelle im gehobenen nichttechnischen Dienst der Stadt Mülheim an der Ruhr anbot. Die Freude war natürlich riesengroß.
Bevor es jedoch zur tatsächlichen Ernennung zum Beamten auf Widerruf kam, stand noch der Gesundheitscheck im städt. Gesundheitsamt an. Anschließend stand nichts mehr im Wege, am 3. September 2007 die Urkunde zum Beamten auf Widerruf durch Stadtdirektor Dr. Steinfort entgegenzunehmen.
Die ersten Tage
Gleich am ersten Tag als Nachwuchskraft der Stadt Mülheim an der Ruhr verstärkte sich mein positiver Eindruck von der Stadtverwaltung. Alle neuen Kolleginnen und Kollegen waren freundlich, zuvorkommend, hilfsbereit und geduldig bei allen Fragen die sich im Laufe der ersten Tage ergaben. Die Einführungsfahrt, bei der alle Azubis notwendige Grundkenntnisse über die Abläufe bei der Stadtverwaltung vermittelt bekamen, war ein sehr gelungener Einstieg ins neue Berufsleben.
Ich hatte mir meinen Einstieg bzw. die Umgewöhnung nach knapp vier Jahren Einzelhandel und zehn Jahren Bundeswehr viel schwieriger vorgestellt, doch man vermittelte mir vom ersten Moment den Eindruck, als wäre ich genauso wie alle Anderen, die gerade ihr Abitur gemacht hatten und mit Anfang 20 ganz neu ins Berufsleben eingestiegen sind. Das war für mich als lebensälterer Anwärter eine sehr positive Erfahrung.
Die Ausbildung
Die Ausbildung zum Stadtinspektor ist in zwei große Bereiche unterteilt. Von den insgesamt 36 Monaten findet die Hälfte der Ausbildung an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW statt. In den verbleibenden 18 Monaten bekommt man die Gelegenheit, die unterschiedlichen Bereiche der Stadtverwaltung kennen zu lernen. In meinem Fall durfte ich bislang Einblicke in die Bereiche des Bürgeramtes, der Sozialagentur, des Amtes für Bürgerinformation und Ratsangelegenheiten sowie des Amtes für Stadtplanung, Bauaufsicht und Stadtentwicklung nehmen.
Allein durch diese Zusammenstellung konnte ich hier bereits eine Menge von den breit gefächerten Aufgaben der Stadtverwaltung mitnehmen. Es ist überaus interessant zu erfahren, in welchen Belangen bzw. Bereichen die Stadtverwaltung handeln muss und welche Handlungsmöglichkeiten es alles gibt.
Das Studium an der Fachhochschule vermittelt das notwendige theoretische Wissen, welches es in der Praxis umzusetzen gilt. Hier werden drei Bereiche beschult. Die Rechtswissenschaften (60 %), die Wirtschaftswissenschaften (30 %) sowie Sozialwissenschaften (10 %).
Das Wissen, welches sowohl in der Fachhochschule als auch in den Praxisabschnitten vermittelt wird, ist nicht nur dafür da die Prüfung zu bestehen und seinen Beruf vernünftig auszuüben, sondern man kann auch für sich selbst eine Menge mitnehmen. Wo sonst bekommt man die Gelegenheit, die Rechtsprechung und die Umgangsweise mit Gesetzen und Paragraphen so umfangreich zu erlernen.
Kurzum
Für mich persönlich ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Ich bin froh und dankbar über jeden Tag, den ich in meinem neuen Beruf erlebe.
Alexander Schramke, Stadtinspektoranwärter (Einstellungsjahrgang 2007)
Stand: 04.05.2012





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