Archiv-Beitrag vom 26.01.2015Rückblick: Erhellendes aus der "Dunklen Kammer" - Studentische Früh-Fotografie in der Camera Obscura

Ausstellung in der Camera Obscura: Das Bild aus dem Karton.Wie kommt das Bild aus dem Karton? Auf viele dieser Fragen hatte Mülheims Camera Obscura mit dem Museum zur Vorgeschichte des Films die Antworten parat. Davon inspiriert, haben Studentinnen und Studenten der Folkwang Universität der Künste mit unterschiedlichen, selbstgebauten Varianten der Lochkamera und frühen fotografischen Verfahren experimentiert und präsentierten vom 1. Februar bis zum 12. April ihre Ergebnisse in der aktuellen Wechselausstellung „Das Bild aus dem Karton“ in der Camera Obscura.

Das Bild aus dem Karton: Die Studierenden der Folkwang Universität stellen in der Mülheimer Camera Obscura ihre Aufnahmen mit der selbstgebauten Lochkamera aus.Hier, in der Kuppel des früheren Wasserturms, wird nicht nur das Prinzip der „dunklen Kammer“, der sogenannten Lochkamera anschaulich gemacht, dieser Ort begeisterte auch die Erstsemester im Studiengang Fotografie an der renommierten Folkwang Universität der Künste. Zum Abschluss des Kurses „Grundlagen der Fotografie“ stellten 22 Studierende ihre Arbeiten erstmals öffentlich aus, betreut von Prof. Gisela Bullacher und Dozent Peter Lütkemeyer.

Das Bild aus dem Karton: Eine selbstgebaute Camera ObscuraObwohl an der Folkwang Universität digitale und analoge Fotografie zu gleichen Teilen behandelt werden, ist das Erforschen der Funktionsweise analoger Urformen der Fotografie eine wichtige Grundlage, findet Professorin Gisela Bullacher. Bei einem Besuch mit Studierenden in der Camera Obscura im Mai 2014 knüpfte sie den Kontakt zu Museumsleiter Dr. Tobias Kaufhold, der aufgrund der engen thematischen Verwandtschaft des Museums zur Vorgeschichte des Films direkt eine Kooperation vorschlug: „Eine so bedeutende Institution wie die Folkwang Universität hilft mit solchen Projekten, das Wissen um die Ursprünge der Fotografie auch im digitalen Zeitalter zu bewahren. Die Lehre und das Museum haben da definitiv Berührungspunkte und diese Ausstellung ergänzt das Thema unserer Camera Obscura perfekt.“ Gegen Ende des Wintersemesters wurden dann die Arbeiten des Kurses mithilfe von Peter Lütkemeyer, Dozent für Technologien der Fotografie, ausgewählt und in den 31 Rahmungen zusammengestellt, die in den Räumlichkeiten der Camera Obscura gehängt wurden. „Ein super Kontext für unsere Arbeiten“, meinte auch die bei dem Projekt teilnehmende Studentin Elsa zur Mülheimer Camera Obscura.

Das Bild aus dem Karton: Fotografie von Johanna Senger.Die Bilder der Studierenden stammen aus den unterschiedlichsten Lochkameras, die jeder individuell angefertigt hat: mal ein Schuhkarton, eine Schmuckdose oder ein selbstgezimmerter Holzkasten. Je nach Form und Größe entstehen dabei unterschiedliche Formate, und auch ein Missgeschick oder ein Fehler beim Entwickeln kann unbeabsichtigte, aber interessante Bildschöpfungen hervorrufen. Die meisten studentischen Fotografen entschieden sich für die Arbeit mit Papiervorlagen, die nur eine begrenzte Anzahl von Abzügen und damit eine gewisse Einzigartigkeit entstehen lassen. Zu sehen – und mitunter erst beim zweiten Blick – waren Landschaften, Gebäude, Autos und hin und wieder auch Menschen. Eine anstrengende Übung für den Porträtierten, denn die Belichtungszeit der Bilder betrug hier zwischen 8 Minuten und 3-4 Stunden. Mehr noch als das Motiv zählt die daraus resultierende Ästhetik der Kontraste. Hier hinterlassen selbst schlafend porträtierte Fotografen sichtbare Spuren.

Das Bild aus dem Karton: Die gerahmten Fotografien der Folkwang-Erstsemester. Am Eröffnungstag fand zur Ausstellungseröffnung die Begrüßung durch Dr. Tobias Kaufhold in der Camera Obscura statt, ergänzt von Erläuterungen durch Professorin Gisela Bullacher.

Geöffnet ist das Museum, das von der Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH (MST) betrieben wird, mittwochs bis sonntags von 10 bis 18 Uhr.

 

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Stand: 16.08.2016

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