Eröffnung der Fatih-Moschee (2016)

Grußwort von Oberbürgermeister Ulrich Scholten

anlässlich der Eröffnung der Fatih Moschee

am Sonntag, 5. Juni 2016, 11 Uhr

Sandstraße

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Meine sehr geehrten Damen und Herren,

liebe Gäste!

„Was lange währt, wird endlich gut.“ Mit diesem alten deutschen Sprichwort begrüße auch ich Sie persönlich und im Namen der Ratsmitglieder zur offiziellen Eröffnung der Fatih Moschee hier in Eppinghofen.

Ich freue mich sehr, dass wir heute dieses nicht nur für Muslime in unserer Stadt bedeutende Ereignis gemeinsam feiern. Wir haben Gäste von weit her – aus unserer Partnerstadt Beykoz und aus den umliegenden Städten. Gekommen sind aber auch viele Bürgerinnen und Bürger, die sich mit der Gemeinde über die Fertigstellung dieser Stadtviertel prägenden Versammlungsstätte freuen.

Viele ältere Mülheimerinnen und Mülheimer kennen das ehemalige Industriegebäude noch aus der Zeit, als es in den 1950er Jahren als Häutehandel, später als Spedition und als Druckerei genutzt wurde. Jetzt sind sie ebenso wie ich neugierig darauf zu sehen, was daraus geworden ist. Die große Kuppel und das 24 Meter hohe Minarett haben den Charakter ja schon äußerlich komplett verändert.

Seit Juni 2003 – also mit dem ersten Bauantrag - begann diese einzigartige Verwandlung, die heute mit diesem Fest ihren Abschluss findet.

13 Jahre hat es gedauert. Viele Hindernisse mussten aus dem Weg geräumt, Planungen verändert, neue Lösungen gesucht werden. Es gab unzählige Gespräche, Missverständnisse und sicher auch Frustration - bei Bauherren und Verwaltung. Improvisation war bei den Gläubigen immer wieder gefragt.

Doch die Gemeinde hat ihren Traum von dieser Moschee nie aufgegeben. Sie haben viele Spendengelder gesammelt und ehrenamtliche Arbeit geleistet. Und so war die Fertigstellung des Minaretts, das nicht nur der Moschee, sondern dem Stadtviertel ein neues Gesicht gibt, 2009 sicher ein ganz besonderes Ereignis.

Wenn wir uns heute dieses Gebäude ansehen, so kann ich nur sagen: Die Mühen haben sich gelohnt. Die prachtvoll gestalteten Gebetsräume, die farbigen Fenster an der Kuppel, die Malereien… Die größte Moschee in Mülheim ist wunderschön geworden!

Das letztendlich nach den Plänen von Architekt Dr. Oylar Saguner entstandene Zentrum an der Sandstraße ist ein würdiger sozialer und religiöser Treffpunkt für seine 450 Mitglieder und deren Gäste geworden.

Was mir besonders gut gefällt: Die Gemeinde lädt nicht nur regelmäßig am 3. Oktober, dem Tag der Offenen Moschee, alle Interessierten ein. Nein, sie strebt seit langem danach, sich auch selbst für die Stadtgesellschaft zu öffnen, und ihre Mitglieder haben ein großes Interesse an der Zusammenarbeit mit der Stadt.

Anfängliche Berührungsängste der Nachbarn gegenüber der Moschee mit dem großen Minarett sind deshalb inzwischen Neugier, Akzeptanz und Toleranz gewichen. Und wenn fremdenfeindlich gesinnte Gruppen hier ihre unsäglichen Parolen loswerden wollen, dann steht die Nachbarschaft zusammen. Mit friedlichem Protest und großem Gemeinsinn haben wir bislang solchen Umtrieben die Stirn geboten. Und ich bin mir sicher, dass wir dies auch künftig tun werden. Ich setze auf Sie!

Die Fatih-Moschee ist ein wichtiger Begegnungsort für die türkischsprachigen-muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger in Mülheim an der Ruhr.

Durch ihre Jugend- und Sportabteilung sowie soziale und kulturelle Angebote erreicht sie auch eine große Gruppe jüngere Muslime. Kicker, Tischtennisplatte, Dartscheibe und natürlich die Playstation werden gerne genutzt.

Die Gemeinde war eine der ersten Migrantenorganisationen, die 2010 die „Erklärung der Bildungspartnerschaft Eppinghofen“ des Bildungsnetzwerkes unterzeichnet haben. Seitdem werden in den Räumen der Moschee regelmäßig Bildungs- und Kulturveranstaltungen in Kooperation mit dem Bildungsnetzwerk Eppinghofen und dem Stadtteilmanagement angeboten.

Das wissen die Teilnehmenden zu schätzen, und dafür danke ich allen Kooperationspartnern. So kommen wir nämlich einen wichtigen Schritt weiter hin zu unserem Ziel, beste Bildung für alle Kinder und Jugendlichen in unserer Stadt anzubieten, damit alle eine gute Chance für einen erfolgreichen Start in die Zukunft haben.

Ich wünsche uns allen, dass die Moschee auch künftig ihre Türen für Neugierige öffnet, dass hier weiterhin Toleranz und Respekt für Frauen und Männer aller Nationalitäten und Religionen gelebt wird - und Nachbarn zu Freunden werden.

Glück auf!

Kontakt


Stand: 16.06.2016

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