Archiv-Beitrag vom 10.04.2008Erste Bodenstation in Mülheim am Wasserbahnhof eröffnet

Anfang April wurde die erste von insgesamt zwölf geplanten Mülheimer Bodenschätzen der Öffentlichkeit übergeben. Auf der "Flaniermeile" zwischen Ruhrschleuse und Wasserbahnhof gelegen, demonstriert eine mechanisch drehbare Litfasssäule allen neugierigen Bodenentdeckern den Jahrtausende währenden Entwicklungsprozess vom Ausgangsgestein bishin zu wenigen Zentimetern nutzbarem Boden. Highlight ist ein integriertes Lackprofil: Dabei handelt es sich um den realen Abdruck des Mülheimer Auenbodens und lenkt so den Blick auf auf das, was unter unseren Füßen oft unter Asphalt verborgen ist. Die Säule ist der erste, für die breite Öffentlichkeit dauerhaft sichtbare Teil, des auf Mülheimer Verhältnisse zugeschnittenen Bodenschutzkonzeptes "Mülheimer Bodenschätze".

Die erste von insgesamt zwölf geplanten

 

 

Die erste von insgesamt zwölf geplanten "Mülheimer Bodenschätzen" wurde der Öffentlichkeit übergeben.

 

 

 

 

 

Eine mechanisch drehbare Litfasssäule demonstriert den Jahrtausende währenden Entwicklungsprozess vom Ausgangsgestein bis hin zu wenigen Zentimetern nutzbarem Boden. V.l. Vera Mügge (GeoPark), Frank Bothmann (RVR), Winfried Raffel (NRW-Stiftung), Dr. Peter Keil (Biologische Station), Joachim Exner (Betriebe Stadt MH), Helga Sander (Baudezernentin), Ursula Schröder (Planungs- u. Umweltausschuss), Hans-Gerd Bachmann (medl). Standort: Schleuse am Wasserbahnhof.

Foto: Walter Schernstein

Der konzeptionelle Ansatz sieht einerseits einen fachlichen Beitrag zum Bodenschutz vor: Planern, politisch Verantwortlichen und der allgemeinen Bevölkerung soll ein Instrument an die Hand gegeben werden, Bodennutzung nachhaltig, effektiv und transparent voran zu bringen und dabei schutzwürdige Böden zu bewahren. Die Ergebnisse der fachlichen Bewertung werden in einem für Jedermann verständlichen Planwerk interaktiv verfügbar gemacht. Der fachliche Teil des Konzepts wird von der Stadt Mülheim an der Ruhr verantwortet.

Das zweite Standbein des Bodenschutzkonzepts ist ein umfangreiches Paket zur öffentlichen Aufklärung zum Thema Boden. "Zu 'Boden' fallen vielen Menschen nur Stichworte wie 'Dreck', 'Fußboden' oder 'Pflanzerde' ein. Dass ohne funktionierenden Boden jedoch kein Leben auf unserer Erde möglich wäre, ist kaum jemandem bewusst!", so Dr. Peter Keil, Leiter der Biologischen Station westliches Ruhrgebiet e.V.. Die Biostation und die Stadt initiieren das Projekt gemeinsam für die Mülheimer Bevölkerung und die Besucher der Stadt.

Unter dem Motto: "Wir machen gemeinsam Boden gut" haben sich dem Verbund für den Boden als Hauptsponsoren die NRW-Stiftung und die Stadtentwässerung Mülheim, kurz SEM, angeschlossen. Das Baustoffzentrum Harbecke, die Betriebe der Stadt und der Regionalverband Ruhr unterstützen das Projekt ebenfalls finanziell bei der Realisierung einzelner Bodenstationen.

Der etwa 15 Kilometer lange Pfad soll auf dem Stadtgebiet von Mülheim abschnittsweise dem Ruhrhöhenweg und dem Ruhrtalradweg sowie der "GeoRoute Ruhr" folgen. An den einzelne Stationen werden dauerhaft präparierte Bodenaufschlüsse, Bodenplastinate und andere Installationen gezeigt werden, die durch knappe, leicht verständliche Texte erläutert werden. Weitere Partner dieses Vorhabens sind u.a. der Verein GeoPark Ruhrgebiet, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Mülheim, der NABU Ruhr, die Landesgemeinschaft Natur und Umweltschutz und der BUND Mülheim. "Dieses Kooperationsmodell und die Möglichkeit, so dem Bodenschutz mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, sind überzeugend gewesen", heißt es in einer Presse-Mitteilung der NRW-Stiftung anlässlich des Förderungsbeschlusses. "Mit der Eröffnung dieser ersten Bodenstation hier am Wasserbahnhof haben wir den ersten Bodenschatz an die sichtbare Oberfläche geholt. Wir hoffen, dass wir im Laufe diesen Jahres alle geplanten Bodenstationen an die neugierig gewordene Öffentlichkeit übergeben können", so Ulrike Marx, stadtseitige Projektleiterin. Zusätzlich zu den geplanten festen Bodenstationen, bieten die Projektverantwortlichen u.a. geführte Bodenentdeckertouren für Schulklassen an und legen Informationsbroschüren zu den einzelnen Bodenstationen auf. Allen Zusatzangeboten gemein ist, dass der Fokus auf einen jeweils vertiefenden Aspekt der Bodenkunde gelegt wird. Alters-, bzw. wissensstandgerecht soll so Stück für Stück das Bewusstsein für den Boden geschärft werden.

"Der Weg, den wir im Sinne des nachhaltigen Bodenschutzes eingeschlagen haben ist mitunter steinig und sicherlich lang – aber irgendwann muss man sich auf den Weg machen, um Ziele zu erreichen", betont Ulrike Marx. Langfristiges Ziel ist, dass irgendwann jeder selbstverständlich davon ausgeht, dass funktionstüchtiger Boden genauso essentiell für das Leben ist, wie sauberes Trinkwasser und frische Atemluft.

Weitere Informationen unter:

http://bodenschaetze.muelheim-ruhr.de

Kontakt:

Dr. Peter Keil

Biologische Station Westliches Ruhrgebiet e.V.

Ripshorster Straße 306

46117 Oberhausen

Tel. 0208/46 86 090

Fax 0208/46 86 099

home www.bswr.de

Kontakt


Stand: 10.04.2008

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