Erste Einbürgerungsfeier in Mülheim an der Ruhr

Rede von Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld

zur ersten Einbürgerungsfeier

am Dienstag, 18.09.07, 19.00 Uhr,

Schloß Broich

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Sehr geehrte Gäste,

das ist sicher kein Tag wie jeder andere für Sie – für mich ist er das übrigens auch nicht.

Zum ersten Mal findet in diesem Jahr in unserer Stadt eine Einbürgerungsfeier für neue Staatsbürger und Staatsbürgerinnen statt. Und ich darf Ihnen verraten, dass die Vorbereitungen auf den heutigen Tag für alle Beteiligten sehr spannend waren. Von der Gestaltung der Urkunde bis zur Planung des Programms gab es viel zu bedenken.

Ganz bewusst haben wir den Empfang in das Programm der Interkulturellen Wochen 2007 eingefügt. Hier sehe ich ihn auch in Zukunft gut eingebettet und in zeitlicher Nähe zur alljährlichen Verleihung des Integrationspreises durch unseren Integrationsrat.

Ich finde, das Motto der diesjährigen Interkulturellen Wochen passt besonders gut zum heutigen Anlass. Es kann als Versprechen und Ziel zugleich verstanden werden:

"Teil haben – Teil werden" ist für mich die einzig richtige Reihenfolge für den Weg in die Gesellschaft einer neuen Heimat.

Wir werden jedenfalls allen, die sich in unserer Stadt ansiedeln wollen, sofort Möglichkeiten zur Teilhabe eröffnen, damit sie schnell Teil der städtischen Gesellschaft werden können.

Sie haben, nachdem sie schon EinwohnerInnen oder BürgerInnen unserer Stadt waren, für sich eine ganz besondere Entscheidung getroffen: Sie haben nun auch die Staatsbürgerschaft ihrer neuen Heimat angenommen. Jeder und jede von Ihnen wird feststellen, ob Sie erst dadurch richtig angekommen sind, ob Sie sich jetzt anders und mehr dazu gehörig fühlen, obwohl Sie doch schon vorher hier wohnhaft waren.

Jeder und jede von Ihnen bringt sehr persönliche Gründe für sein Hier-Her-Kommen mit. Darunter werden schöne und schreckliche sein. Diejenigen, deren Kommen ein Ausdruck von Verzweiflung war, haben uns damit ein Zeichen des Mutes und der Bestätigung für unser demokratisches System gegeben. Denn offenbar gehören auch sie zu den vielen Menschen, die Europa und Deutschland als Hort der Menschenrechte und des Friedens ansehen.

In der Tat, die demokratische Ordnung der Bundesrepublik ist die beste Staatsform, die es je auf deutschem Boden gab – und die teilen wir gerne mit neuen Staatsbürgern. Deutschland zeichnet sich auch aus durch eine unabhängige Justiz, durch Gewaltenteilung und die Gleichheit von Mann und Frau. Darauf sind wir stolz - und auch daran sollen alle Menschen, die hier leben, teilhaben.

Nicht zuletzt aus diesem Grunde ist Mülheim seit 2004 Mitglied der Charta der Städte für Menschenrechte.

Die Zukunft der Welt liegt in den Städten, und die sind zunehmend international. Sie selbst sind Teil dieser Internationalität und Sie tragen bei zur Vielfalt, zum kulturellen Reichtum und zu echter Urbanität in unseren Städten. Sie bringen Ihre nationale und kulturelle Identität mit und hoffentlich in die Mülheimer Stadtgesellschaft ein, damit sich aus vielen multinationalen Quellen eine neue europäische Identität entwickeln kann.

Ich wünsche Ihnen, Ihren Familien und uns als aufnehmender Stadtgesellschaft, dass Sie sich gut beheimatet fühlen in Mülheim an der Ruhr und bald feststellen: Ich gehöre dazu, ich gehöre hierhin.

StaatsbürgerInnen – mit allen Rechten und Pflichten sind Sie ja bereits. Wir wollen das noch einmal nachdrücklich mit Urkunden unterstreichen, die Sie gleich erhalten werden. Ich freue mich, dass Sie den für Sie aber ebenso für unseren Staat so wichtigen Schritt vollzogen haben.

Mit der Einbürgerung werden Sie wahlberechtigt. Sie können nun mitbestimmen, wer in der Stadt und im Landtag, im deutschen Bundestag und im Europaparlament Ihre Interessen vertreten soll. Ich bitte Sie: Nutzen Sie diese Chance und gehen Sie zu den Wahlen!

Kontakt


Stand: 19.09.2007

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